PISA und IGLU
Jedesmal geht ein Aufschrei durch die Presse, wenn die neuen
PISA- Ergebnisse bekannt werden: Die deutschen Schüler
schneiden regelmäßig unterdurchschnittlich ab. PISA steht für Programme
for International Student Assessment und ist ein
Forschungsprogramm zum internationalen Vergleich von Schülerleistungen am
Ende der obligatorischen Schulzeit, also mit 15 Jahren bzw. in der 9.
Jahrgangsklasse.
Das Programm wurde von der OECD ausgeschrieben und es
beteiligen sich weltweit 32 Länder an dieser Studie. Um Veränderungen zu
analysieren, aber auch um verschiedene Schwerpunktsetzungen zu
realisieren, finden drei Erhebungsrunden statt: Im Jahre 2000, 2003 und
2006. Ein vom Institut für Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel
angeführtes Konsortium hatte von der Kultusministerkonferenz den
Zuschlag für die Konzeption und das Management der zweiten Erhebungsrunde
im Jahr 2003 erhalten. Die Ergebnisse wurden im Dezember 2004
veröffentlicht. |
| Bei
den Erhebungen 2000 und 2003 sind das Leseverständnis,
mathematische und naturwissenschaftliche Fähigkeiten der Schülerinnen
und Schüler untersucht worden. Deutschland nimmt jeweils einen der hintersten Plätze
ein. |
PISA ist als längerfristige Unternehmung konzipiert,
bei der im Abstand von drei Jahren Datenerhebungen durchgeführt
werden. Die unten stehende Abbildung zeigt die zeitliche Abfolge und
die (geplanten) Schwerpunktsetzungen für PISA 2000 bis PISA 2015.
(Quelle:www.oecd.org/dataoecd/58/62/38390057.pdf)
Zusätzlich zu den internationalen Schwerpunkten
werden jeweils weitere Schwerpunktsetzungen vorgenommen.
- PISA 2000: Selbstgesteuertes Lernen
- PISA 2003: Problemlösen / fächerübergreifende
Kompetenzen
- PISA 2006: Normierung der Bildungsstandards
Mathematik
|
Die
PISA-2000-Ergebnisse auf einen Blick:
-
In
allen untersuchten Kompetenzbereichen (Lesekompetenz,
mathematische
Kompetenz, naturwissenschaftliche Kompetenz) liegen die mittleren
Ergebnisse für die 15-Jährigen in Deutschland deutlich unter dem
OECD-Durchschnitt. - Die Streuung der Leistungen ist in Deutschland
breiter als in den meisten OECD-Staaten, im Bereich Lesekompetenz
sogar am größten überhaupt.
-
Der
Anteil derjenigen, die nur das unterste, elementare Kompetenzniveau
erreichen oder sogar noch darunter bleiben, ist in Deutschland größer
als in vielen anderen OECD-Staaten. Dies betrifft insbesondere die
Lesekompetenz. Deutschland liegt hier auf dem fünftletzten Platz.
-
Im
oberen Leistungsbereich entsprechen die durchschnittlichen Leistungen
deutscher Schülerinnen und Schüler weitgehend denen in anderen
Staaten. Allerdings sind keine herausragenden Erfolge in der Förderung
von Spitzenleistungen nachweisbar.
-
Der
internationale Vergleich zeigt, dass die Sicherung eines insgesamt
hohen Leistungsniveaus und die Verringerung der Leistungsabstände
unter angemessener Förderung aller Leistungsgruppen miteinander
vereinbare Ziele sind.
-
Schwächen
zeigen sich in allen untersuchten Bereichen insbesondere bei Aufgaben,
die ein qualitatives Verständnis der Sachverhalte verlangen und nicht
im Rückgriff auf reproduzierbares Routinewissen gelöst werden können.
Die Anwendungsorientierung kommt hier insgesamt zu kurz.
-
In
Deutschland ist der Zusammenhang von sozialer Herkunft und
Kompetenz-Erwerb in allen drei untersuchten Bereichen statistisch
besonders eng. Im Bereich der Lesekompetenz ist er im Vergleich zu
allen anderen OECD-Staaten am
engsten.
-
Es
gibt hohe Überlappungen in der Leistungsverteilung zwischen den
einzelnen Schulformen.
-
Die
Verteilung der 15-Jährigen in Deutschland auf unterschiedliche
Jahrgangsstufen ist ungewöhnlich breit. Dabei ist im Verhältnis zu
den anderen Staaten die Zahl Schülerinnen und Schüler, die sich erst
auf der neunten Jahrgangsstufe befinden, sehr hoch. Ursachen hierfür
sind auch die intensiv genutzte Praxis der Zurückstellung vom
Schulbesuch der Grundschule und der Klassenwiederholung, von der die
meisten anderen OECD-Staaten nur zurückhaltenden Gebrauch machen.
-
Jugendliche
aus Familien mit Migrationshintergrund - insbesondere solchen
Familien, die als tägliche Umgangssprache eine andere Sprache als
Deutsch verwenden - bleiben im Durchschnitt deutlich unter den
Kompetenzniveaus, die 15-Jährige erreichen, deren Eltern beide in
Deutschland geboren wurden. Das gilt nicht nur für die Lesekompetenz,
sondern - teilweise verstärkt - auch für die anderen Lernbereiche.
Die Förderung von Schülerinnen und Schülern aus Familien
vergleichbarer Zuwanderungsgruppen gelingt in anderen Ländern
teilweise besser als in Deutschland.
-
Die
niedrigeren Leistungsergebnisse von Jugendlichen aus Migrationsfamilien
drücken sich auch in einer unterproportionalen Beteiligung an
Bildungsgängen aus, die zu höheren Schulabschlüssen führen. Die
entscheidende Hürde beim Obergang in diese Bildungsgänge ist dabei
das Fehlen einer ausreichenden Lesekompetenz.
-
Jungen
erzielen im Lesen schwächere Leistungen als Mädchen. Diese Differenz
ist größer als der Leistungsvorsprung der Jungen in der Mathematik.
Dieser Befund zeigt sich in fast allen an der Untersuchung beteiligten
Länder, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Die relative Schwäche
der Jungen im Lesen scheint vor allem darauf zurückzuführen zu sein,
dass sie weniger Interesse und Zeit für das Lesen aufbringen als Mädchen.
