Schulinspektion und Qualitätsanalyse
| Der Begriff "Schulinspektion" wird vom Ministerium
nicht gern gehört, sondern lieber durch das Wort "Qualitätsanalyse"
ersetzt. Aber im Prinzip bedeutet es dasselbe. Es wird nämlich eine
Schule genau unter die Lupe genommen, wobei Unterricht, Schulkultur,
Schulmanagement und Schulprogramm auf ihre Qualität untersucht werden. |
| Nordrhein-Westfalen hat nach einer Pilotphase mit 96
Schulen, die im Juli 2006 abgeschlossen war, die landesweite Prüfung
sämtlicher Schulen begonnen. Dazu besuchen Qualitätsteams, die aus 2-3
erfahrenen Schulaufsichtsbeamten bestehen, einige Tage die einzelnen
Schulen und führen eine Qualitätsanalyse durch. Ihre Aufgabe besteht
darin, den Schulen anschließend deutlich zu machen, welche Stärken und
Schwächen in Ihrem System erkennbar sind, wie die Unterrichtsqualität
ist und welche Impulse für die weitere Schulentwicklung gesetzt werden
können. Ziel des Ministeriums ist zweierlei: Einmal werden auf diese Art
und Weise wichtige Daten gewonnen, die für die Weiterentwicklung des
Schulwesens im Land von großer Bedeutung sind. Andererseits werden die
Schulen motiviert, ihre Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen und
professionell zu steuern. Grundlage einer
Qualitätsanalyse ist das Qualitätstableau, das sich aus 6
Qualitätsbereichen mit 28 Aspekten und 153 Kriterien
zusammensetzt. Damit wird die Qualität einer Schule bestimmt und in
einem Bericht zusammengefasst, um so der Schule ein Feedback für den
erreichten Leistungsstand und Impulse für die eigene Weiterentwicklung
zu geben. Der Schulaufsicht wird dadurch ein Instrument in die Hand
gegeben, mit dem sie Zielvereinbarungen mit der Schule treffen kann.

Zu einer Qualitätsanalyse gehören folgende Bestandteile:
- Orientierung am Schulportfolio: Das ist eine
Datensammlung, die als Selbstauskunft der Schule ca. 3 Monate vor dem
Schulbesuch angefordert und 4 Wochen vorher dem
Qualitätsteam zugeschickt wird. Sie enthält Angaben über die Rahmenbedingungen der pädagogisch-fachlichen Arbeit (Zusammensetzung
der Schülerschaft, Lehrerversorgung, Zustand des Gebäudes, Umfeld der
Schule). Außerdem werden darin das Schulprogramm und die Umsetzung in Jahresarbeitspläne
beschrieben. Neben den Ergebnissen von Eltern- und Schülerfeedback sowie der Evaluation
eines Qualitätsbereichs oder Arbeitsschwerpunkts werden die Ergebnisse der Lernstandserhebungen
aufgeführt. Weiterhin sind darin Unterlagen zur schulischen und pädagogischen Arbeit
( z.B.
Übersicht der geltenden Regelungen und Konferenzbeschlüsse, pädagogische
Konzepte, schulinterne Lehrpläne usw.) enthalten.
- Schulrundgang: Mit Hilfe eines Fragebogens
informiert sich das Qualitätsteam zunächst über den baulichen Zustand
des Gebäudes und über die sächliche Ausstattung der Schule informiert.
Bei dem anschließenden Rundgang kann auch ein Vertreter des Schulträgers
teilnehmen.
- Einsichtnahme in Unterricht: Die
Qualitätsprüferinnen und Qualitätsprüfer besuchen mindestens 50% der
Lehrkräfte im Unterricht. In jeweils 20-minütigen Besuchen beurteilen
sie anhand eines differenzierten Beobachtungsbogens die
Unterrichtsqualität. Die Schule wird nicht informiert, welche Lehrkräfte
im Unterricht besucht werden. Schulleitung und Stellvertretung werden
nicht besucht. Es wird zwar immer behauptet, es gehe dabei nicht
um die Bewertung des Unterrichts einzelner Lehrkräfte, sondern um die
Bewertung der Unterrichtsqualität der Schule als Ganzes, aber dennoch
ist nicht auszuschließen, dass besonders positive oder negative
Beobachtungen bei der Schulaufsicht auffallen und dort im Gedächtnis
bleiben.
- Interviews: Während die Einsichtnahme in den
Unterricht hauptsächlich von der Beobachtungsfähigkeit und von der
Interpretation der Prüferinnen und Prüfer abhängt, erfassen die
Interviews eine größere Bandbreite, weil neben den
Schulleitungsmitgliedern auch Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und
Schüler, Eltern und andere Mitarbeiter befragt werden. Auch Vertreter
des Schulträgers können eine Stellungnahme abgeben. Die Befragung
erfolgt leitfadengestützt.
- Auswertung: Am letzten Tag der
Qualitätsanalyse bekommen die Schulen ein erstes Feedback , indem die
gesammelten Daten zusammengeführt werden und zu einem ersten mündlichen
Bericht zusammengefasst werden, der der Schulleitung und dem
Lehrerkollegium vorgelegt wird.
- Bericht und Bewertung: Etwa vier Wochen nach
dem Besuch des Qualitätsteams erhält die Schule einen schriftlichen
Berichtsentwurf, den sie besprechen und in den einzelnen Gremien
auswerten kann. Sollten sachliche Fehler oder Unstimmigkeiten
festgestellt werden, kann die Schule eine Stellungnahme dazu abgeben,
die vom Qualitätsteam für den endgültigen Bericht berücksichtigt werden
kann. Dieser wird anschließend nicht nur der der Schule, sondern auch in
anonymisierter Form der Schulaufsicht zugesandt. Diese legt nämlich
anschließend mit der Schule aufgrund der Vorschläge aus den einzelnen
Gremien entsprechende verbindliche Zielvereinbarungen fest.
Als Bewertung wird schließlich der Entwicklungsstand der Schule durch
die erreichte Stufe definiert:
| Stufe 4 |
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vorbildlich |
| Stufe 3 |
angemessen |
| Stufe 2 |
teilweise nicht mehr angemessen |
| Stufe 1 |
erheblich entwicklungsbedürftig |
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Die Schule kann nach Zustimmung der Schulkonferenz
den Qualitätsbericht veröffentlichen. Die Hauptaufgabe besteht
allerdings darin, den Bericht zu analysieren und und daraus
Konsequenzen für die Qualitätssicherung und -weiterentwicklung
abzuleiten. Wahrscheinlich sind dazu Zielvereinbarungen und
Fortbildungen nötig. In vielen Fällen muss eine Absprache mit dem
Schulträger oder Schulaufsichtsbehörde getroffen werden; außerdem ist
die Schulkonferenz zu beteiligen. Für alles ist jeweils die Schulleitung
verantwortlich.
