Ganztags - Grundschule
.Die "offene Ganztagsgrundschule"
in NRW ist gestartet. Nachdem die ersten 235 Grundschulen den Betrieb aufgenommen
hatten, wurde als Ziel verkündet, dass bis zum Jahr 2007 an rund 2500 Grundschulen ein Ganztagsangebot für
etwa ein Viertel der Grundschüler, also etwa 195.000 Kinder, vorhanden sein
sollte.
Stolz verkündete die Ministerin im Mai 2005, dass sich die Zahl der offenen
Ganztagsschulen im Primarbereich vom Schuljahr 2005/06 an in NRW
verdoppeln wird. Inzwischen haben über 2900 Schulen ihren Ganztagsbetrieb im Primarbereich
aufgenommen. Allerdings sind noch viele
Provisorien dabei.
Die Entwicklung der offenen Ganztagsschule
An dem Konzept
hatten in den vergangenen Jahren verschiedene Ministerien der Landesregierung,
die Koalitionsfraktionen sowie Kommunen und freie Träger gearbeitet. Die "offene Ganztagsgrundschule" sollte ein Angebot an die Kommunen sein, kein Zwang. Hier
einige Eckpunkte der offenen Ganztagsgrundschule:
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Der Besuch der "offenen
Ganztagsgrundschule" ist freiwillig. Schrittweise soll sie allen Kindern
offen stehen, die einen Ganztagsplatz brauchen und wünschen. Dabei werden
nicht alle Schüler einer Schule am Ganztagsbetrieb teilnehmen. Die
Landesregierung geht davon aus, dass von diesem Angebot rund ein Viertel der
Grundschüler Gebrauch machen werden.
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Die "offene Ganztagsgrundschule" - an fünf
Werktagen von 8 bis 16 Uhr - benötigt einen 60prozentigen
Personalkostenzuschlag für jedes Kind, das am Ganztagsbetrieb teilnimmt. Das
sind zusätzlich 1230 Euro pro Kind und Jahr.
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Das Land bietet an, zwei Drittel der
zusätzlichen Personalkosten zu übernehmen, wenn die Kommunen ihrerseits ein
Drittel beisteuern. Dabei können bestehende Angebote der Ganztagsbetreuung wie
Horte, Schulkinderhäuser, Silentien, "Dreizehn plus" oder "Schule von acht bis
eins" unter dem Dach der Schule zusammengeführt werden. Kommunen und Freie
Träger können Elternbeiträge auf ihren Anteil anrechnen. Diese sind sozial zu
staffeln und sollen 100 Euro nicht überschreiten
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Das Personal der "offenen Ganztagsschule"
soll multiprofessionell sein. Es besteht aus Fachkräften - das sind Lehrer,
Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen und viele andere Fachleute
(Handwerker, Künstler, Musikschullehrer, Übungsleiter im Sport). Ergänzend
gehören Eltern, Studierende, Praktikanten und Ehrenamtliche dazu.
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Bis zum Schuljahr 2007/2008 soll der
Ausbau der Ganztagsangebote für die rund 195.000 Grundschüler an etwa 2500
Grundschulen abgeschlossen sein. Das erfordert im Endausbau einen zusätzlichen
Finanzierungsaufwand von rund 240 Millionen Euro pro Jahr. Das Land ist
bereit, 160 Millionen Euro davon zu übernehmen, inklusive 40 Millionen Euro
für 800 zusätzliche Lehrerstellen..
Der Aufbau von "offenen
Ganztagsgrundschulen" wird durch die von der Bundesregierung zur Verfügung
gestellte Förderung von Ganztagsschulen unterstützt. Auf NRW entfallen in den
Jahren 2003 bis 2007 voraussichtlich 914 Millionen Euro.
Die Diskussionen über die Umsetzung des
Programms werden derzeit zum Teil immer noch hitzig in den einzelnen Kommunen geführt.
