Fehlzeitenmanagement
Dieses Schlagwort wird in
Schulleitungsfortbildungen oft verwendet. Es bezeichnet den Umgang mit den Faktoren,
die den Unterrichtsausfall verursachen.
Schulleitungen sollen Führungsqualitäten entwickeln, damit die Fehlzeiten der
Lehrerinnen und Lehrer möglichst gering sind. Die Bezirksregierung Düsseldorf
brüstete sich vor einigen Jahren damit, dass sie im internen Bereich die Fehlquote auf 5,5% senken
konnte, indem stark kontrollierende Maßnahmen eingeführt wurden.
Daraufhin wurde ein Formblatt entwickelt, das mehr Kontrolle über die
Fehlzeiten der Lehrer bringen sollte. Dieses wurde dann an alle
Schulleiter verschickt, um in ähnlicher Weise auf die Kollegien einzuwirken.
Ich glaube, solche Maßnahmen sind ein Fehlschluss: Es
wird dabei nur unzureichend bedacht,
dass die Verhältnisse im schulischen Bereich etwas anders liegen als in einer
normalen Behörde. Man kann
einfach nicht den Arbeitsplatz eines Sachbearbeiters in der Bezirksregierung mit
dem Arbeitsplatz eines Lehrers vergleichen!
Ich persönlich halte deshalb den Begriff des "Fehlzeitenmanagements"
für nicht sehr glücklich. Ich würde ihn lieber durch den Ausdruck |
Gesundheitsmanagement
ersetzen wollen. Es kommt nämlich nicht darauf an, dass
die Schulleitung die negativen Begleiterscheinungen des Lehrerlebens einplant,
sondern vielmehr darauf, dass sie positive Maßnahmen ergreift, um die
Arbeitskräfte gesund und zufrieden zu erhalten. In vielen Betrieben wird
Arbeitssicherheit oder Gesundheit groß geschrieben, in der Schule wird das oft
einfach vorausgesetzt.
Gesundheitsmanagement darf sich nicht auf Fluchtpläne, Bestellung von
Gefahrstoffbeauftragten und Einhaltung von Vorschriften beschränken, sondern
muss ganzheitlich gesehen werden. Lehrerinnen und Lehrer sind keine
Maschinen, sondern Menschen, deren hoch komprimierte Belastung zu Ausfällen
führt.
Schulleitungen begreifen oft nicht, dass die Arbeitskraft
des Kollegiums das einzige Potenzial ist, das die Attraktivität der Schule für
die Eltern ausmacht und
das Lerninteresse bei den Schülern aufrecht erhält.
Kranke Lehrer können keinen
Unterricht durchführen - und schon ist das Problem da, das die Schulleitung
lösen muss. Die Schulleitung rechnet damit, dass alle Lehrerinnen und
Lehrer pflichtbewusst und gesund täglich klaglos zum Dienst erscheinen. Dabei
ist das gar nicht so selbstverständlich. Es gibt nämlich viele Faktoren, die
das Lehrerleben schwer machen und dafür sorgen, dass Fehlzeiten entstehen:
- Zu wenig Lob und Bestätigung
- Kein Erfolg bei den Schülern
- Schlechte Arbeitsbedingungen
- Zu viele Vertretungsstunden
- Schlechtes Arbeitsklima
- Schlechter Stundenplan
- Zu wenig Verantwortung
- Persönliche Probleme
- Stress und Ärger
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Aus meinem eigenen Erfahrungsbereich will ich
deshalb im Folgenden einige wesentliche Gesichtspunkte für ein besseres
Gesundheitsmanagement aufführen. In den 22 Jahren als Schulleiter und
Personalratsmitglied habe ich nicht nur selbst einige Erkenntnisse gewonnen,
sondern bin vor allem durch die Lehrerräte darauf aufmerksam gemacht worden.
Lob und Bestätigung
In meiner gesamten Zeit als Schulleiter habe ich immer versucht, an Kolleginnen
und Kollegen Lob für erbrachte Leistungen zu verteilen, weil ich gelernt hatte,
dass dies bei Schülerinnen und Schülern in der Klasse gute Ergebnisse brachte.
Doch immer wieder wurde ich darauf hingewiesen, dass ich zuviel bemängeln
würde, ohne in entsprechendem Maße zu loben.