Innerhalb eines Jahres wird dann eine Nachanalyse durchgeführt, zu der
die Schulleitung sämtliche Zielvereinbarungen, einen Maßnahmenplan und
Unterlagen über die erfolgten Umsetzungsprozesse vorlegt. |
| Am 8.4.2007 hat die Ministerin eine Verordnung über
die Qualitätsanalyse an Schulen in NRW (QA-VO) erlassen, in der die oben
genannten Kriterien festgeschrieben wurden. Diese Verordnung habe ich im
Downloadbereich unter dem Namen QA-VO.pdf
hinterlegt. Dazu gibt es eine Informationsschrift zur Qualitätsanalyse,
die Sie unter dem Namen QA.pdf auch dort
finden. Wichtig für die Schule ist aber das Qualitätstableau (QA-tableau.pdf),
das die Fragen enthält, die auch an Eltern, Schüler und das Kollegium
gestellt werden. Für Lehrerinnen und Lehrer ist natürlich der
Unterrichtsbeurteilungsbogen (QA-unterricht.pdf)
der interessanteste und wichtigste Teil. |
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Meine Ratschläge:
Jede Schulleiterin bzw. Schulleiter tut gut dran, sich die 28-seitige
Bewertung als Leerformular von der Webseite des Ministeriums
herunterzuladen und sie zunächst einmal durchzugehen, als ob eine
Schulinspektion angesagt wäre. Wer will schließlich auch als erheblich
entwicklungsbedürftig angesehen werden? Da neben der Meinung der
Schulleitung immer auch die Ansichten der Eltern, Lehrer, Schüler oder
auch des Schulträgers von dem Qualitätsteam abgefragt werden, ist es
sinnvoll, einzelne Formularbögen bereits vorher einzusetzen und in einer
Befragung von Schülern oder des Kollegiums Grundinformationen über den
derzeitigen Qualitätsstand zu erreichen. Das ist nämlich mit den
Erhebungsbögen sehr gut möglich.
Es hat außerdem den Vorteil, dass die Schulleitung sehr schnell erkennt,
wo eklatante Mängel liegen. Man kann auch einzelne Bereiche gesondert
unter die Lupe nehmen. Wenn z.B. im Qualitätsbereich 4 (Führung und
Schulmanagement) unter 4.5 (Arbeitsbedingungen) lediglich 4 Fragen
vorhanden sind, denen das Qualitätsteam nachgeht, so ist es leicht,
dieses Kapitel gesondert in einer Konferenz zu besprechen und
entsprechende Maßnahmen zu beschließen. Die Kolleginnen und Kollegen
werden sich bei der Befragung dann daran erinnern und positive
Bemerkungen machen. Aber auch wenn man nicht auf kurzfristigen Erfolg im
Hinblick auf eine Schulinspektion arbeiten will, sondern langfristig die
Entwicklung der Schule vorantreiben will, kann man die einzelnen
Qualitätsbereiche aufsplitten und für eine Beschlussfassung in der
Lehrerkonferenz vorbereiten.
Das könnte folgendermaßen ablaufen: |
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Bewertungskriterien |
Mögliche Managementmaßnahmen |
Bewertung des Qualitätsteams
durch |
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4.5.1
Die Schule prüft
mindestens jährlich alle Bereiche auf Arbeitsschutz und
Arbeitssicherheit. |
Die Schulleitung führt gem. ArbSchG eine
Gefährdungsbeurteilung durch und dokumentiert diese.
Hinzugezogen werden der Hausmeister, die
Sicherheitsbeauftragten und Gefahrstoffbeauftragten (bzw.
Strahlenschutzbeauftragten). Es wird ein
Gefährdungsprotokoll erstellt, das auch dem Schulträger
übermittelt wird.
Sinnvoll ist auch die Erstellung eines Hygieneplans und
einer Brandschutzordnung; in der heutigen Zeit vielleicht
auch Verhaltensanweisungen für Panik, Amoklauf und
Bombenalarm.
Ausführliche Hinweise finden Sie dazu auf meiner Webseite
Arbeitsschutz. |
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Interview
Schulleitung |
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Interview
Lehrer |
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Interview
Schulträger |
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4.5.2
Mängel im Bereich der Arbeitssicherheit werden erkannt und
ihnen wird nachgegangen. |
Es werden
Mängelanzeigen von den Schülern, den Sicherheitsbeauftragten
und dem Kollegium geschrieben. Die Schulleitung wertet sie
aus und leitet sie an den Schulträger weiter. Auf der
Webseite Arbeitsschutz ist im Anhang eine solche
Mängelanzeige als Musterformular unter dem Namen
maenganz.doc
im WORD-Format beigefügt.
Ein derartiges Formular sollte immer auf dem unteren
Abschnitt einen Vermerk enthalten, der sich auf die
Beseitigung dieser Mängel bezieht. Oft ist es nämlich so,
dass die Mängel zwar gemeldet wurden, eine Beseitigung aber
vergessen wurde. |
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Schulrundgang |
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Interview
Schulleitung |
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Interview
Lehrer |
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Interview
Schulträger |
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4.5.3
Die Schule
kooperiert eng mit einschlägigen Institutionen im Bereich
Arbeitssicherheit. |
In einer Lehrerkonferenz werden Kooperationsmöglichkeiten
mit dem BAD, mit dem GUV, mit der Feuerwehr, dem
Gesundheitsamt und örtlichen Institutionen besprochen und
beschlossen. Regelmäßige Brandschutzübungen und Probealarme
werden durchgeführt und dokumentiert. |
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Interview
Schulleitung |
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Interview
Lehrer |
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4.5.4
Es gibt Konzepte für eine aktive Gesundheitsvorsorge bei den
Lehrkräften und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. |
Es hat sich
als sinnvoll herausgestellt, an der Schule Ersthelfer auszubilden, die
an besonders gefährdeten Stellen des Schulgeländes postiert sind und
einen Erste-Hilfe-Lehrgang mitgemacht haben. So ist es auch wichtig,
dass das gesamte Kollegium einmal an einer Ersthelferausbildung
teilnimmt. Streitschlichterprogramme u.a. gibt es an vielen Schulen
schon.
In der Konferenz könnte auch das Kollegium befragt werden,
welche Verbesserungen der psycho-sozialen Faktoren
vorgeschlagen werden und Möglichkeiten der Realisierung in
Angriff genommen werden. Hinweise hierzu enthält auch meine
Webseite Gesundheitsschutz. |
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Interview
Schulleitung |
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Interview
Lehrer |
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Interview
Mitarbeiter |
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Ich habe diesen Bereich der Qualitätsanalyse
einmal ausgewählt, weil es ein Bereich ist, zu dem das Qualitätsteam
auch den Schulträger befragt. Da kein Schulträger möchte, dass er im
Qualitätsbericht negativ dasteht, wirkt sich hier die Zusammenarbeit
vielleicht besonders positiv auf die räumliche und sächliche
Verbesserung der Schule aus. Ich persönlich würde deshalb auch bei
dem Schulrundgang unbedingt den Vertreter des Schulträgers einladen,
der für die baulichen Bedingungen zuständig ist. Das erzeugt
vielleicht zusätzlichen Druck beim Schulträger, um die Gestaltung
des Schulgebäudes und des Schulgeländes zu verbessern.