-
Computer
werden in deutschen Schulen deutlich seltener genutzt als in allen
anderen Industrienationen. Die deutschen Jugendlichen haben zwar ein
großes Interesse an Computern, aber vergleichsweise wenig
Erfahrungen. Ihre Erfahrungen konzentrieren sich noch stärker als in
anderen Ländern auf Computerspiele. Die Schulen - vor allem die
Gymnasien - nutzen ihre Chance zu wenig, geschlechtsspezifische
Interessen- und Erfahrungsunterschiede auszugleichen und Jugendliche
auch an moderne Arbeits- und Lernsoftware heranzuführen.
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PISA 2003: Die
Ergebnisse
PISA steht für „Programme for
International Student Assessment“. Für die nun veröffentlichte zweite
Auflage der Bildungsstudie testete die OECD im vergangenen Jahr 250.000
Schüler aus 41 Ländern. In Deutschland nahmen 216 Schulen mit insgesamt
4.660 Jugendlichen an dem internationalen Vergleich teil.
Im Zentrum stand diesmal die Frage, wie gut 15-Jährige auf die
Herausforderungen der Wissensgesellschaft vorbereitet sind. Die
Ergebnisse:
Lesekompetenz. Die deutschen Schüler konnten sich in
dieser Disziplin gegenüber der ersten PISA-Studie leicht um 7 Punkte auf
491 Zähler steigern. Damit liegen sie jedoch weiterhin unter dem
OECD-Durchschnitt des Jahres 2000 von 500 Punkten. Das beste
Leseverständnis legten die finnischen Jugendlichen an den Tag.
Mathematische Grundbildung. Hier schafften die Deutschen
503 Punkte – 13 mehr als noch vor vier Jahren. Japan, das den ersten
Mathematiktest gewann, musste seinen Spitzenplatz diesmal an Finnland
abtreten.
Naturwissenschaftliche Grundbildung. Auf diesem Feld
haben die Schüler hierzulande den größten Sprung nach vorne gemacht. Im
Vergleich zu PISA I legten sie um 15 Punkte zu und erreichten insgesamt
502 Zähler.
Lösung von Problemen. Zum ersten Mal wurde die Fähigkeit
getestet, fächerübergreifende Probleme zu lösen. Dabei schnitten die
deutschen Schüler mit 513 Punkten überdurchschnittlich ab.
(Text aus iwd Nr. 50/2004) |
Das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder veröffentlichte auf seiner
Webseite
www.bildungsportal.nrw.de auch die PISA-Ergebnisse und einen entsprechenden Kommentar dazu.
Diese werden positiv und als Leistungssteigerung dargestellt. In
Wirklichkeit hat sich aber nicht viel getan.Die geringe Leistungssteigerung der
deutschen Schülerinnen und Schüler ist nämlich mit Vorsicht zu genießen.
Sie kann durchaus statistische Gründe haben. In Wirklichkeit hat sich
nämlich nicht viel an der Verbesserung der Unterrichtssituation von 2000
bis zum Jahre 2003 getan.
Die neu eingeführten offenen Ganztagsschulen bringen für
PISA so viel wie gar nichts und die Lernstandserhebungen sind gerade erst angelaufen. Diese
werden auch weder echte Ergebnisse noch Leistungssteigerungen zeigen, weil ihre Auswertung und Kontrolle auch nicht
extern vorgenommen werden.
Zudem werden auch keine Mindeststandards verlangt, sondern es soll
lediglich der Durchschnitt eines Jahrgangs die geforderten Kenntnisse und
Fähigkeiten nachweisen. Das bedeutet aber, dass immer noch ein großer Teil
der Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs unterentwickelt bleibt. Und
das wird akzeptiert. Die PISA-Studie 2003 zeigt, dass 22% unserer
Schülerinnen und Schüler grundlegende Leseaufgaben nicht lösen konnten.
Wir sollten uns schämen, damit die Schüler ins Berufsleben zu entlassen!
Alle Welt spricht davon, dass die Lehrerinnen und Lehrer
besser geschult werden müssen, die Defizite bei ihren Schülerinnen und
Schülern zu diagnostizieren und sie zu beheben. Aber das Land streicht die
Fortbildungsmittel. |
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| Eine 32-seitige Zusammenfassung der
wichtigsten PISA-2003-Ergebnisse finden Sie im Downloadverzeichnis unter
pisa2003.pdf. Die Kurzfassung der OECD-Stellungnahme zu den
PISA-Ergebnissen (24Seiten) können Sie sich im Downloadbereich unter dem
Namen oecd-pisa.pdf herunterladen. |
Am 17. November 2006 wurden in Berlin im Rahmen einer
Fachtagung der Kultusministerkonferenz die Ergebnisse der ersten
PISA-Längsschnittuntersuchung (PISA-I-Plus) vorgestellt. Die Studie
zeigt, welchen Kompetenzzuwachs Schülerinnen und Schüler in Mathematik
und den Naturwissen-schaften innerhalb eines Schuljahres erreichen. Dafür
wurden alle Klassen, die im Mai 2003 an der internationalen PISA-Stichprobe am Ende der 9. Klasse teilgenommen hatten, ein Jahr
später, am Ende der 10. Klasse, ein zweites Mal getestet.
Nach der Untersuchung konnten 60 Prozent der Zehntklässler in Mathematik
deutliche Lernfort-schritte erzielen. In den Naturwissenschaften wurden
bei 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler Verbesserungen festgestellt.
Allerdings schnitten acht Prozent in Mathematik und 19 Prozent in den
Naturwissenschaften sogar schlechter ab als ein Jahr zuvor.
Die Problematik stagnierender oder sogar zurückgehender Leistungen
besteht in allen Schulfor-men. Es handelt sich offenbar im Wesentlichen
um ein Problem der Gestaltung des Fachunterrichts. In allen Schulformen
kann der Mathematikunterricht und in noch stärkerem Maße der Unterricht
in den Naturwissenschaften relevante Schüleranteile nicht erreichen.
Aus den Befragungen der Schulleitungen wurden Merkmale wie die
Evaluationspraxis an der Schule, die Kooperation im Fachkollegium, das
Schulklima und die Zusammenarbeit mit den Eltern berücksichtigt. Aus den
Angaben der Schulleitungen ließen sich drei Typen von Schulen
rekonstruieren: „aktive” Schulen, die ihre Handlungsspielräume umfassend
und weitgehend ausnutzen; „lernorientierte” Schulen, die ihre
Aktivitäten auf die Optimierung von Unterrichtsprozessen konzentrieren,
und „passive” Schulen, die Handlungsmöglichkeiten kaum wahrnehmen. Aber
auch aus den Befragungen der Mathematik- und
Naturwissenschaftslehrkräfte konnten unterschiedliche Typen von
Aktivitätsmustern ermittelt werden: „Aktive” Lehrkräfte zeichnen sich
durch eine umfassende Kooperations- und Evaluationspraxis aus;
„passiv-disziplinorientierte” Lehrkräfte beschränken ihre Aktivitäten
weitgehend auf eine effektive Zeitnutzung und die Sicherung eines
leistungsbetonten Lernklimas; „passive” Lehrkräfte wiederum lassen viele
Handlungsspielräume ungenutzt. Insgesamt zeichnet sich ab, dass „aktive”
Lehrkräfte zu größeren Anteilen an „aktiven” Schulen vertreten sind;
„disziplinorientierte” und „passive” Lehrkräfte dagegen häufiger an
„passiven” Schulen.