Der Start war nicht einfach; bis
zum Meldeschluss am 31.Mai 2003 hatten sich weniger als 200 Grundschulen für das
Konzept angemeldet. Das
Ministerium hatte verschiedene Schriften veröffentlicht, um den Kommunen die
offene Ganztagsschule schmackhaft zu machen.
Mir scheint fraglich, ob die Leistungen einer
Ganztagsgrundschule den Standard der deutschen Schulen im internationalen
Vergleich wirklich heben können. Ich selbst habe 11 Jahre an einer
Ganztagsschule gearbeitet und festgestellt, dass ihre Leistungen
keinesfalls besser waren als die einer Halbtagsschule. Es war nur
wesentlich mehr Stress für die Lehrerinnen und Lehrer.
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Hier die Stellungnahme der Schulpolitiker aus den Landtagsfraktionen
NRW im Januar 2004:
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Trotz des Widerstandes der Opposition im Lande gingen zum
Schuljahresbeginn 2003/4 235 Offene Ganztagsgrundschulen an den Start.
Die Tatsache, dass sich gleich zu Beginn 77 Gemeinden beteiligten, zeigt
den Bedarf an einer von der Grundschule organisierten und verantworteten
Betreuung im Rahmen eines pädagogischen Konzeptes. Viele Kommunen mit
CDU-Mehrheiten beteiligen sich an der Einrichtung der Offenen
Ganztagsgrundschule und zeigen damit, dass sie sich ohne ideologische
Scheuklappen vom Wohl der Kinder und den Bedürfnissen der Eltern leiten
lassen. Die Offene Ganztagsgrundschule dient familien-, gesellschafts-
und bildungspolitischen Zielen und wird sich schrittweise zu einem
ganztägig geöffneten Haus des Lebens und des Lernens entwickeln. Die
ersten Erfahrungen zeigen, dass gerade durch die Einbeziehung
unterschiedlicher Fachkräfte aus Kultur, Musik und Sport die beteiligten
Grundschulen eine inhaltliche Bereicherung erfahren haben und sich
verstärkt ihrem Umfeld öffnen. Die Offene Ganztagsgrundschule hat viele
neue Kooperationen zwischen Schule und der Kinder- und Jugendhilfe
angestoßen. Unterstützt durch das Investitionsprogramm des Bundes ist
sie schon jetzt ein Erfolgsmodell. Es ist unser Ziel, dass bis 2007 für
jedes vierte
Kind ein Platz in der Offenen Ganztagsgrundschule zur Verfügung steht.
Von Manfred Degen (SPD)
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Um ein Projekt auf Erfolgskurs zu bringen, müssen die
Startbedingungen stimmen und das Ziel bekannt sein. Beides ist bei der
Offenen Ganztagsgrundschule nicht der Fall. Bis heute fehlen
Rahmenvorgaben zur Qualitätssicherung. Das Niveau kann aber nicht von
den finanziellen Möglichkeiten einer Kommune abhängig sein. Sie werden
ohnehin durch die Pflicht, bestehende – und bewährte –
Betreuungsangebote wie die Horte in die Finanzierung einzubeziehen,
unnötig unter Druck gesetzt. Versuche einer „Zwangsbeglückung“ haben
noch nie zum Erfolg geführt. Der Ärger über den Verlust bestehender und
funktionierender Strukturen wächst. Auch weil es tatsächlich gar nicht
um Ganztagsgrundschulen geht, sondern um Ganztagsbetreuung an
Grundschulen. Echte Ganztagsschulen sind kostenfrei, das Angebot der
Landesregierung verlangt eine Elternbeteiligung bis zu 100 Euro. Das ist
ungerecht und pädagogisch wie sozial nicht vertretbar. Das ist kein
Beitrag zu größerer Chancengerechtigkeit. Bildungs- und
Erziehungsdefizite können mit bloßer Betreuung nicht aufgearbeitet
werden. Viele Kommunen können mit dem zur Verfügung stehenden Geld nicht
einmal die Hausaufgabenbetreuung ermöglichen. Mit gerade mal acht
beantragten Lehrerstellen für die gestarteten 235 Schulen kann daher
nicht von Ganztagsgrundschule gesprochen werden. Ganztagsschule bedeutet
mehr Unterricht und mehr Zeit für individuelle Förderung.