Verfährt man wie oben analog mit den den anderen Qualitätsbereichen,
würde man sehr schnell und intensiv die Weiterentwicklung der Schule
im Sinne eines Qualitätsmanagements betreiben und eine hohe
Qualitätsstufe erreichen. Aber leider ist aus vielerlei Gründen das
nicht alles auf einmal machbar. Das ist verständlich; deshalb sollte
man sich aus dem Gesamtpaket zunächst die Bereiche heraussuchen,
denen man Priorität einräumt und die in einem überschaubaren
Zeitrahmen realisiert werden können. Auch dazu sind die Diskussion
im Kollegium und die Beschlussfassung in der Konferenz sinnvoll.
Schauen Sie sich den zusammenfassenden Bewertungsbogen genau an. Sie
finden ihn im Downloadbereich unter dem Namen
QA-bewertung.pdf. Er
enthält alle Qualitätsbereiche und die jeweiligen
Bewertungsgrundlagen. |
| Inzwischen gibt es auf der Webseite des
Ministeriums sehr umfangreiche Informationen zu den
Rahmenbedingungen, der Zielsetzung und zum Ablauf der
Qualitätsanalyse. Neu hinzugekommen ist eine Checkliste zum
Gesundheitsmanagement, die unter dem Begriff "Anlage zum
Schulportfolio"
dort zu finden ist. Diese Liste ist nicht nur eine gute Orientierungshilfe
und Kontrolle, in wieweit die Schule bereits die Anforderungen des
Arbeits- und Gesundheitsschutzes bereits erfüllt, sondern ist
auch als Beilage zum Schulportfolio verpflichtend geworden. Im
Downloadbereich ist sie unter dem Namen
QA-portfolioAS.doc
enthalten. Insgesamt stehen folgende
Unterlagen für den Bereich der Qualitätsanalyse zur Verfügung:
Verordnung über die Qualitätsanalyse von
Schulen vom 27.4.2007
Broschüre des Ministeriums als Überblick über das
Verfahren der Qualitätsanalyse
Zusammenfassung der 153 Kriterien für die
Qualitätsanalyse in 28 Qualitätsaspekten, die für die
Bewertung herangezogen werden
Formulare und Listen für die Datensammlung, die die
Schule als Selbstauskunft an das Qualitätsprüferteam
schickt
Checkliste zu den Arbeitsbedingungen und
Gesundheitsmanagement als Anhang zum Schulportfolio
Leitfaden für den Schulrundgang
Beobachtungsbogen für den Unterricht mit den Kriterien,
die einem guten Unterricht zugrunde gelegt werden
Kurzfassung des Qualitätsberichts, den die Schule nach
Abschluss der Schulinspektion bekommt
Zusammenfassende Schlussbewertung der Schulinspektion |
QA-VO.pdf
QA.pdf
QA-tableau.pdf
QA-portfolio.doc
QA-portfolioAS.doc
QA-rundgang.pdf
QA-unterricht.pdf
QA-kurzprofil.pdf
QA-bewertung.pdf |
Es bleibt abzuwarten, wie sich die
Qualitätsanalyse auswirkt. Die Schulinspektionen haben erst vor
einem Jahr
begonnen
und es stehen noch nicht genügend Qualitätsprüferinnen und
Qualitätsprüfer zur Verfügung. Allerdings wurden schon mehr als 1000
Schulen überprüft.
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Kritische Punkte, Fallstricke und Tücken bei
der Qualitätsanalyse:
im Normalfall werden alle Schulen ein
realistisches Bild von ihrer Schule gewinnen, wenn die
Schulinspektion durchgeführt wird. Die Qualitätsprüferinnen und
Qualitätsprüfer treten wohlwollend auf, nehmen freudig ein
umfangreiches Portfolio mit dem Schulprogramm, vielen Konzepten und
Unterlagen entgegen, mit dem die Schule dokumentieren kann, was sie
alles Tolles veranstaltet. Hiervon wird nur wenig überprüft, sondern
man glaubt den (geduldigen) Papieren , sofern sie plausibel sind.
Natürlich kann die Realisation aller wohlklingender Konzepte in den
Interviews mit Eltern und Schülern zur Sprache kommen, aber dafür
bleibt bei den dreitägigen Besuchen nur wenig Zeit und Gelegenheit,
zumal der 1. Tag lediglich der Vorstellung des Qualitätsteams
dient und den Kollegien die Angst vor der Überprüfung nehmen soll.
Geschickt vom Ministerium ist auch der Schachzug, dass die Zahl der
Abschlüsse, Wiederholer und Abgänger nicht bewertet wird (QB 1.1).
Begründet wird das mit dem fehlenden landesweiten Vergleich,
obwohl der doch relativ einfach sein dürfte, da alle Schulen diese
Zahlen jährlich mit der Statistik abliefern müssen. Mit der gleichen
Begründung wird auch auf die Bewertung der Zentralen Prüfungen
am Ende der Klasse 10 verzichtet (QB 1.2). Eigentlich ist das
seltsam, denn die Abschlussquoten und die Ergebnisse der Zentralen
Prüfungen und Lernstandserhebungen sollen doch dazu dienen den
Schulen aufzuzeigen, wie sie im Vergleich mit Schulen der gleichen
Schulform und des gleichen Standorttyps leistungsmäßig gelagert
sind. Ebenfalls ausgeklammert werden die Arbeitsbedingungen (QB
4.5), was mir unverständlich ist. Hier heißt es im Qualitätsbericht
nur lapidar: " Eine Bewertung des Aspektes wird zur Zeit nicht
vorgenommen." Der Grund kann eigentlich nur darin liegen, dass die
Mängel in der Arbeitssicherheit und im Gesundheitsschutz vom
Schulträger verantwortet werden und man keinen Krach mit den
Schulträgern haben will. Oder auch, dass man partout nicht
eingestehen will, dass viele Lehrerarbeitsplätze durchaus
gesundheitsschädlich sind und die Schulinspektion dies ans
Tageslicht bringen würde.