(Quelle: IPN-Blätter 12/06)
Die Zusammenfassung der Ergebnisse können Sie nachlesen unter:
www.pisa.ipn.uni-kiel.de >
PISA 2003 > Untersuchung zu Kompetenzentwicklung
Beim PISA-Leistungsvergleich der deutschen Bundesländer
haben sich die deutschen Schülerinnen und Schüler etwas verbessert, wobei
wiederum Bayern der Sieger war. Im internationalen Vergleich wären die
Bayern auf Platz 5 gelandet. Aber NRW findet sich weiterhin auf einem der
letzten Plätze. Hoffen wir, dass mit der neuen Schulministerin ein
kräftiger Schub in die Bildungspoltik kommt.
Hier die Tabelle aus dem Institut der deutschen Wirtschaft (Heft 29,
21.7. 2005): |
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Die Bildungspolitiker scheuen sich immer noch, konsequenten Vorgaben zur Verbesserung des Leistungsstandardszu
machen. Erst das Zentralabitur und zentrale Abschlussprüfungen werden die
Wahrheit offenbaren. In jedem Fall werden aber wieder einmal die Lehrer verantwortlich
gemacht.
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PISA 2006: Wie kompetent sind die
Schülerinnen und Schüler in Deutschland
im internationalen Vergleich?
Im Dezember 2007 wurden die Ergebnisse veröffentlicht
und höchst positiv begrüßt, weil Deutschland seit 2003 einige Plätze
höher gerückt war.
"13 Mit dem Schwerpunktgebiet Naturwissenschaften
bestand bei PISA 2006 erstmals die Möglichkeit, die
naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Jugendlichen differenzierter
abzubilden. Untersucht wurde, inwieweit die Schülerinnen und Schüler in
der Lage sind,
• Fragestellungen zu erkennen, die mit naturwissenschaftlichen Zugängen
bearbeitet werden können,
• naturwissenschaftliche Phänomene zu beschreiben, vorherzusagen und zu
erklären und
• naturwissenschaftliche Evidenz zu nutzen und zu interpretieren, um
Entscheidungen zu treffen.
Außerdem wurden bei PISA 2006 erstmals motivationale Orientierungen und
Einstellungen gegenüber den Naturwissenschaften (Interesse,
Wertschätzung von Forschung) systematisch in der Testkonzeption als
wichtige Bildungsergebnisse berücksichtigt. Betrachtet man in der
Abbildung 1 die Mittelwerte auf der Gesamtskala für die
Naturwissenschaften, dann erstreckt sich das Leistungsspektrum der
OECD-Staaten von 410 Punkten (Mexiko) bis 563 Punkten (Finnland) bei
einem OECD-Durchschnittswert von 500 Punkten. Die Schülerinnen und
Schüler in Deutschland erreichen 516 Punkte und liegen damit signifikant
über dem OECD-Durchschnitt. Analysen auf nationaler Ebene können
bestätigen, dass sich Deutschland gegenüber PISA 2003 nicht nur in der
internationalen Rangordnung verbessern konnte, sondern dass tatsächlich
ein substanzieller Zuwachs in der naturwissenschaftlichen Kompetenz
festzustellen ist.
Neben Finnland erreicht eine kleine Gruppe weiterer OECD-Staaten höhere
Punktwerte als Deutschland, nämlich Kanada (534 Punkte), Japan (531
Punkte), Neuseeland (530 Punkte), Australien (527 Punkte) und die
Niederlande (525 Punkte) sowie – nicht signifikant – Korea (522 Punkte).
Ausgezeichnete naturwissenschaftliche Kompetenzen wurden auch in einigen
Partnerstaaten gemessen (Hongkong mit 542, Taiwan mit 532, Estland mit
531, Liechtenstein mit 522 und Slowenien mit 519 Punkten). So erfreulich
das Abschneiden Deutschlands ist, beschreiben die Testwerte in den
genannten Staaten weitere Herausforderungen. Vor allem demonstriert
Finnland, welches naturwissenschaftliche Niveau Fünfzehnjährige
erreichen können. Die Schülerinnen und Schüler dort liegen in ihrer
Kompetenzentwicklung 1.5 bis 2 Jahre vor ihren Altersgenossinnen und
Altersgenossen in Deutschland."
(Der vorliegende Text stammt aus der Zusammenfassung
des Pisakonsortiums. Diese halte ich für Sie im Downloadverzeichnis
unter dem Namen pisa2006.pdf
bereit. |

Im Gegensatz zu den Presseveröffentlichungen kann ich
keine tollen Ergebnisse darin erblicken. Man kann allenfalls von einem
leichten Aufwärtstrend sprechen. Deutschland liegt zwar über dem
OECD-Durchschnitt, aber im Vergleich zu Neuseeland , Kanada oder Japan
sieht man, welch hohes Niveau erreicht werden könnte.
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PISA 2006: Nationaler
Vergleich der Bundesländer
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| Am 18.11. 2008 wurden die Ergebnisse des
PISA-Ländervergleichs veröffentlicht. Im Vergleich zu den Vorjahren hat
NRW zwar ein wenig aufgeholt, aber die Bundesländer im Osten haben sich
deutlich schneller verbessert. NRW liegt im internationalen
Vergleich im Mittelfeld, im nationalen Vergleich aber deutlich hinten.
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Die Fortschritte reichen bei weitem nicht aus. Beim
Lesen erreichten 20-25% die Kompetenzstufe eins, das entspricht den
Fähigkeiten eines Grundschülers in der 4. Klasse. Besonders schwach sind
die Mathematikleistungen in Bildungsgängen, die zum Hauptschulabschluss
führen.
Die meisten anderen Probleme bleiben auch bestehen: Noch immer hängt der
Schulerfolg stark vom Bildungsgrad des Elternhauses ab und Schüler mit
Migrationshintergrund zählen deutlich zu den Verlierern.
Bei den Politikern werden die Ergebnisse unterschiedlich interpretiert.
