Wie man reich wird
Wenn Sie zwischendurch Ihr
Sabbatjahr antreten, wenn Ihnen die Ferien am Nordseestrand zu langweilig
werden oder wenn Sie einfach mal Abenteuerlust verspüren, dann sollten Sie sich
eine Reise zum Klondike gönnen. Das ist ein Erlebnis! Ich habe schon in Alaska, am Colorado und in
vielen Gegenden Kanadas Gold gewaschen. Erfolgreich ist man überall. Aber am
Klondike ist es am spannendsten. Natürlich auch deshalb, weil Dawson City in
der Nähe ist. Dort gibt es wenigstens ein paar Vergnügungsstätten, um das Gold
in andere Dinge umzuwechseln. Und schließlich ist Kanada auch deutlich
preiswerter im Vergleich zu Alaska oder den Staaten mit dem teuren US-Dollar.
Nachfolgend habe ich eine kleine Anleitung zum Reichwerden für Sie geschrieben.
Wenn Sie sich daran halten, finden Sie garantiert Gold, das kann ich
versprechen.
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Goldwaschen am Klondike -
Motivationsleitfaden für Lehrer
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Den
Klondike kennen Sie sicher vom Hörensagen. Eigentlich ist es ein kleiner
Fluss, der bei Dawson City in den Yukon mündet. Aber man bezeichnet
damit das legendäre Goldfeld am Yukon
-nördlich von Whitehorse. Die Condor fliegt inzwischen von Deutschland
direkt nach Whitehorse, so dass Sie leicht von dort aus den
Klondike-Highway am Yukon entlang nach Norden fahren können. Bis Dawson
City, am Zusammenfluss des Klondike in den Yukon gelegen, ist es eine
gemütliche Tagesreise. Sie sollten allerdings Ihre Unterkünfte
vorbuchen. Die Städte dort oben sind viel kleiner, als wir uns das hier vorstellen.
Selbst Whitehorse, die Hauptstadt des Yukon Territory, hat nur 24500
Einwohner. Demnach ist auch das Beherbergungsangebot nicht besonders
groß. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Bed & Breakfast -
Unterkünften gemacht. Das ist besonders für Dawson City interessant.
Dawson City selbst sieht aus wie ein übergroßer Regenwurmhaufen: Die ganze
Gegend wurde durch die Goldwaschanlagen in den letzten 100 Jahren "verdaut"
und als Geröllschlangen wieder ausgeschieden. |
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Man kann sich nicht vorstellen, dass irgendein Fleckchen dieser Gegend
unverdaut geblieben sein könnte. Wenn Sie das Schild am Eingang von Dawson
City sehen und die Aussagen der Leute hören, die dort Gold abbauen, muss es
trotzdem immer noch etwas geben, was sich zu finden lohnt. Dieser Eindruck
wird unterstützt durch die aktuellen Fördermengen des letzten Jahres: Gold
im Werte von 30 Millionen Dollar wurde allein im Jahre 2006 in dieser Gegend
gefördert. |
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Es ist also noch etwas für Sie übrig
geblieben. Das tröstet Sie bei der Ankunft ungemein. Wenn Sie an den goldgelb dahin fließenden Bächen rings um Dawson City
entlang spazieren, denken Sie sofort: "Da muss einfach Gold drin
sein." |
Rings um das Städtchen Dawson City (nur 2000 Einwohner, aber auf jeder
Landkarte eingezeichnet) buddeln an den Creeks Dutzende von Goldgräbern
und Minenbesitzern. Mit kleinen Baggern und Raupen wird alles umgegraben,
was sich bewegen lässt.
Sie besorgen sich den "Guide to the Goldfields", das ist eine
kostenlose Zeitung, die es überall am Yukon gibt. Sie bekommen sie sogar
schon in Whitehorse. Oder Sie studieren auch direkt den
"Dawson City Service Guide" mit einer Karte der umliegenden
Goldfelder. Beim Lesen geht Ihnen so richtig das Herz auf: Namen wie
"Bonanza Creek", "Discovery Claim" oder "Bear
Creek Mining Camp" lassen den Puls emporschnellen und gönnen Ihnen ab jetzt
keine ruhige Minute mehr. Nichts wie hin!
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Also fahren Sie am Bonanza
Creek entlang, um den "Discovery Claim" zu bewundern, der 1896
Shookum Jim, Dawson Charlie und George Carmacks zu reichen Männern
machte. Jeder glänzende Stein, den Sie in der Sonne aufblitzen sehen,
wird ab sofort genau untersucht. Ob das echtes Gold ist? Woran kann man
das erkennen?