Bei den Unterrichtsbesuchen (QB2) geht es
allerdings an Eingemachte. Hier müssen die Lehrerinnen und Lehrer
zeigen, was in ihnen steckt und wie gut sie die Kriterien für einen
guten Unterricht von Hilbert Meyer internalisiert haben, denn danach
wird ihr Unterricht bewertet.
im Gegensatz zu Unterrichtsbesuchen bei Lehramtsanwärterinnen und
Lehramtsanwärtern und dienstlichen Beurteilungen werden nicht
komplette Unterrichtsstunden besucht, sondern nur 20-minütige
Sequenzen. Wer also eine Doppelstunde geplant hat, kann trotz eines
guten Konzeptes hereinfallen, wenn die Qualitätsprüfer
in einer Phase des Unterrichts erscheinen, in der gerade nichts los
ist oder die nicht gut läuft. Pech! Es sind also von Seiten der
Schulleitung wie auch der Kolleginnen und Kollegen einige
Vorüberlegungen nötig, wenn eine hohe Bewertung erreicht werden
soll:
- Die ansprechenden Gestaltung des
Unterrichtsraumes und der Lernumgebung ist selbstverständlich.
Man sollte darauf achten, dass der Unterricht ohne
Lernzeitverlust beginnt und eine angenehme Lernatmosphäre
herstellen.
- Unterricht sollte grundsätzlich so
organisiert werden, dass er den Qualitätsansprüchen von Hilbert
Meyer entspricht und dass in dem 20-minütigen Besuchszeitraum
die Erfüllung der Kriterien 2.3 bis 2.6 beobachtbar ist:
- Die erste Phase des Unterrichts muss eine motivierende
und eindeutige Problemstellung
enthalten, die zum Nachdenken, Probieren, Experimentieren, Erkunden oder
Entdecken
anregt.
- Daraus müssen sich Lösungsvorschläge der Schüler entwickeln,
wobei unterschiedliche
Ansätze und Lösungsstrategien aufgenommen werden sollten.
- Anschließend muss die Lehrkraft dafür sorgen, dass sich daraus
klare Aufgabenstellungen
ergeben, die einfach und verständlich sind und vom Schwierigkeitsgrad her
von der Klasse
selbstständig bewältigt werden können.
- In der Lösungsphase sollten Schülerinnen und Schüler allein
(besser aber zu zweit oder in
Gruppen) an der Lösungsfindung arbeiten, wobei auch die unterschiedlichen
Vorschläge und
Lösungswege verfolgt werden sollten. Da die Binnendifferenzierung
überprüft wird, sollten
individuelle Hilfen bereit stehen, um Lernschwachen die Lösung zu
erleichtern und
Lernstarken weitere Anreize zu geben.
- Für die Überprüfung der gefundenen Lösungen sollten
Kontrollmechanismen zur
Überprüfung der Richtigkeit der Lösung und des Gelernten zur Verfügung
stehen
(Selbstkontrolle, gegenseitige Korrektur, Testblätter o.ä).
- Die Lösungen sollten in geeigneter Weise (verbal, medial oder
schriftlich) präsentiert werden.
- Danach sollte man die Sicherung der Lernergebnisse und den
Transfer des Gelernten nicht
vergessen!
- Kolleginnen und Kollegen sollten sich bei
der Vorbereitung der Unterrichtsstunden für die Qualitätsanalyse
gegenseitig helfen. Woher sollte z.B. ein Seiteneinsteiger
diese Kriterien kennen, wenn er erst seit kurzem im Einsatz ist,
an diesem Tag aber besucht wird?
- Lehrkräfte, die die fachfremd unterrichten
und sich haben "breitschlagen lassen", das Fach notgedrungen zu
unterrichten, sind besonders gefährdet. Sie kennen häufig nicht
die fachlichen Kriterien, die z.B. im naturwissenschaftlichen
oder technischen Unterricht angelegt werden oder haben einfach
die Klasse nicht so routiniert im Griff wie in ihren studierten
Fächern. Wenn dann eine 20-minütige Stippvisite erscheint,
können sie ganz schön unsicher werden.
- Lehramtsanwärterinnen und
Lehramtsanwärter, die an diesem Tag im Rahmen des normalen
Stundenplans eigenverantwortlichen Unterricht erteilen, sollten
die Stunden mit der Fachleiterin oder dem Fachleiter besprechen
- oder noch besser: sie an diesem Tag dazu einladen.
- Kolleginnen und Kollegen, die an diesem
Tag eine Vertretungsstunde in einer fremden Klasse erteilen
müssen und dann von den Qualitätsprüferinnen oder
Qualitätsprüfern besucht werden, haben es besonders schwer. Für
solche Fälle muss jeder gut vorbereitete Vertretungsstunden in
Reserve haben, die jederzeit gehalten werden können. Zur Not
helfen dazu Filme, Videos, Unterrichtsgänge, Tests,
Denksportaufgaben, Kreativitätstraining, motivierende Spots aus
dem Fernsehen oder Internet, Detektivgeschichten,
Brandschutzübung, Entwurf eines Graffitis für den Schulhof
u.v.a.m.
- Es kann passieren, dass am Tage der
Schulinspektion schwierige Klassen unversorgt sind und dort der
Unterricht vertreten werden muss. In solchen Fällen muss auch
einmal die Schulleitung helfend einspringen und die
Vertretungsstunde übernehmen, um den Kolleginnen und Kollegen
drohende Misserfolge zu ersparen. Durch den Autoritätsbonus hat
es die Schulleitung grundsätzlich leichter - und da die
Schulleitung bei der Schulinspektion nicht im Unterricht besucht
werden soll, wird dann das Qualitätsprüferteam auch davon
Abstand nehmen. So sind beide gerettet.
Sie sehen, es gibt genügend Punkte, die
problematisch sind. Guter Unterricht ist wie Essen im Restaurant: Es
gibt erstklassige Gerichte und Lieblingsspeisen, von denen man nicht
genug haben kann. Geniale Köche können aus den Zutaten hochwertige
Gerichte zaubern, während Allerweltsköche gerade mal langweilige
Hausmannskost daraus fabrizieren. Das ist bei Lehrern nicht anders.
Deshalb müssen die Schulleitungen wenigstens die Grundlagen für
einen guten Unterricht vermitteln. Geben Sie Ihren Kolleginnen und
Kolleginnen also die richtigen Rezepte an die Hand! |
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Hier meine
Empfehlung für alle Schulleitungen: |
Keine
Angst vor Schulinspektionen!
Die Ankündigung der Schulinspektion verursacht
zunächst einmal einen Schock bei den betroffenen Schulleitungen.
Wenn sie nämlich 3 Monate vor der geplanten Besichtigung eine
Aufforderung zur Zusammenstellung des Schulportfolios erhalten und
lesen, was sie alles bereitstellen sollen, bekommen sie einen
gehörigen Schreck und oft ein schlechtes Gewissen, weil immer einige
Dokumentationen oder Beschlüsse fehlen, die darin gefordert werden.
Der eine Schulleiter hat z.B. niemals die Abrechnung über den
Schuletat der Schulkonferenz vorgelegt, während eine andere
Schulleiterin noch gar keine Gefährdungsbeurteilung ihrer
Lehrerarbeitsplätze vorgenommen hat.