Die einen fordern vehement eine neue Schulstruktur, die andern eine
Verbesserung der Unterrichtsqualität und der Lehrerausbildung. Ich
meine, wir brauchen dringend beides.
Eine 24-seitige Zusammenfassung finden Sie auf der Webseite der Uni Kiel
oder im Downloadbereich unter
PISA2006L.pdf. |
Für diejenigen, die sich ein Bild über die gestellten Aufgaben des
PISA-Tests machen wollen oder im Unterricht derartige Aufgabenstellungen
besprechen wollen, habe ich im Downloadverzeichnis die verschiedenen Bereiche
zum Download abgelegt:
Aufgabenstellungen
PISA 2000
Leseverständnis:
pisaL.pdf
Aufgabenstellungen PISA 2000
Mathematik:
pisaM.pdf
Aufgabenstellungen PISA 2000
Naturwissenschaften pisaNW.pdf .
Die Aufgaben sind zwar schon etwas älter,
eignen sich aber sehr gut zur Einstimmung auf die typischen
Fragestellungen, deren Aufgabentext man ganz genau lesen muss, bevor man
an die Lösung herangeht. Das ist nämlich die Hauptschwierigkeit der
Schülerinnen und Schüler: Sie lesen einfach den Text nicht intensiv
genug und fragen sich anschließend nicht, was genau gefragt wird.
Übrigens: Wenn Sie sich und Ihre
Grundbildung einmal selbst testen möchten, finden Sie auf den Webseiten
der OECD eine Reihe von Beispielaufgaben. Sie sollten Sie auch mal mit
Ihren Schülerinnen und Schülern rechnen: http://www.ipn.uni-kiel.de/projekte/pisa/index.html
|
| Im Juni 2002 wurden die
Ergebnisse des Ländervergleichs (PISA - E)
veröffentlicht. Darin zeigt sich deutlich die Führung von Bayern und
Baden-Württemberg. Das hat zu heftigen Auseinandersetzungen der
Bildungspolitiker in den einzelnen Bundesländern geführt. Vielleicht es
das aber auch mal ganz gut, damit alle aufwachen und erkennen, dass für
die Bildung mehr getan werden muss. Denn auch wenn Bayern noch so gut
ist, rangiert es dennoch im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld.
Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick: |
Die vorstehenden Tabellen stammen aus dem FOCUS vom 24.06.2002. Sie
zeigen sehr anschaulich, wie die einzelnen Bundesländer im Vergleich zu
den internationalen Ergebnissen rangieren.
Bayern, das alle Ranglisten anführt, käme bei der Lesekompetenz auf Platz
10 hinter Schweden, Bremen würde mit Griechenland gleichziehen. Die
erreichte Punktzahl allerdings macht einen Leistungsabstand von mehr als
einem Schuljahr zu Bayern aus. Das wiederum entspricht so ziemlich dem
Rückstand, den die deutschen Schüler insgesamt zu Finnland haben. |
| Wenn man spezielle Aspekte betrachtet, verschieben sich die Rangplätze der
einzelnen Bundesländer. So erreicht Schleswig-Holstein den ersten Platz,
wenn man nur die naturwissenschaftlichen Leistungen der Gymnasien
berücksichtigt.
Die Interpretation der Ergebnisse ist nicht
so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht. Ich empfehle Ihnen
deshalb unbedingt, die Zusammenfassung zu lesen, die auf der
Webseite des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin als
Download zu bekommen ist. Sie zeigt auf 80 Seiten die zentralen Befunde
auf und verschafft Ihnen den notwendigen Background, um die Ergebnisse
richtig einzuordnen. Außerdem enthält sie einige hervorragende Kapitel
über die familiären, institutionellen und sozialen Bedingungen
der getesteten Schüler. |
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| Die
Kultusministerkonferenz hat auf ihrer Plenarsitzung vom 23./24. Mai 2002
weitergehende Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung der Schule als
Konsequenz auf die PISA-Ergebnisse beschlossen:
Schwerpunkte der Maßnahmen zur
Qualitätsentwicklung liegen in den Bereichen der
- vorschulischen Einrichtungen
- Grundschulen
- Sekundarstufe I
- besseren Verteilung und Nutzung von
Lernzeiten und
- Lehrerbildung
Die Bildungsfunktion des vorschulischen
Bereiches soll gestärkt werden. Vorrangiges Ziel ist es dabei, soziale
Benachteiligungen, vor allem durch gezielte Sprachförderung, frühzeitig
auszugleichen. Zu diesem Zweck erhalten Diagnosefähigkeit und
Sprachförderung einen besonderen Stellenwert in der Weiterbildung der
Erzieherinnen und Erzieher. Gemeinsame Fortbildungen für Lehrkräfte und
Erzieherinnen und Erzieher sollen die Zusammenarbeit zwischen
vorschulischen Einrichtungen und der Grundschule stärken. Eltern mit
Migrationshintergrund sollen in die Sprachförderung ihrer Kinder aktiv
einbezogen werden.
In den Grundschulen zielen die Maßnahmen vor allem auf eine optimale
Nutzung der Lernzeiten. Flexible Einschulungstermine und flexible
Eingangsstufen erlauben eine individuelle Förderung.
|
Die Kultusminister betonen, dass es
gemeinsame Aufgabe aller Fächer ist, die Lust am Lesen zu wecken und die
Schülerinnen und Schüler zu selbstreguliertem Lernen anzuregen. Für Kinder
ohne ausreichende Deutschkenntnisse beabsichtigen zahlreiche Länder den
Ausbau oder die Einrichtung spezieller Fördergruppen.
Zur Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in der Grundschule und
Sekundarstufe I werden die Lehrpläne mit Blick auf die in PISA definierten
Kompetenzbereiche überprüft. Sie sollen sich an Basiskompetenzen
orientieren, die in einer modernen Gesellschaft für die aktive Teilnahme
am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und
politischen Leben unverzichtbar sind. Verbindliche Standards werden
deutlicher als bisher formuliert. Viele Länder verpflichten ihre Schulen
zu interner und externer Evaluation. Vergleichsarbeiten sind hierbei
wichtige Instrumente zur Feststellung der Leistungen in bestimmten
Jahrgangsstufen innerhalb einer Schule oder zwischen mehreren Schulen.
Für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund soll die
sprachliche Förderung auch in der Sekundarstufe I fortgeführt werden.