Von Bernhard Recker (CDU)
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Grundsätzlich ist gegen ein verstärktes Angebot von
Nachmittagsbetreuung an der Schule nichts einzuwenden. Das rot-grüne
Modell der so genannten Offenen Ganztagsgrundschule hingegen ist in der
Praxis gescheitert: Obwohl nicht einmal eine Qualitätsauswahl um das
beste Konzept stattfand, konnte die Landesregierung für ihren
Modellstart nicht die erhofften 300 Teilnehmerschulen gewinnen. Die
Gründe liegen auf der Hand: Die so genannte Ganztagsgrundschule ist die
erste Schule ohne Lehrer. Das Konstrukt ist eine große Mogelpackung, die
fälschlicherweise den Eindruck vermittelt, hier fände eine zusätzliche
Schülerförderung statt. In Wahrheit gibt es keine verbindlichen
Standards und keine ergänzenden Unterrichtsangebote. Die Qualifikation
der Beaufsichtigungskräfte ist in vielen Fällen strittig, da es
überhaupt keine Zugangsvoraussetzungen gibt. Zugleich ordnet die
Landesregierung gegen den Willen der Kommunen die Schließung von Horten
an, wo versierte Fachkräfte bewährte Arbeit leisten und Heranwachsende
weit über das Grundschulalter hinaus betreuen.
Fazit: Die so genannte Ganztagsschule ist gar keine. Sie wird auch
keinen Lösungsbeitrag zur Überwindung der PISA-Probleme leisten. Wir
brauchen für eine bessere Qualität im Bildungsbereich deutlich mehr
individuelle Förderung und echte Ganztagsschulangebote. Die
Landesregierung kürzt aber leider genau in den Bereichen, die die
Ganztagsgrundschule nicht ersetzen kann und wird.
Von Ralf Witzel (FDP)
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In die Primarschulen im Land ist Bewegung geraten: Mehr
Zeit für Bildung, Betreuung und Erziehung ist für viele Schulen ein
attraktives Angebot. 235 Pionierschulen haben sich schon im laufenden
Schuljahr auf den Weg gemacht und setzen in ihrem Konzept für den
Offenen Ganztag auf die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Schule und
Jugendhilfe. Die Offene Ganztagsschule ist nicht nur ein Mehr an Schule
– sie ist eine andere Schule, eine Schule, die sich durch vielfältige
Kooperationen in ihr Umfeld öffnet und die die Erkenntnis umsetzt, dass
Kinder – neben der zusätzlichen schulischen Förderung – auch Anderes
brauchen: Musik und Sport, Lesekreise und Bastelgruppen, aber auch Zeit
zum Spielen und Toben, Zeit zur Ruhe. Wir wissen: Bildung ist mehr als
Schule, und Schule ist mehr als Unterricht. Die Landesregierung lässt
den Schulen bewusst die Freiheit, ein eigenes Konzept zu entwickeln, das
passgenau auf die jeweilige Situation zugeschnitten ist. Offene
Ganztagsschulen in Stadtteilen mit vielen Kindern aus Migrantenfamilien
bauen so verstärkt Sprachförderangebote in ihre außerunterrichtlichen
Aktivitäten ein, Schulen in unmittelbarer Nähe zu einem Sportzentrum
setzen vielleicht mehr auf Sport und Spiel. Multiprofessionelles
Personal ist da ein Muss: Durch den Austausch unterschiedlicher
Professionen weitet sich der Blick auf das einzelne Kind, die
Bedürfnisse des Kindes werden besser erkannt und individuelle Förderung
erleichtert.