Das schlechte Gewissen kommt einfach daher, dass es einschlägige
Gesetzesvorschriften gibt und man damit eindeutig klare Dienstvorschriften
verletzt hat. Kein Wunder - denn bei dem täglichen Schulstress haben
die Schulleiterin oder der Schulleiter vor Ort vielleicht ganz
andere Problem zu lösen, die wesentlich und vordringlicher sind.
Außerdem sind Schulleitungen geneigt, die pädagogischen Aufgaben als
vorrangig einzustufen, während administrative Aufgaben in ihren
Augen erst einmal warten können und hinterher vergessen werden.
Manche Dinge sind vielleicht auch unangenehm und werden auf die
lange Bank geschoben. Typisch dafür sind die verpflichtenden
Dokumentationen nach dem Arbeitsschutzgesetz, die seit dem 21.8.1997
in allen Schulen vorliegen müssen, manchmal aber bis heute (nach
fast 13 Jahren!) noch nicht ernst genommen werden. Dann ist
plötzlich Holland in Not, wenn im Schulportfolio danach
gefragt wird.
Das muss nicht sein, denn das Ministerium hat seit der Verordnung
zur Qualitätsanalyse im April 2007 inzwischen gute Handreichungen
herausgegeben, mit denen die Instrumente der Qualitätsanalyse
transparent gemacht werden. Es sind im Grunde vier Bereiche, auf die
sich die Qualitätsanalyse stützt:
- Schulportfolio,
- Schulrundgang,
- Interviews,
- Unterrichtsbeobachtungen.
1. Das Schulportfolio
Etwa ein Vierteljahr vor der geplanten Schulinspektion erhält die
Schulleitung ein Schreiben des zuständigen Dezernates Q4 mit der
Aufforderung, die erforderliche Datensammlung für den Schulbesuch
zusammenzustellen und diese 6 Wochen vorher einzureichen. Dieses
22-seitige Anschreiben finden Sie im Downloadbereich unter dem
Namen QA-portfolio.doc.
Es enthält zunächst einmal die statistischen Daten der Schule mit
den Schülerzahlen, erreichten Abschlüssen und den Angaben über das
Lehrpersonal. Damit verbunden ist eine Aufstellung über die
Unterrichtsversorgung.
Im Grunde genommen sind diese Daten alle im Stundenplan und der
letzten Statistik vorhanden, die im Herbst eines jeden Schuljahres
abgeliefert werden muss. Ergänzend werden in einigen Teilbereichen
die Daten des letzten und vorletzten Schuljahres abgefragt. Die
Zusammenstellung sollte also keine Problem bereiten (Eigentlich ist
diese Abfrage ein Armutszeugnis für das Ministerium, denn sie sind
ja alle im Landesamt für Datenschutz vorhanden, werden der
Schulaufsicht zugeschickt und diese könnte den Schulleitungen diese
Arbeit ersparen.). Andere Zahlen als die bereits in der Statistik
enthaltenen sollte man im Übrigen nicht angeben, denn das würde nur
Nachfragen bzgl. der Abweichungen nach sich ziehen. Wer
clever ist, lädt sich dieses Schulportfolio herunter und füllt schon
einmal alle vorhandenen Daten aus, weil diese Aufgabe dann nicht nur
schon erledigt ist, sondern weil es überhaupt sinnvoll ist, diese
Datenzusammenstellung immer zur Hand zur haben. Sie ist vorteilhaft
in Gesprächen mit Politikern, der Schulpflegschaft, der
Schulverwaltung oder der Schulaufsicht.
Neben den Schulentwicklungsdaten ist eine Zusammenstellung
über den Schulstandort mit seiner Einbettung in die Gemeinde, dem
sozialen Gefüge und dem Raumangebot gefordert. Dabei wird eine
Qualitätseinschätzung erwartet, die von sehr gut bis unzureichend
reicht. Diese Listen sollte man in Zusammenarbeit mit dem
Schulträger ausfüllen, denn die Vorstellungen über zweckmäßige oder
gut ausgestattete Räume gehen bei Lehrern und
Schulverwaltungsbeamten doch oft auseinander. Außerdem könnte es
ganz gut sein, dass man noch eine Finanzspritze erhält, die den
einen oder anderen aufgezeigten Mangel noch vor der Schulinspektion
auszugleichen hilft - denn welcher Schulträger will sich schon
vorwerfen lassen, dass er diese Schule vernachlässigt?
2. Der Schulrundgang
Hilfreich bei dieser Begehung mit dem Hausmeister und einem
Vertreter des Schulträgers ist der Leitfaden für den Schulrundgang,
den Sie im Downloadbereich unter dem Namen
QA-rundgang.pdf finden.
Normalerweise macht man ja einen solchen Rundgang einmal im Halbjahr
zusammen mit den Sicherheitsbeauftragten und fertigt danach
einen Mängelbericht, der anschließend an den Schulträger geschickt
wird. Ist das nicht geschehen, so sollte man das jetzt nachholen.
Meist fallen dann nämlich neue Graffitis ins Auge und man schaut mal
wieder in bestimmte Ecken, Fach- und Lehrmittelräume, die man lange
nicht gesehen hat. Natürlich könnte man das auch an die Sicherheits-
oder Gefahrstoffbeauftragten delegieren, aber im Sinne von
"Selbst ist der Mann - oder die Frau" ist es doch besser, sich
selbst von allem zu überzeugen. Es kann durchaus sein, dass man
jetzt in Panik gerät, wenn man den Zustand der Toiletten,
Außenanlagen und Lehrmittelräume sieht, aber man sollte Ruhe
bewahren und mit dem Hausmeister und den verantwortlichen
Lehrkräften Lösungsmöglichkeiten besprechen. Alles auf einmal kann
man nicht erledigen; so gilt es, eine Prioritätenliste zu erstellen
und zu überlegen, was realistischerweise bis zum Zeitpunkt der
Schulinspektion zu ändern ist. Der Leitfaden ist dabei eine gute
Hilfe. Tun muss man aber etwas, denn der äußere Eindruck vom
Schulgelände spiegelt nun mal in gewisser Weise den
Erziehungskonsens wider, der in der Schule und im Kollegium
bezüglich des Verhaltens auf dem Schulgelände herrscht - es ist ein
Teil der Schulkultur.
Zum äußeren Eindruck gehört auch die Präsentation von
Schülerarbeiten, Wettbewerben und Projekten. Viele Pokale, schöne
Modelle und interessante Apparaturen verstauben oft in irgendwelchen
Räumen oder Schränken der Verwaltung, statt sichtbar für die
Schülerinnen und Schüler zu glänzen und stolz deren Leistung auch
anderen zu zeigen. Die Präsentation von Unterrichtsergebnissen ist
nicht nur ein wesentliches Merkmal guten Unterrichts, sondern auch
ein wichtiges Element für das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und
Schüler und ihre Identifikation mit der eigenen Schule. Auch Eltern
freuen sich bei jedem Elternsprechtag und jedem Schulfest darüber.