Zahlreiche Projekte zielen darauf, die Zahl der Schulabgänger ohne
Abschluss zu reduzieren und den Übergang bildungsbenachteiligter Schüler
in die Berufs- und Arbeitswelt zu unterstützen. |
Repräsentative
Studie:
Vielen Eltern ist der Alltag
ihrer Kinder
egal
KÖLN (ddp 26.6.02). Viele
Eltern in Deutschland zeigen nur wenig Interesse am täglichen Leben
ihrer Kinder. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie
„Kinderwelten 2002" des Senders Super RTL und des Fernsehvermarkters IP
Deutschland. Demnach leben 31 Prozent der befragten Sechs- bis
13-Jährigen bei Eltern, die sich nicht sonderlich für den sozialen
Umgang, die schulischen Belange, das Freizeitverhalten und die
Mediennutzung ihrer Kinder interessieren. Sogar am Wochenende sind
gemeinsame Aktivitäten eher die Ausnahme.
Ende 2001 wurden etwa 1000 Kinder und ihre Haupterzieher befragt. Die
meisten der direkt befragten Kinder - 37 Prozent - sind dem Erlebnistyp
„arrangierte Welt" zugeordnet. Diese Kinder warten verstärkt auf
Anregungen von außen. Ihr Erlebnisdrang ist laut Studie kaum vorhanden,
die eigene Fantasiewelt relativ schwach ausgeprägt.
|
Die Mehrzahl der Länder hat in den vergangenen Jahren Ganztagsangebote
bzw. Ganztagsschulen eingerichtet und plant, diese schrittweise
auszubauen. Einige Länder entwickeln – auch in Kooperation mit
außerschulischen Partnern – neue Konzepte für die Rhythmisierung des
Schultages sowie für die inhaltliche und methodische Gestaltung des
Ganztagsunterrichts. Zur Förderung sowohl von Schülerinnen und Schülern
mit Bildungsdefiziten als auch mit besonderen Begabungen planen einige
Länder sog. Enrichment-Veranstaltungen wie z.B. "Ferienakademien".
Die Reform der Lehrerausbildung, insbesondere in Richtung einer
intensiveren Praxisorientierung steht in allen Ländern auf der
Tagesordnung. Hier haben die Länder bereits Konsequenzen aus dem 1999
vorgelegten Abschlussbericht der von der Kultusministerkonferenz
eingesetzten Kommission Lehrerbildung gezogen. Auch in der
Lehrerfortbildung werden die Ergebnisse aus den Schulleistungsstudien
durch einen Ausbau der Angebote zur Lesekompetenz, mathematischen und
naturwissenschaftlichen Grundbildung umgesetzt. Viele Länder konzipieren
zusätzlich Fortbildungen zur Verbesserung der diagnostischen und
methodischen Kompetenz der Lehrkräfte. Zur Professionalisierung der
Schulleitungen in Managementaufgaben werden gezielte
Fortbildungsveranstaltungen zur Schul- und Personalentwicklung angeboten. (KMK-Pressemitteilung)
Als inhaltliche Konsequenzen wurden die Einheitlichen
Prüfungsanforderungen für die Abiturprüfungen (EPA) in den Fächern
Mathematik, Deutsch und Englisch vorgelegt und verabschiedet. Sie wurden
2003 eingeführt und bilden seit dem Schuljahr 2004/05 in den
einzelnen Ländern die Grundlage für die fachspezifischen Anforderungen in
der Abiturprüfung.
In der gegenwärtigen Diskussion über die Qualität des deutschen
Bildungswesens stehen insbesondere die Kenntnisse und Fähigkeiten der
Schülerinnen und Schüler in den zentralen Fächern Mathematik, Deutsch und
Fremdsprachen im Mittelpunkt der Kritik. Die Kultusministerkonferenz hat
sich eingehend mit den fachlichen Anforderungen und Grundkompetenzen, die
in der Abiturprüfung nachzuweisen sind, befasst. Ein Austausch von
Abiturarbeiten zwischen den Ländern, wissenschaftliche Expertisen sowie
Erkenntnisse aus internationalen Vergleichsuntersuchungen bilden die
Grundlage für die nun abgeschlossene Neufassung der Einheitlichen
Prüfungsanforderungen.
Die neue EPA Mathematik stellt den allgemein bildenden Charakter des
Faches deutlich in den Vordergrund, indem sie Mathematik nicht als
Formalwissenschaft versteht, sondern als ein Reservoir an Modellen, die
geeignet sind, Erscheinungen auf rationale Art zu interpretieren, und als
ideales Übungsfeld, um überhaupt Problemlösefähigkeiten zu erwerben. Damit
wird ein wesentlicher Akzent auf den Bereich der Anwendung gelegt. Dass
deutsche Schülerinnen und Schüler hier Defizite haben, zeigten TIMSS und
unlängst auch PISA.
Die EPA Deutsch stellt Lesekompetenz und präzises Ausdrucksvermögen als
grundlegend nicht nur für Deutsch, sondern für alle Fächer heraus. Damit
leistet das Fach Deutsch einen wesentlichen Beitrag auch für Studium und
Beruf. Zugleich werden inhaltlich Kommunikationskultur und literatur- und
kulturgeschichtliches Orientierungswissen gefordert – als wesentlicher
Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und Voraussetzung für die Teilhabe
am kulturellen Leben.
Die EPA Englisch trägt v.a. den erweiterten Anforderungen an den
Fremdsprachenunterricht durch zunehmende internationale Verflechtung und
der besonderen Stellung des Englischen als Weltverkehrssprache Rechnung.
Sie orientiert sich in der Beschreibung der sprachlichen Kompetenzen am
"Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für das Lernen und Lehren von
Sprachen" des Europarats, stärkt den anwendungs- und lebensweltlichen
Bezug, betont die mündliche Kommunikationsfähigkeit und erweitert die
Landeskunde zu interkultureller Handlungskompetenz.
Alle EPA enthalten ausführliche Informationen zu fachlichen Inhalten und
Qualifikationen, zur schriftlichen und mündlichen Prüfung (Aufgabenarten,
Hinweise für die Erstellung von Prüfungsaufgaben, Erwartungshorizont und
Bewertungshinweise) sowie Aufgabenbeispiele für die schriftliche und –
erstmals – für die mündliche Prüfung. Dabei sind auch neue Aufgabenarten
aufgenommen worden.
(KMK-Pressemitteilung)
Wenn Sie mehr wissen wollen, schauen Sie
bei der Webseite der KMK nach! |
Das Institut der deutschen Wirtschaft trifft
das Problem genau:
Schüler, deren Mutter eine abgeschlossene
Berufsausbildung vorzuweisen hat, kamen 2003 im PISA-Mathetest
durchschnittlich auf 527 Punkte – diejenigen, deren Mutter ohne
abgeschlossene Ausbildung ist, brachten es gerade auf 460 Punkte.