Die Offene Ganztagsschule kommt an: bei Eltern und LehrerInnen, vor
allem bei den Kindern. Keine Pionierschule denkt daran, auch wenn der
Anfang nicht immer einfach ist , die neue Chance aus der Hand zu geben.
Viele neue Schulen werden im kommenden Schuljahr die Chance ergreifen.
So werden mehr Schulen schrittweise zu Häusern des Lebens und des
Lernens.
Von Sylvia Löhrmann (GRÜNE)
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Die offene Ganztagsgrundschule wird inzwischen vor Ort
rege nachgefragt, weil die Eltern mit dem Betreuungsangebot zufrieden
sind. Die rot-grüne Regierungspartei sieht das positiv, während die
Opposition die Schwächen deutlich bemängelt:
So lange den Schulen die erforderlichen Gelder und Lehrer nicht zur
Verfügung gestellt werden, ist es eine Illusion zu glauben, dass so die
Defizite aus der PISA-Studie wirksam abgebaut werden könnten.
Die Einführung der Ganztagsschule ist natürlich politisch gewollt. Dazu sind
auch Ende 2005 die Ganztagserlasse geändert worden und den Haupt- und
Realschulen wird dies durch eine zusätzliche Lehrerzuweisung schmackhaft
gemacht.
Allerdings müsste allen verantwortlichen Bildungspolitikern klar sein,
dass die Einführung der Ganztagsschule keine besseren Schülerleistungen
erbringt. Viele Ganztagsschulen haben - so wie die offene
Ganztagsgrundschule - ein falsches Etikett, weil sie eine Mogelpackung
sind. In ihnen findet nämlich sehr oft kein Ganztagsunterricht statt,
sondern lediglich eine Ganztagsbetreuung. Die ist für einen kleinen Teil
der Schülerinnen und Schüler auch manchmal ganz nützlich, aber eben
nicht für jeden und nicht immer!
Es ist fatal zu glauben, dass sich die Schülerleistungen dadurch
bessern; die werden nur besser durch besseren Unterricht. Guter
Unterricht hat aber mit Ganztagsschule so wenig gemein wie die Kuh mit
dem Sonntag. Auch das Sozialverhalten wird nur zu einem kleinen Teil
verbessert, da dies hauptsächlich durch das Leben in der Familie
bestimmt wird. Durch die Ganztagsbetreuung verabschieden sich nämlich
nur noch mehr Familien von ihren Erziehungsaufgaben, weil sie glauben,
dass jetzt alles in der Händen der Schule liegt und die das ja machen
kann.
Politiker müssten außerdem - in Erinnerung an ihre eigene Schulzeit -
wissen, dass Kinder und Jugendliche auch manchmal die Nase voll von
Schule haben. Sechs Stunden in dieser Umgebung reichen da völlig! Wie
schön wäre es, wenn es nachmittags tolle Programme zur
Freizeitgestaltung gäbe, die nicht alle in Schulgebäuden stattfänden!
Die gab es früher zuhauf von verschiedenen Vereinen, kirchlichen Gruppen
und Trägern der Jugendhilfe. Was hat man gemacht? Sie aus Kostengründen
geschlossen und das Geld für Betreuung in offenen Ganztagsschulen verwendet. Ein
weiterer fataler Fehler, den meist die Schulträger begangen haben.Glücklicherweise
gibt es Elterninitiativen, die das erkannt haben und sich für
alternative Betreuungsarten einsetzen. Ein Beispiel ist die
Initiative für
die Vielfalt in der Schulkinderbetreuung in Bonn, die versucht,
Politiker davon zu überzeugen, dass Ganztagsschulen nicht das Gelbe vom
Ei sind. Die Argumente sind nicht nicht von der Hand zu weisen. Es
ist allerdings so, dass sich die Ganztagsschulen durchsetzen werden,
weil es politischer Wille ist und die Eltern in der Mehrheit die
Betreuung wünschen.