Bei diesen Überlegungen werden sicherlich auch interessante
Gestaltungsmöglichkeiten offenbar, die zukünftig ins Auge gefasst
werden können. Oft liegen auch Ferien dazwischen, in denen die
Putzkolonne, die sonst die Grundreinigung durchführt, sich
speziellen Problemen zuwenden kann. Das könnte aber auch der
Hausmeister in dieser Zeit erledigen, man muss ihm halt nur den
klaren Auftrag erteilen.
Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Einhaltung des
Arbeitsschutzes und des Gesundheitsschutzes legen, denn die
Qualitätsprüfer werden bei der Schulbesichtigung darauf achten. Sie
werden mit Sicherheit in jeden Verbandskasten schauen, sich die
hygienischen Bedingungen in der Küche ansehen oder nachschauen, wie
der Hausmeister seine Lebensmittel lagert, die er in den Pausen
verkauft.
3. Konzepte
Man darf keinen Schreck bekommen, wenn man die lange Liste von
besonderen Konzepten sieht, die für alle möglichen Aufgaben in der
Schule vorhanden sein sollen. Vielleicht sind sie tatsächlich
bereits alle
vorhanden, aber nicht speziell formuliert. Oder aber sie werden
still und ohne viel Aufhebens realisiert, weil sie einfach zum
selbstverständlichen Erziehungskonsens gehören, der in der Schule
seit Jahren realisiert wird. Hier sollte man sein Licht und seine
Stärken nicht unter den Scheffel stellen und das auch dokumentieren.
Man muss aber nicht alles machen und auch jetzt nicht plötzlich
eigens für die Schulinspektion in hektische Konzeptentwicklung
verfallen, sondern die wesentlichen Konzepte darstellen und ihren
Erfolg beschreiben. Ausführliche Schulprogramme besitzen inzwischen
alle Schulen und in diesen sind auch alle möglichen Konzepte
enthalten.
Wahrscheinlich gibt es in jeder Schule schon Konferenzbeschlüsse aus
uralter Zeit, wie der Hofdienst oder das Papieraufsammeln nach der
Pause zu erfolgen hat, wer die Grünanlagen betreut oder wie man
verfährt, wenn bei Glatteis nur die Hälfte der Schüler anwesend ist.
Es lohnt sich allemal, alte Konferenzprotokolle zu durchforsten und
mit Erstaunen interessante Konferenzbeschlüsse aus früherer Zeit zu
entdecken, an die heutzutage keiner mehr denkt. Eine Aufstellung
aller jemals gefassten Konferenzbeschlüsse ist im Übrigen gar nicht
schlecht, zumal man so für neue Kolleginnen und Kollegen sogleich
eine Unterlage hat.
In dem Portfolio wird auch verlangt, Evaluationen durchzuführen und
das Feedback der Schüler, Eltern und außerschulischen Institutionen
einzuholen. Oft wurde das auch sicher gemacht, aber unzureichend
dokumentiert. Das sollte man unbedingt nachholen, denn oft haben
einzelne Kolleginnen und Kollegen beachtliche Erfolge bei bestimmten
Projekten erzielt, die aber zu wenig in der Öffentlichkeit
präsentiert wurden. Diese sollten noch einmal angesprochen werden,
um mit den vorhandenen Fotos, Zeitungsausschnitten oder Berichten
von beteiligten Personen eine Dokumentation zu verfassen, die als
erfolgreiche Bilanz vorgelegt werden kann. Das hilft auch bei
Konferenzen oder anderen Gelegenheiten, die gute pädagogische Arbeit
von Kolleginnen und Kollegen zu würdigen und ihnen auch damit das
notwendige positive Feedback zukommen zu lassen, das als Motivation
für ihr weiteres Engagement erforderlich ist. Das wird oft
viel zu wenig bedacht; vielleicht ist jetzt bei der Ankündigung der
Schulinspektion Gelegenheit dazu.
Bei manchen Konzepten ist Vorsicht geboten, wenn an der Schule
Konsens über bestimmte Verfahrensweisen besteht, die aber nicht ganz
legal sind oder sogar gegen bestehende Verwaltungsvorschriften
verstoßen. Das kann u.a. durchaus der Fall sein etwa bei der
Verteilung der Reisekostenmittel, dem Stundenplan mit nicht
vorschriftsmäßiger Stundentafel oder Ermäßigungsstunden, dem
Vertretungskonzept oder der Abrechnung von Mehrarbeit. Zu den
letzteren Punkten empfiehlt es sich, mit dem Kollegium die
entsprechenden Verfahren in der Konferenz zu beschließen und den
Unterschied zwischen dem vorgeschriebenen und dem gehandhabten
Verfahren deutlich zu machen. Oder man beantragt auf dieser Basis
die Führung eins Arbeitszeitkontos, das man sich bei der
Schulaufsicht genehmigen lässt. 4. Anhang
zum Schulportfolio
Ein wichtiges Anhängsel zum Schulportfolio ist die Selbstauskunft,
die die Schulleitung über ihre bisherigen Maßnahmen zu den
Arbeitsbedingungen und zum Gesundheitsmanagement getroffen hat. Dazu
gibt es eine 7-seitige Aufstellung in Form einer Checkliste, die
unter dem Namen QA-portfolioAS.doc
im Downloadbereich zu finden ist. Sie muss ausgefüllt werden, um
nachzuweisen, dass die Schulleitung ihre Aufgaben nach dem
Arbeitsschutzgesetz sachgerecht erledigt. Hier kann man nur raten,
alle einzelnen Punkte sorgfältig durchzugehen und dafür zu sorgen,
dass die dort angegebenen Pflichten auch gewissenhaft erfüllt
werden, denn im Falle eines Unfalls, Brandes oder Amoklaufs werden
Kleinigkeiten wie fehlende Hinweise auf Fluchtwege oder nicht
vorhandene Betriebsanweisungen plötzlich sehr wichtig und können
unangenehme dienstliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Die Schulleitung tut gut daran, sich für die Erledigung der
Arbeitsschutzaufgaben einen eigenen Ordner anzulegen, in dem alle
Maßnahmen dokumentiert sind und auch die regelmäßige Überprüfung der
Aufgabenwahrnehmung durch die entsprechenden Fachkräfte festgehalten
werden. Das gilt auch für die Vereinbarungen zwischen der
Schulleitung und dem Schulträger. Für die vorgeschriebenen
Belehrungen und Unterweisungen eignet sich die halbjährliche
Brandschutzübung mit anschließender Konferenz.