Kinder aus höher gebildetem deutschen Elternhaus schnitten dabei kaum
schlechter ab als die entsprechenden Spitzenreiter aus den Niederlanden
und Finnland mit 540 beziehungsweise 538 Punkten. Schülern aus weniger mustergültigen
Verhältnissen indes hatten nirgendwo in Europa einen so großen
Leistungsrückstand zum Nachwuchs aus bildungsaffinen Familien wie
hierzulande. |
Finnische und holländische Jugendliche etwa glänzten im PISA-Test mit guten Matheleistungen, auch wenn ihre Eltern nicht
unbedingt ein optimales Vorbild in Sachen Ausbildung abgeben. Sie waren
im Alter von 15 Jahren fast zwei Schuljahre weiter als ihre
Altersgenossen aus den vergleichsweise
bildungsfernen Schichten in Deutschland.
Die schlechten Noten gebühren an dieser Stelle jedoch weder den
deutschen Schülern noch ihren Eltern, sondern der Familien- und Bildungspolitik, wie eine Auswertung verschiedener Studien durch das
Institut der deutschen Wirtschaft Köln ergeben hat. Zu den als ebenso
sinnvoll wie notwendig erkannten Maßnahmen, um die
Frauenerwerbstätigkeit zu erhöhen und alle Kinder ins Bildungsboot zu
holen, zählen der Ausbau der Betreuung für den Nachwuchs unter drei
Jahren, die Ganztagsbetreuung für bis zu Sechsjährige und eine
flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen.
So verbessern sich die Bildungsergebnisse und zugleich können sich Paare
ihren Kinderwunsch erfüllen, ohne für mehrere Jahre aus dem Berufsleben
auszuscheiden. Dann dürfte auch die Geburtenrate in Deutschland wieder
steigen.
(aus iwd 05/2007) |
| Im März 2003 sind die Ergebnisse von
PISA III veröffentlicht worden. Die
Ergebnisse sind genau so niederschmetternd wie in den vorhergehenden
Untersuchungen.
Die
Kultusministerkonferenz hat am 6. März 2003 in Berlin eingehend über den
vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung vorgelegten vertiefenden
PISA-Bericht beraten und folgenden Beschluss gefasst:
1.
Der differenzierte Blick auf die PISA 2000-Ergebnisse vertieft die
Erkenntnisse, die aus der internationalen wie der nationalen
PISA-Untersuchung gewonnen wurden. Insgesamt finden dabei die sieben
Handlungsfelder ihre Bestätigung, die die Kultusministerkonferenz im
Dezember 2001 nach der Veröffentlichung von PISA 2000 definiert hatte:
-
Maßnahmen zur Verbesserung der Sprachkompetenz bereits im vorschulischen
Bereich
-
Maßnahmen zur besseren Verzahnung von vorschulischem Bereich und
Grundschule mit dem Ziel einer frühzeitigen Einschulung
-
Maßnahmen
zur Verbesserung der Grundschulbildung und durchgängige Verbesserung der
Lesekompetenz und des grundlegenden Verständnisses mathematischer und naturwissenschaft-licher Zusammenhänge
-
Maßnahmen zur wirksamen Förderung bildungsbenachteiligter Kinder,
insbesondere auch der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
-
Maßnahmen
zur konsequenten Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von
Unterricht und Schule auf der Grundlage von verbindlichen Standards
sowie eine ergebnisorientierte Evaluation
-
Maßnahmen zur Verbesserung der Professionalität der Lehrertätigkeit,
insbesondere im Hinblick auf diagnostische und methodische Kompetenz als
Bestandteil systematischer Schulentwicklung
-
Maßnahmen zum Ausbau von schulischen und außerschulischen
Ganztagsangeboten mit dem Ziel erweiterter Bildungs- und
Fördermöglichkeiten, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit
Bildungsdefiziten und besonderen Begabungen.
2.
Neu ins Blickfeld gerückt sind durch die vorgelegte Studie auf breiterer
empirischer Basis die sozialen Lernziele. Erziehung und Bildung bedürfen
der besonderen Aufmerksamkeit der Schulen und Bildungsbehörden. Die
Präsidentin der Kultusministerkonferenz hat konsequenterweise das Thema
„Erziehung als Auftrag von Elternhaus und Schule“ zum Schwerpunkt ihrer
Präsidentschaft erklärt. Die Kultusministerkonferenz wird deshalb den
Erwerb sozialer Kompetenzen unter verschiedenen Aspekten in einer eigenen
Arbeitsgruppe erörtern sowie weiterführende Untersuchungen in Auftrag
geben.
3.
Noch schärfer als bisher wurden die Probleme von Schülern mit
Migrationshintergrund herausgearbeitet. Die Kultusministerkonferenz hat
die in den Ländern bereits vielfältig eingeleiteten diesbezüglichen
Maßnahmen im Sinne von best practice dokumentiert und sieht sowohl im
Elementarbereich wie in der Sprachförderung der Kinder mit
Migrationshintergrund einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Dem offenkundig
schwierigen Umgang mit Heterogenität in der Schule muss durch verstärkte
individuelle Förderung Rechnung getragen werden.
4.
Die Bedeutung der Arbeit an einheitlichen bundesweiten Bildungsstandards,
die vordringlich der Qualitätssicherung dient, wird zusätzlich
untermauert durch die nicht überraschenden Untersuchungs-ergebnisse zur
Notenbildung. Erste Vereinbarungen zu den Standards wird die
Kultusministerkonferenz noch in diesem Jahr vorstellen können, die
Umsetzung wird sich unmittelbar schrittweise anschließen.
Die Einführung von Bildungsstandards wird nur greifen, wenn eine
Weiterentwicklung der Lehrerbildung ebenso wie eine Intensivierung der
Fort- und Weiterbildung damit einhergehen.
Begleitend wird die Kultusministerkonferenz zum Jahresende einen
Bildungsbericht für Deutschland vorlegen, der die vorhandenen Ergebnisse
dokumentiert und zukünftige Entwicklungen aufzeigen soll.
5.
Im Zusammenhang mit der Untersuchung von Leistung und Noten wird erneut
die Frage der Durchlässig-keit des Schulsystems gestellt. Die
Kultusministerkonferenz sieht die Notwendigkeit, die verschiedenen
Lösungswege hierzu zu intensivieren. Dies hat im allgemeinen wie im
beruflichen Bildungssystem zu erfolgen.
|
Die Kultusministerkonferenz hat eine Kurzversion zu PISA III unter dem
Titel „PISA 2000 – Ein differenzierter Blick auf die Länder der
Bundesrepublik Deutschland“: veröffentlicht. Er ist 94 Seiten lang und
befindet sich auf meiner Downloadseite unter dem Namen
pisa3.pdf. Sie sollten sich diesen Text
herunterladen und gut durchlesen. Das hilft Ihnen vielleicht auch bei der
Argumentation, wenn die Schuld an allem wieder den Lehrern gegeben wird.