So wächst in Ihnen der unbändige Drang, das Handwerk des Goldwaschens zu
erlernen. Als Lehrer mussten Sie schon immer fachfremden Unterricht
erteilen. Das wurde damit begründet, dass es einem Menschen mit
wissenschaftlicher Ausbildung zuzumuten sei, sich in fremde Sachgebiete
einzuarbeiten. Da ist es doch wohl ein Leichtes, sich die nötigen Kenntnisse
über das Goldwaschen autodidaktisch anzueignen. Vielleicht mit einer geführten Tour am Bonanza
Creek? Beileibe nein! Fallen Sie ja nicht auf eine Touristenklitsche rein,
die "Panning for nothing" anbietet! Dort gibt es nichts Echtes
mehr.
Mein Tipp:
Besuchen Sie die Goldbottom Mine. Die
Mine befindet sich am Goldbottom Creek ca 14 km von Dawson City entfernt.
Sie erreichen Sie über die Hunker Creek Road (Die Mine ist auf der Karte als Nr.79
verzeichnet.). 20-30$ sollten Sie für eine Einführungslektion schon
ausgeben. Das ist preiswert - außerdem haben Sie das durch zwei schlappe
Vertretungsstündchen wieder raus. Was Sie aber dafür geboten bekommen,
ist unvergleichlich wissenswert. |
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Die freundlich lächelnde
rothaarige Minenbesitzerin erklärt Ihnen alles, was Sie wissen müssen, um ein
erfolgreicher Goldwäscher zu werden. Nebenbei erfahren Sie, dass es ganz
einfach ist, einen Claim anzumelden. Die Registrierung kostet nur 10 $.
Dafür erhalten Sie einen 300m langen und 150 m breiten Streifen am Bach
entlang. Darin ist die Berechtigung zur Oberflächenbearbeitung
eingeschlossen. Für die Instandhaltung müssen Sie jährlich etwa 200$
aufbringen.
Die Goldbottom Mine wird übrigens von einem Geschwisterpaar betrieben, das 70 Claims
besitzt. Allerdings müssen beide jedes Jahr in 3 Monaten soviel verdienen
wie andere in 12 Monaten. |
| Der Boden ist hier
nämlich tiefgefroren (Permafrost)
und es taut im Sommer immer nur eine ca. 1m dicke Schicht auf. Nur dann
können die Bagger arbeiten. Während der übrigen Zeit ist nichts zu
machen; nicht einmal mit schweren Raupenfahrzeugen; diese rutschen
auf dem schmierigen Frostboden oder Schlamm einfach weg. |
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Wenn Sie die 15.000$
Schüttelmaschine besichtigen und erfahren, dass der Mechaniker, der sie
bedient, dafür 80$
die Stunde bekommt, die Baggerfahrer 50$ pro Stunde verdienen und die
Minenhilfsarbeiter 20$ die Stunde bekommen, wird Ihre zwischenzeitig
aufgekommene Begeisterung zum Selbständigmachen in Kanada wahrscheinlich
etwas gedämpft werden. Auch wenn Sie hören, dass die Tagesausbeute
eine Kaffeetasse voll Gold ist, so bleiben der Minenbesitzerin nach Abzug
aller Unkosten nur 50.000 Dollar in den 3 Monaten. Den Rest des Jahres
arbeitet sie deshalb in einem anderen Job in Whitehorse. Warum Sie das
alles macht? Weil Sie natürlich immer noch auf die ganz großen Nuggets
hofft, die von Zeit zu Zeit gefunden werden. Die lassen das Herz jedes
Miners höher schlagen (Im Haus hat sie übrigens eine stattliche
Sammlung davon; da bin ich richtig neidisch geworden!).
Sie selbst hat eine Gold-Waschmaschine -
eine raffinierte Erfindung aus der Goldrush-Zeit -: Auf einer mit Wasser
angetriebenen Blechschüssel wird durch kontinuierliches Spülen mit dem
Wasserschlauch das Gold ausgewaschen. Stolz zeigt sie auf dem Foto die
Tagesausbeute.
Das können Sie natürlich auch! Nach einem Acht-Stunden-Tag kommen Sie
auf durchschnittlich 100$ pro Tag. Na, wenn Sie das nicht motiviert! Sie
können auf dem Minengelände eine Hütte für 20$ pro Tag mieten ( Blechofen
und viel Holz inbegriffen), das Equipment ist billig: Es besteht aus einer
Schaufel, einer Blechschüssel (pan) und einem Paar guten Gummistiefeln.
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Wenn Sie das alles erfahren
haben, hält Sie nichts mehr. Also Abmarsch zum Goldbottom Creek! Als erfahrener Goldwäscher nehmen Sie natürlich auch einen Spaten
und Ihr Schweizer Taschenmesser mit. Am Crow Creek in Alaska habe ich
übrigens gesehen, dass die Profis auch noch viele Wollsocken, viele Dosen Bier,
einen Whiskybecher mit zugehöriger Flasche, eine Lupe und einen Hammer
mitnehmen...
Für 20$ können Sie den ganzen Tag waschen und alles behalten, was
Sie finden. Da Sie clever sind, lassen Sie sich von der Minenbesitzerin
erst mal
zeigen, wo man überhaupt in diesem Uferschlamm gräbt und wie vielversprechendes Erdreich aussieht.