Ein ernstzunehmender Hinweis:
Während meiner Schulleitertätigkeit habe ich mir auch vorwerfen
lassen müssen, dass ich die Gesundheitsschutzmaßnahmen nicht so
bedeutsam angesehen hätte, wie es eigentlich hätte sein müssen.
Aber wer kontrolliert schon regelmäßig den Zustand der Sanitärräume,
schaut nach, ob keine Schimmelpilze hinter den Schränken im
Keller vorhanden sind, prüft den Verbandskasten in der Turnhalle
oder kontrolliert, ob Benzin, Spiritus oder Umdruckflüssigkeit
nicht zusammen mit brennbaren Stoffen gelagert werden?
Ein Schlüsselerlebnis war für mich eine Brandschutzübung, bei
der ein Mitarbeiter der Unfallkasse mir folgenden Satz sagte:
"Die Eltern haben ihre Kinder morgens zu Ihnen gesund in die
Schule geschickt und können von Ihnen erwarten, dass sie am
Nachmittag auch wohlbehalten nach Hause zurückkommen. Das liegt
in Ihrer Verantwortung. Gesundheit ist das höchste Gut - deshalb
sind Gesundheit und Sicherheit allemal wichtiger als Lernen."
Da ich bis dato immer das Lernen als die wichtigste Aufgabe der
Schule angesehen hatte, machte es mich sehr nachdenklich - aber
aus der Sichtweise der Eltern ist das völlig korrekt und
verständlich. Überträgt
man diese Sichtweise auch auf die Lehrkräfte, so
gehört zu einem guten Gesundheitsmanagement der Schulleitung
auch die Fürsorge für die Kolleginnen und Kollegen. Auch sie kommen morgens
gesund und fröhlich in die Schule, da darf es nicht vorkommen,
dass sie nachmittags ausgepowert und völlig fertig nach Hause
kommen. Wenn das der Fall ist, war die Fürsorge der Schulleitung
für Kolleginnen und Kollegen , die aufgrund von beruflicher oder
privater Überbeanspruchung psychosozial belastet sind, nicht
ausreichend. Aber auch die gehört zu den Aufgaben der
Schulleitung. Hier sollte man als Schulleiterin oder Schulleiter
Gewissenserforschung betreiben, ob man diesen Punkt auch
genügend berücksichtigt hat.
Mehr dazu finden Sie auf meinen Webseiten
Arbeitsschutz und
Gesundheitsmanagement. 5. Die Unterrichtsbeobachtung
Das Kernstück der Qualitätsanalyse ist natürlich die
Unterrichtsbeobachtung, die bei mindestens der Hälfte der Lehrkräfte
in Form von 20-minütigen Unterrichtsbesuchen erfolgt. Dafür werden
die Unterrichtsbeobachtungsbogen eingesetzt, die auf den 10
Merkmalen für guten Unterricht von Hilbert Meyer beruhen. Diese
Bögen sind inzwischen allgemein anerkannt und werden auch in anderen
Bundesländern eingesetzt. Falls Sie sie an Ihrer Schule noch nicht
verwenden, sollten Sie dies unbedingt in einer Konferenz oder
schulinternen Fortbildung zum Thema machen. Wenn Kolleginnen und
Kollegen sich nämlich gegenseitig im Unterricht besuchen und
die Gestaltung des Unterrichtsgeschehens und den Lernerfolg damit
dokumentieren, ist viel gewonnen und sie befinden sich auf dem
besten Weg
der Professionalisierung.
Unabhängig von der Schulinspektion ist es in jedem Fall vorteilhaft,
denn auf diese Weise wird ein sachliches Feedback erreicht und es
wird eine Grundlage für ein kollegiales Gespräch geschaffen, das
sich an realen Beobachtungen orientiert.
Lehrerinnen und Lehrer, die aus irgendwelchen Gründen die
Unterrichtsmitschau und Dokumentation von Kolleginnen und
Kollegen scheuen, weil sie selbst große Hemmungen haben, können die
Bögen zunächst selbst für sich einsetzen und als eigene
"Gewissenserforschung" nach dem Unterricht benutzen. Dazu werden
lediglich die Gesichtspunkte des Bogens in Fragen umgewandelt. Ein
Bespiel zur Differenzierung (Punkt 2.4.3 des
Unterrichtsbeobachtungsbogens) mag das verdeutlichen:
|
2.4.3 Der Unterricht berücksichtigt die
individuellen Lernwege der einzelnen Schülerinnen und
Schüler. |
|
Formulierung auf dem Beobachtungsbogen |
Formulierung als Gewissenserforschung |
|
a) Die Lehrkraft ermöglicht individuelle
Lernzugänge bezüglich Umfang und Zeit bei der
Aufgabenlösung. |
Habe ich den schwachen Schüler/innen
wirklich mehr Zeit für die Lösung gelassen oder
einen anderen Lernzugang zugelassen? |
|
b) Einzelne Schüler/innen bzw. Gruppen
bearbeiten Aufgaben, die niveaudifferent angelegt sind. |
Habe ich einzelnen Schüler/innen
tatsächlich unterschiedliche Aufgaben gestellt, die sie nach ihrem
Leistungsvermögen lösen können? |
|
c) Die Schüler/innen werden bei der
individuellen Reflexion ihres Lernstandes angeleitet
(z.B. Lerntagebuch, Portfolio, Selbsttest). |
Habe ich den Schüler/innen wirklich
gezeigt, wie sie ihren derzeitigen Leistungsstand selbst
kontrollieren können? |
Da gerade die Differenzierung ein großes Problem
ist, ist solch ein Verfahren eine gute Möglichkeit, erst einmal
selbst einzelne Gesichtspunkte zu überprüfen. Es ist natürlich nicht
damit getan, die Schwächen zu erkennen, sondern man muss dann
gezielt an diesem Problem arbeiten und konsequent versuchen, in den
Unterrichtsstunden entsprechende Hilfen für schwächere Schüler/innen
einzubauen. Nach kurzer Zeit wird man das automatisch machen.
Anschließend wird das
Augenmerk auf weitere Punkte gelegt und so die eigene
Unterrichtsqualität nach und nach verbessert.
Entscheidend ist, dass Kolleginnen und Kollegen keine Angst mehr vor
einem Unterrichtsbesuch haben, sondern sich Beobachtern gegenüber
öffnen und ein Feedback annehmen. Dann ist auch die Anwesenheit von
fremden Personen, Eltern, Schulaufsicht oder Qualitätsprüfern kein
Problem mehr.