Stattdessen sollten sich nämlich einmal die Politiker an die eigene Nase
fassen: Schließlich bemängeln die Lehrer seit 25 Jahren diese Ursachen -
aber die Politiker wollten und wollen sie nicht hören!
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Eine schöne
Lösung
aus der PISA - Krise:
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Auch
für PISA gut
Nach dem Willen der Bundesregierung sollen arbeitsunwillige
Arbeitslose nicht mehr in die Arbeitslosenstatistik aufgenommen werden.
Ich empfehle dem trickreichen Bundeskanzler, mit PISA ebenso zu
verfahren und lernunwillige Schüler aus der Statistik in Deutschland
herauszunehmen. Dann steht Deutschland im internationalen Vergleich sehr
gut da und Bundes- und Landesregierungen brauchen aus der Studie keine
Konsequenzen zu ziehen und können in den Schulen alles beim Alten
belassen. (Norbert van de Sand,
RP Düsseldorf, 14.3.2002)
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IGLU
| Nachdem PISA und PISA-E die Nation völlig verunsichert
hatte und alle sich einig waren, dass für eine bessere Bildung der deutschen
Schüler in der Grundschule und im Vorschulbereich angesetzt werden müsste,
wurde im Frühjahr 2003 alles wieder relativiert, als die Ergebnisse von
IGLU und IGLU-E veröffent-licht wurden. IGLU steht für Internationale
Grundschul-Lese-Untersuchung (und -Erweiterung).
PIRLS ist die internationale Form dieses Tests, der das Leseverständnis in
der 4. Jahrgangsstufe erfasst. An dieser Lesestudie
beteiligten sich 145 000 Grundschülerinnen und Grundschüler aus 35 Ländern.
Darunter waren 10 000 deutsche Schülerinnen und Schüler von 246 Schulen aus
allen 16 Bundesländern. An den Tests für Mathematik, Naturwissenschaften,
Rechtschreiben und Aufsatz nahmen allerdings nur 12 Bundesländer teil.
Die Ergebnisse der einzelnen Studien finden Sie auf der Webseite des
Instituts für
Schulentwicklungsforschung, das auch eine eigene Webseite für die
neuesten Ergebnisse hat.
Ein direkter Vergleich der Ergebnisse von IGLU und PISA ist
schwierig. Zwar ist die Metrik (M = 500, SD = 100) die gleiche, dies darf
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwei unterschiedliche Tests zur
Erfassung des Leseverständnisses eingesetzt wurden. Ferner wurden bei IGLU
Schülerinnen und Schülern am Ende der vierten Jahrgangsstufe in kompletten
Klassen getestet, bei PISA jedoch 15-Jährige, die insbesondere in
Deutschland aus verschiedenen Jahrgangsstufen stammten. Darüber hinaus
basieren beide Untersuchungen auf Querschnitten.
Folgende IGLU-Ergebnisse sind bemerkenswert:
- Zum Ende der vierten Jahrgangsstufe erreichen die
Kinder in Deutschland im internationalen Ver-gleich im Leseverständnis ein
Kompetenzniveau, das einem Vergleich mit europäischen Nachbarlän-dern
durchaus standhalten kann. Darüber hinaus gelingt es, dieses relativ hohe
Niveau nicht nur für eine kleine Gruppe zu erreichen, sondern für einen
verhältnismäßig großen Teil der Schülerschaft. Auch wenn der Anteil echter
Risikokinder gering ist, so erreichen mehr als ein Drittel des Jahrgangs
nur die Kompetenzstufe II und werden ohne weitere Förderung wahrscheinlich
Schwierigkeiten in der Erarbeitung neuer Lerngegenstände in allen Fächern
haben. Der Anteil der leistungsstärksten Leser liegt im Vergleich mit den
Ländern der Vergleichsgruppe 2 im mittleren Bereich.
- Das erkennbar gute naturwissenschaftliche Potential am
Ende der Grundschulzeit wird bisher noch viel zuwenig genutzt und weiter
geführt. Wie die Befunde aus IGLU zeigen, sind Grundschulkinder sehr wohl
in der Lage, naturwissenschaftliche Sachverhalte zu begreifen und
naturwissenschaftlich zu denken. Kräftig zu unterstreichen ist außerdem,
dass die Schülerinnen und Schüler am Ende der Grundschulzeit den
Naturwissenschaften insgesamt aufgeschlossen und interessiert
gegenüberstehen.
- Auch wenn die durchschnittliche Mathematikleistung der
deutschen Grundschülerinnen und Grund-schüler im internationalen Vergleich
keine Hinweise auf ausgeprägte Schwächen zeigt, so ist auf nationaler
Ebene der Befund beunruhigend, dass knapp ein Fünftel der Kinder die
Grundschule mit zum Teil erheblichen Defiziten in Mathematik verlässt. Die
Lernmotivation der Kinder, die auch im Fach Mathematik auf allen
Kompetenzstufen auf hohem Niveau liegt, kann als günstige Voraussetzung
für die Steigerung der Effizienz des Mathematikunterrichts in der
Grundschule gewertet werden.
- Aufgrund des Fehlens verbindlicher Standards lässt sich
nicht einschätzen, ob die quantitativen Leistungen im Rechtschreibtest
DoSE (bei 45 Wörtern ein Mittelwert von 25,6 Richtigschreibungen) als gut
oder schlecht zu betrachten sind. Mit der Auswahl der rechtschriftlichen
Regularitäten, wie sie in den Lehrplänen der ersten bis vierten Klassen
auftauchen, war die Erwartung der Testautorinnen verbunden, dass am Ende
der Grundschulzeit jene grundlegenden orthographischen Kompetenzen
erworben sind, die ihre Richtigschreibung erfordern. Wenn jedoch sogar
einige rechtschriftliche Regularitäten, wie sie am Ende der zweiten Klasse
erwartet werden (ng - nk, f - v, Ableitung von Verschluss- und Umlaut),
nur von 80 Prozent der Viertklässler sicher verschriftet werden, wenn bis
zu 25 Prozent der Schülerinnen und Schüler mehr als jedes dritte und der
Durchschnitt jedes fünfte Rechtschreibphänomen, das auf erweiterte
orthographische Kompetenzen verweist, fehlerhaft verschriften, kann unter
Lernzielaspekten der ermittelte Leistungsstand in der Rechtschreibung
nicht befriedigen – schon gar nicht, wenn man die für den
Rechtschreibunterricht aufgewendete Zeit berücksichtigt.