Offene Ganztagsschule: Fortgesetzter
Etikettenschwindel
VBE fordert bedarfsgerechtes
Ganztagsschulangebot für alle Schulformen
Als fortgesetzten Etikettenschwindel bezeichnete Udo
Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und
Erziehung (VBE NRW), die Äußerungen von Ministerpräsident Peer
Steinbrück und Ministerin Ute Schäfer, NRW sei Ganztagsschulland Nr. 1.
Die rot-grüne Landesregierung versucht immer wieder zu suggerieren, die
„offene Ganztagsschule“ sei eine Antwort auf PISA. Sie ignoriert, dass
die „offene Ganztagsschule“ in der Regel eine Schule ohne Lehrer ist und
keine Antwort auf den nachgewiesenen Förderbedarf der Schülerinnen und
Schüler gibt.
„Was wir brauchen, ist ein bedarfsgerechtes Angebot an echten
Ganztagsschulen und keine Billiglösung, die lediglich die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf und damit familienpolitische Erfordernisse
befriedigt“, so Beckmann. Von einer Bildungsoffensive wie von der
Landesregierung propagiert könne keine Rede sein.
Wenn wir eine Antwort auf PISA geben wollen, brauchen wir eine wirkliche
Ganztagsschule, die nicht nur an den morgendlichen Unterricht einfach
die nachmittägliche Betreuung anhängt. Ganztag heißt, dass der Schultag
völlig neu strukturiert werden muss. Hierfür benötigen wir pädagogisch
qualifiziertes Personal für Zusatzangebote ebenso wie zusätzliche
Lehrerstellen für zusätzliche Lern- und Bildungsangebote und ein
entsprechendes Raumprogramm für Schüler und Lehrer.
Beckmann abschließend: „Auch die Absicht von Rot-Grün, die „offene
Ganztagsschule“ in die Sekundarstufe I auszuweiten ist ein erneuter
Beleg dafür, dass die notwendige Bereitschaft für zusätzliche
Investitionen in den Bildungsbereich fehlt. Das Konstrukt „offene
Ganztagsschulen“ dient Rot-Grün dazu Nebelkerzen zu werfen, um dies für
die Öffentlichkeit zu verschleiern.
035/11.05.05
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Am besten trifft das Kernproblem meiner Meinung nach
der FDP-Politiker Ralf Witzel:Das rot-grüne
Modell der so genannten Offenen Ganztagsschule (OGS) verfolgt keine
erkennbaren bildungspolitischen Zielsetzungen und ist daher - nach
eigener Aussage der Initiatoren - keine Antwort auf PISA. Bei dem
Projekt geht es letztlich nur darum, Geld einzusparen, indem parallel
zum OGS-Ausbau qualitätsorientierte Betreuungsstrukturen wie in Horten
zwangsweise durch das Land geschlossen werden.
Qualifiziertes Erziehungspersonal wird infolgedessen in die
Arbeitslosigkeit entlassen und durch Billigkräfte ersetzt, die keine
pädagogische Ausbildung haben. Dies ist kein Beitrag zur individuellen
Förderung oder Schaffung zusätzlicher Bildungsmotivation. Für die
Aufstockung von 235 OGS auf über 700 hat das Land insgesamt nur 13
Lehrer eingestellt. PISA lässt grüßen: Die OGS ist die erste Schule ohne
Lehrer.
Eltern sind bald in Ermangelung qualitätsorientierter Angebote
gezwungen, OGS-Kapazitäten zu nutzen, um überhaupt Nachmittagsbetreuung
zu erhalten. Mit einer bewussten Entscheidung für das rot-grüne Modell
hat dies nichts zu tun. Zur Verstärkung von Bildungsanreizen brauchen
wir mehr individuelle Förderung, passgenaue echte Ganztagsschulen und
differenzierte pädagogische Konzepte als Ergänzung der Halbtagsschule im
fairen Wettbewerb aller Schulformen auch in höheren Altersjahrgängen.