Das müsste im Prinzip bei allen erreicht werden. Andererseits ist
das natürlich auch Aufgabe der Schulleitung, denn nach den
Beurteilungsrichtlinien ist sie ja verpflichtet, sich in gewissen
Abständen ein Bild vom Leistungsstand der Klassen bzw. der
Lehrkräfte zu machen. Das bedeutet, dass in einer guten Schulleitung
regelmäßige Unterrichtsbesuche an der Tagesordnung sind - und nicht
nur unmittelbar vor irgendwelchen Revisionen. Zu diesem Zweck können
die Unterrichtsbögen hervorragend eingesetzt werden und und sorgen
damit gleichzeitig für Transparenz der Beurteilungskriterien sowie
eine sachbezogene Gesprächsgrundlage. 6.
Die Lernumgebung
Außer einem guten Unterricht ist aber auch eine motivierende Lernumgebung nicht zu
verachten. Bei meinen Unterrichtsbesuchen habe ich immer wieder
beobachtet, dass die Klassenräume sehr schön ausgestaltet waren und
an den Wänden attraktive Präsentationen von Schülerinnen und
Schülern bewundert werden konnten. Das ist auch wichtig, weil es
irgendwie auch die "Klassenkultur" widerspiegelt.
Selten war das aber in Fachräumen der Fall. Im Chemieraum hing
vielleicht noch eine Periodentafel und im Werkraum eine Liste mit
Unfallverhütungsvorschriften. Dabei gibt es eine Menge von
kostenlosen Plakaten der Unfallkassen, Modellzeichnungen von Firmen
und Schaubilder von Geräten, die als Wandkarten ihr Dasein in
dunklen Lernmittelräumen fristen. Sie wären eine echte Bereicherung
für viele triste Wände in den Fachräumen. Wie oft habe ich schon
erlebt, dass Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts
träumten oder mal etwas anderes sehen wollten als das Gesicht des
Lehrers. Da verhelfen solche zusätzlichen Anschauungsmittel immer zu
einem zusätzlichen Lerneffekt - vor allem, wenn die Bilder von Zeit
zu Zeit ausgewechselt werden.
Vielleicht lohnt es sich auch, die Lehrmittelräume nach Modellen und
Schülerarbeiten zu durchforsten, um langweilige Gänge und
Pausenhallen wohnlicher zu gestalten. Jedenfalls sollten Fachlehrer
animiert werden, auch für die Ausgestaltung der Fachräume als
motivierende Lernumgebung zu sorgen. Material und Möglichkeiten gibt
es genug. Man könnte ja auch einmal die Schülerinnen und Schüler
fragen, was sie besonders interessant fänden.
7. Interviews
Bei der Durchführung der Qualitätsanalyse werden vom
Qualitätsprüferteam Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern,
Eltern, Lehrkräften, sonstigem Personal der Schule und anderen
beteiligten Personen geführt, die an diesen Tagen anwesend sind.
Diese Interviews werden leitfadengestützt geführt.
Das bedeutet, dass im Normalfall besonders der Hausmeister und das
Sekretariat befragt werden, welches Arbeitsklima in der Schule
herrscht. Die wissen oft besser darüber Bescheid und bekommen Dinge
zu hören, die sich total anders anhören als das, was Schulleitung
und Kollegium mitbekommen. Deshalb werden in den Interviews
vorrangig folgende Punkte angesprochen:
- Arbeitsklima:
Wie ist das Arbeitsklima zwischen Schulleitung und Sekretariat
bzw. Hausmeister? Besteht ein kollegiales Vertrauensverhältnis?
Werden Informationen frühzeitig weitergegeben? Gibt es
regelmäßige Besprechungen oder einen Gedankenaustausch? Wie ist
das Verhältnis zwischen Hausmeister und Sekretariat? Wie geht
die Schulleitung mit Beschwerden um? Kümmert sich die
Schulleitung um Vorschläge des Hausmeisters oder des
Sekretariats? Wie werden sie umgesetzt? Wie sieht es mit der
Vorbereitung von Veranstaltungen aus? Werden dazu Vorgespräche
geführt und Meinungen erbeten? Sind Hausmeister und Sekretariat
zu Kollegiumsveranstaltungen eingeladen?
Welche Wertschätzung genießen Hausmeister und Sekretariat?
Werden Sie von der Schulleitung und von den Lehrerinnen und
Lehren geachtet? Sind Schülerinnen und Schüler höflich zu ihnen?
Gibt es viele Prügeleien in den Klassen oder auf dem Schulhof?
Sonstige Auffälligkeiten, die das Schülerklientel betreffen? Wie
gehen Schulleitung und Kollegium mit den Schülerinnen und
Schülern um? Nehmen sie sie ernst? Kümmern sie sich um sie (z.B.
bei Streitigkeiten und Problemen)?
- Arbeitsplatz:
Wie schmutzig sind die Klassenräume? Werden diese von den
Schülerinnen und Schülern besenrein verlassen? Wer kümmert sich
darum, wenn es nicht klappt?
Wie sieht es mit der Sauberkeit auf dem Schulhof aus? Achten die
Lehrerinnen und Lehrer darauf, dass nichts herumliegt oder
weggeworfen wird? Ist immer eine Aufsicht da?
Sind Sie als Hausmeister oder Sekretärin mit Ihrem Arbeitsplatz
zufrieden? Wie sieht die Ausstattung aus? Wie werden Ihre
Wünsche berücksichtigt?
Arbeiten Sie im Sekretariat mit einem Schulverwaltungsprogramm
(z.B. SchILD)? Sind Sie damit zufrieden? Wie beurteilen Sie Ihre
Arbeitsbelastung und Ihre Arbeitszeiten?
- Bewertung:
Wenn Sie als Hausmeister bzw. Sekretärin die Gesamtsituation an
der Schule und an Ihrem Arbeitsplatz sehen - wie würden Sie
diese dann bewerten: Sind Sie sehr zufrieden / zufrieden /
weniger zufrieden?
Wenn Sie außerschulische Partner haben, die sehr gut mit
der Schule zusammenarbeiten, so sollten diese das auch den
Qualitätsprüfern gegenüber ausdrücken. Laden Sie sie also dazu ein. 8. Resümee für die Schulleitung
Warten Sie also gar nicht erst die Ankündigung der Schulinspektion
ab, sondern beginnen Sie jetzt sofort mit der eigenen
Qualitätsanalyse nach dem Qualitätstableau. Mit den vorhandenen
Unterlagen werden Sie schnell die Stärken und Schwächen Ihrer Schule
herausfinden . Für die Stärken loben Sie zunächst einmal die
verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen und gestehen Ihnen, dass
Sie das bisher zu wenig getan haben, weil Sie manches als
selbstverständlich angesehen hätten, nun aber erkannt hätten, wie
viel Arbeit und Engagement dahinterstecke.
Danach nehmen Sie sich einen kleinen Bereich vor, den es zu
verbessern gilt und den Sie für wichtig erachten. Damit fangen Sie
an und Sie werden merken: Es wird immer besser. Und sie wird noch
besser - Ihre gute Schule! |
Weitere Hinweise:
Letzte Aktualisierung dieser Seite am
25.06.10
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