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Daraus wird folgendes Fazit gezogen:
Auch wenn deutsche Grundschülerinnen und -schüler im
internationalen Vergleich besser abschneiden als unsere 15-jährige
Schülerinnen und Schüler, bleibt die Qualifizierung der vorschulischen
Bildung und der Grundschularbeit – insbesondere auch mit dem Ziel des
Ausgleichs sozialer Disparitäten – eine bildungspolitische Aufgabe von
zentraler Bedeutung. Die Grundschule als diejenige Einrichtung, die als
einzige für die Förderung aller Schülerinnen und Schüler unabhängig von
sozialer Herkunft und Vorleistungen zuständig ist, hat eine Funktion, die
gerade im Rahmen der derzeitigen Gesamtarchitektur des deutschen
Schulsystems von herausragender Bedeutung ist. Was auf der Ebene der
Grundschule nicht gelingt, lässt sich offenbar – dies zeigen die
PISA-Befunde – auf der Ebene der Sekundarstufe I nicht mehr kompensieren.
Vielmehr ist nach den PISA-Befunden davon auszugehen, dass sich die auf
der Ebene der Grundschule nicht befriedigend gelösten Probleme auf der
Ebene der Sekundarstufe I weiter verschärfen. Das auf der Ebene der
Grundschule erreichte Leistungsniveau hat wesentlichen Einfluss auf den
weiteren Verlauf von Bildungskarrieren. Insbesondere Schülerinnen und
Schüler, die im Rahmen von IGLU zur unteren Leistungsgruppe gehören,
werden den Anschluss an das Lernen der Sekundarstufe I nur mit Mühe finden
und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit
zur ‚Risikogruppe‘ zählen. |
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Wenn man die
IGLU-Ergebnisse richtig interpretiert, ist es ziemlich unverschämt, die
Schuld an der deutschen Bildungsmisere den Schulen der Sekundarstufe I
zuzuweisen. Es ist mir unverständlich, wie eine Schulministerin in der
Presseerklärung vom April 2003 sagen kann, "es sei klar geworden, dass die
ernsten Probleme erst nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule
begönnen." Vielleicht sollte sich die Ministerin mal in den 5. Schuljahren
umsehen, wie die Wirklichkeit aussieht! Dann würde sie feststellen, wie
viele Schülerinnen und Schülerinnen nicht richtig lesen und schreiben
können. Welchen Fehler sollten die weiterführenden Schulen da gemacht
haben? Jeder, der in einem 5. Schuljahr der Hauptschule oder Gesamtschule
unterrichtet hat, weiß, dass erstmal alle Defizite der Grundschule mit
viel Geduld aufgearbeitet werden müssen, bevor zum eigentlichen Lehrplan
übergegangen werden kann. In diesen Schulformen sitzen nämlich die 20% der
Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule, die später zur Risikogruppe
werden. Das beweist IGLU eindeutig. Andererseits kann man auch nicht
einfach den Grundschulen die Schuld geben. Die Defizite müssen vor
der Schulzeit behoben werden. Die vorschulische Frühförderung und die
Erziehung im Elternhaus sind die entscheidenden Faktoren! |
| Zu Beginn des Jahres 2008 sind die IGLU-Ergebnisse
aus der Untersuchung 2006 bekannt gegeben worden, an der sich
Deutschland zum zweiten Mal beteiligt hatte. Deutschland erzielt danach
zwar deutliche bessere Ergebnisse als 2001, aber dennoch gelingt es
nicht, die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler in angestrebtem
Maße zu kompensieren. Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern haben einen
67-Punkte-Vorsprung gegenüber den Kindern aus bildungsfernen Schichten.
Ebenfalls erzielen Kinder ohne Migrationshintergrund deutlich höhere
Leseleistungen als Kinder mit Migrationshintergrund. Eine Kurzfassung
der Ergebnisse finden Sie im Downloadbereich unter
iglu2006.pdf. |
Die Ergebnisse des nationalen Vergleichs, die am 9.
Dez. 2008 veröffentlicht wurden, sind nicht viel anders: Thüringen zeigt
zwar Weltklasseleistungen im Lesen, die sich durchaus mit Hongkong oder
den russischen Ländern messen lassen können, aber Bremen und Hamburg
liegen gegenüber diesen Viertklässlern ein ganzes Schuljahr zurück.
Gegenüber den Untersuchungen von 1990 und 2001 haben sich die
Leseleistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler zwar merklich
verbessert, aber dennoch bleibt Deutschland nur Mittelmaß im
internationalen Vergleich. Besonders bedrückend ist die große
Risikogruppe, die nicht über die unterste Kompetenzstufe hinauskommt. In
Bremen, Hamburg und Berlin beträgt sie weit über 20% eines Jahrgangs.
Das ist erschütternd. Handelt es sich doch um Schülerinnen und Schüler,
die nicht einmal imstande sind, einen Text zu verstehen. Es gelingt
einfach noch nicht, die sozialen Unterschiede auszugleichen und die
Schüler mit Migrationshintergrund so zu fördern, dass sie Erfolg
versprechende Chancen in der Arbeitswelt haben. Das gilt umso mehr für
die Sekundarstufe I, in der die Leseleistungen gegenüber der Grundschule
noch absinken. |
| Auch in den Naturwissenschaften erreichen die
deutschen Schüler nur Mittelwerte; der Abstand zu den Spitzenreitern
Singapur und zu den asiatischen Ländern ist enorm. |
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| Das Diagramm stammt aus der 36seitigen
Zusammenfassung , die das Institut für Schulentwicklungsforschung auf
seiner Webseite zum Download bereithält. Sie können es aber auch von
meiner Downloadseite unter dem Namen
iglu06.pdf herunterladen. |
Hilfreich für die Diskussion sind
auch die Vergleichszahlen aus den europäischen Nachbarländern. Ich habe
sie auf der Sonderseite Zahlen und Daten
zusammengestellt. Sie finden dort:
- Einschulungsalter in den EU-Ländern
- Dauer der Grundschulzeit
- Dauer der Schulzeit bis zur Hochschulreife
- Angebot an Ganztagsschulen
- Anteil der Sonderschüler(innen)
- Wiederholer und Schulformwechsler
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Weitere Hinweise:
Letzte Aktualisierung am
15.01.09 |