Sie lernen dann schnell, dass wahres Gold gar nicht glänzt. Alles, was glitzert, ist
nämlich kein
Gold. Wenn Sie Zweifel haben, machen Sie einfach die Hammerprobe. Wenn es
splittert, ist es kein Gold; wenn es platt wird, ist es echt. Gold ist
nämlich ungeheuer geschmeidig und sehr schwer. |
| Selbst kleinste Plättchen
sinken zwischen Steinen und Schlamm nach unten. Das ist das Geheimnis des
richtigen Goldwaschens, des "pannings". |
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Sie müssen nur die
Schüssel mit dem goldhaltigen Erdreich und Wasser richtig
schwenken. Nach und nach sortieren Sie die dicken Steine aus, dann die
Schlammteile und kleinen Bestandteile. Immer wieder kommt frisches Wasser
dazu, bis Sie schließlich am Boden die kleinen Goldkörnchen oder
Goldplättchen durch das Wasser schimmern sehen.
Und die richtige Schwenktechnik ist gar nicht so schwer. Aber lassen Sie
sich diese genau zeigen. Erst unter fachkundiger Anleitung wird es leicht
und erfolgreich!
So sieht es dann nach einer
halben Stunde später aus: Sie lösen sich von den anderen Leuten und
ziehen bachaufwärts, weil dort keine anderen da sind, die Ihnen die dicken
Nuggets wegschnappen können. |
| Hier in der
Einsamkeit erwächst erst richtig das Gefühl, ein echter Goldwäscher und
Abenteurer zu sein. |
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Die erste Stunde in der Einsamkeit
überstehen Sie ausgezeichnet, weil Ihre Finger von dem eiskalten
Wasser des Baches noch nicht klamm geworden sind. Die innere Hitze des
Goldfiebers hält Sie warm.
In der zweiten Stunde dringt die eisige
Kälte des Creeks durch die Gummistiefel und Ihre Zehen geben Ihnen
deutliche Schmerzsignale. Ihr Rücken meldet sich und klärt Sie
darüber auf, dass er keinesfalls gewillt, noch eine einzige Minute
länger in dieser gebückten Haltung zu verbringen.
Aber Gottseidank haben Sie in der
dritten Stunde die ersten winzigen Edelmetallkörnchen entdeckt und
zum Ufer in Sicherheit gebracht. Die Suche nach einem geeigneten
Versteck brachte etwas Abwechslung in das sture Schwenken des
schwarzen Modders. Sie lächeln stolz und sind wieder bereit, sich ins
eiskalte Wasser zu begeben.
In der vierten Stunde können Sie nicht
mehr stehen, das Bücken macht Ihr Rücken auch nicht mehr mit; also
gehen Sie in die Hocke, machen zwischendurch Streckübungen und haben
schon gelernt, auf zwei Steinen im Bach zu stehen, damit die Füße
nicht im Wasser sind. Natürlich haben Sie versucht, sich
zwischendurch immer ein wenig hinzusetzen und haben sich auch schon
einen dicken Stein ins Wasser gerollt. Aber der ist so verflucht kalt,
dass Sie das schnell gelassen haben. |
| Über die fünfte Stunde habe ich keine Erfahrungswerte, weil ich
die Nase voll hatte; aber die Profis haben mir immer wieder erklärt, dass
die restlichen Stunden des Tages so weiter gehen. Wenn es dämmert,
ist sowieso alles zu Ende, weil man dann keinen Schimmer mehr von dem
edlen Stoff sieht. Dann schmeckt das Bier - oder je nach Wetter - der
Whisky aber besonders gut. |
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Abends liefern Sie Ihre winzigen
Goldplättchen bei der Minerin oder in einem Gold-Dust-Laden in Dawson
City ab und starren gespannt auf die Waage, wie viele Unzen es denn wohl
geworden sind. Wenn Sie einigermaßen gut sind, sagen die Profis, schaffen Sie Gold für
100$ an einem Achtstunden-Tag.
Welch
ein Job! Wenn Sie Ihre eiskalten Füße aus dem Wasser nehmen und mit
schmerzendem Rücken zur Hütte staksen, spätestens dann werden Sie
erkennen, wie leicht doch im Vergleich dazu ein Lehrer in Deutschland
seinen täglichen Hunderter verdient!
Und was ist das Faszinierende daran? Was zieht einen immer wieder
dahin?
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Die Nuggets. Es könnte ja sein,
dass man einen erwischt, der so groß ist, dass man ein ganzes Jahr nicht zu
arbeiten braucht...
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Sollten die oben angegebenen Hinweise
in Ihnen den Wunsch nach Gold, Reichtum und Abenteuer geweckt haben, so sollten
Sie sich schon beizeiten gut informieren. Dazu ist das Internet von großem
Vorteil. Sie finden nämlich unter den folgenden Adressen hilfreiche Tipps:
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Letzte Aktualisierung am
28.07.11
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