Andere Bundesländer beweisen, wie sich auf diesem Weg das Bildungsklima
verbessern lässt. (aus: Landtag Intern 10/2004)
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Antragsfristen
für den Ganztag
(aus der Mitteilung des MSW vom August 2008)
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Ganztagsschulen und Ganztagsangebote
bieten mehr als Unterricht. Zu einem guten Ganztag gehören
zum Beispiel Arbeitsgemeinschaften, Förder- und
Freizeitangebote, Bewegung, Spiel und Sport sowie kulturelle
Angebote, dies in der Regel in Zusammenarbeit mit
außerschulischen Partnern aus Jugendhilfe, Kultur und Sport.
Für die verschiedenen Programme im Ganztagsbereich gelten
nachstehende Antragsfristen:
Ganztagsoffensive in der Sekundarstufe I –
Antragsstellung – |
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Programm |
Antragsteller |
Antragsfrist |
Hinweise |
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1.000 -Schulen-Programm
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Schulträger |
30.11.2008
1) |
Anträge können ab sofort gestellt werden. Es
wird empfohlen, gleichzeitig einen vorzeitigen
Maßnahmenbeginn zu beantragen. |
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Gebundene Ganztagsgymnasien und
Ganztagsrealschulen |
Schulträger |
30.11.2008
2) |
Gremienbeschlüsse können bis zum
15.12.2008
nachgereicht werden. |
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Geld oder Stelle
zum
1.2.2009
für das zweite Schulhalbjahr
2008/2009 |
Schulträger |
31.10.2008 |
Jede Schule ist verpflichtet, sich zu
entscheiden und entsprechende Maßnahmen durchzuführen.
Schulträger und Schulen sollten sich möglichst
frühzeitigverständigen, auch im Hinblick auf
Anschlussverträge zum Programm „Dreizehn Plus". |
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Geld oder Stelle
Zum
1.8.2009
für das Schuljahr
2009/2010 |
Schulträger |
31.12.
eines Jahres
erstmals
31.12.2008 |
1) Weitere Antragstermine sind nur möglich, wenn
nach dem 30.11.2008 noch Mittel zur Verfügung stehen. (Da der 30.11.
ein Samstag ist, gilt automatisch Montag, der 1.12. als
Antragstermin.)
2) für beide Schuljahre: 2009/2010 und 2010/2011
Alle Erlasse mit Antragsformularen und
weiterführenden Hinweisen unter: www.schulministerium.nrw.de |
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Ganztagsoffensive in der
Primarstufe
– Antragsstellung –
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Programm |
Antragsteller |
Antragsfrist |
Hinweise |
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Offene Ganztagsschule im Primarbereich
(Grund- und Förderschulen) |
Schulträger |
31.3. eines Jahres |
Auf dem Antragsformular zur offenen
Ganztagsschule werden
auch die Betreuungspauschalen
beantragt. |
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Schule von acht bis eins, Dreizehn Plus, Silentien |
Schulträger |
31.3. eines Jahres |
Dreizehn Plus und Silentien gibt es in Zukunft nur noch im
Primarbereich. |
Ganztagsschulen können bis zu
50.000 Euro für eine bessere Ausstattung beantragen!
Das Land stellte 2009 noch rd. 10 Mio. EUR für Ganztagsschulen bzw. Schulen mit anderen Ganztagsangeboten
aus Rückflüssen des Investitionsprogramms "Zukunft Bildung und
Betreuung" (IZBB) des Bundes zur Verfügung. Für jede Schule, die
noch keine Mittel aus dem IZBB erhalten hat, kann ein Schulträger
bis zu 50.000 EUR für Ausstattungsprojekte zur qualitativen
Verbesserung des Ganztags erhalten.
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Weitere Hinweise:
Letzte Aktualisierung dieser Seite am
01.09.12 |