Zuerst konnte ich das gar nicht verstehen. Dann aber erkannte ich, dass ich
viele Dinge für selbstverständlich hielt und deshalb nicht lobte. Mir war
nicht klar, dass regelmäßiges pünktliches Erscheinen am Morgen ein Lob wert
sein könnte, dass eine Woche als Begleitung in der Jugendherberge, in der
überhaupt nichts passiert war, eines Lobes würdig sein könnte, dass die
Leitung einer Klassenkonferenz, die eine Lehrerkonferenz überflüssig gemacht
hatte, eine lobenswerte Leistung sein könnte u.a.m.
Oft vergaß ich einfach das ausdrückliche Lob ohne darüber nachzudenken, dass
eine Bemerkung wie "Das hat mir aber gut gefallen! - Das haben Sie aber gut
gemacht! - Das haben Sie aber professionell gelöst, meine Anerkennung!"
angebracht gewesen wäre, um die Arbeitsleistung der betreffenden Kollegin oder
des Kollegen zu würdigen.
Ich vergaß es auch deshalb, weil ich als Schulleiter manche dieser Leistungen
unter meinem eigenen Leistungspotential sah. Da waren es völlig normale,
alltägliche Leistungen, die eigentlich nichts Besonderes im Rahmen des
alltäglichen Lehrerjobs ausmachten. Für den betreffenden Lehrer waren es aber
in seiner besonderen Situation zusätzliche Leistungen oder Anstrengungen.
Das hatte ich nicht erkannt. In der Tat ist es nämlich nicht
selbstverständlich, wenn Teilzeitkräfte während der Jugendherbergsfahrt oder
während des Betriebspraktikums viele zusätzliche Stunden opfern. Es ist auch
nicht selbstverständlich, wenn Kolleginnen oder Kollegen mit dem Jugendamt oder
der Berufsberatung zahllose Gespräche führen, um dem einen oder anderen
Schüler bei der Lösung seines Problems zu helfen.
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Feedback
ist das tägliche Brot des Champions
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Alles das kann durchaus gewürdigt werden, weil
es einer Würdigung bedarf. Viele Kleinigkeiten, die Lehrerinnen und Lehrer für
ihre Schülerinnen und Schüler tun, sind gar nicht so klein, wenn man es richtig
betrachtet. Deshalb mein Rat an alle Schulleiterinnen und Schulleiter: Loben Sie
ihre Kolleginnen und Kollegen öfter auch für kleine Dinge, die Sie selbst
vielleicht als gar nicht so beachtlich ansehen. Sie sind nämlich oft
lobenswert! Schüler loben Sie doch auch! Warum nicht Ihre Kolleginnen und
Kolleginnen? Sie haben es auch oder noch eher verdient!
Denken Sie daran, dass die Motivation und Arbeitsleistung gewaltig gestärkt
werden.
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Erfolg bei den Schülerinnen und
Schülern
Lehrerinnen und Lehrer brauchen ein positives
Feedback für ihren Unterricht und ihre Erziehung. Wie überall, gibt es auch im
Lehrerbereich fähige und weniger fähige Kolleginnen und Kollegen
(Schulleitungen auch!). Das wird dadurch dokumentiert, wie oft etwas daneben geht in einer Klasse, wie oft sich
Eltern beschweren, wie oft kollegial geholfen werden muss. Wenn sich so etwas
häuft, bekommen die Betroffenen kaum noch positive Rückmeldungen von Ihren
Schülern, Kollegen oder der Schulleitung. Ihr Leben ist ein täglicher Kampf,
der viel Kraft kostet. Er beginnt mit dem stündlichen Kleinkrieg in jeder
Klasse, die erst mal ruhig gestellt werden muss, setzt sich mit dem Frust in
jeder Pause im Lehrerzimmer fort, wo sie ihr Leid den Anderen mitteilen, die
aber nicht immer Verständnis dafür haben und endet bei der Schulleitung, die
wieder etwas zu meckern hat.
Solche Kolleginnen und Kollegen brauchen
besonders viel Zeit und Unterstützung. Es ist nicht anders als in jeder Klasse:
Von den 28 Schülerinnen und Schülern machen 25 wenig Arbeit, aber die
restlichen 3 so viel wie alle zusammen. Und wenn man diese drei immer nur
ermahnt, nur meckert und nie positiv ermuntert, wird sich das auch nicht viel
ändern.
Das muss man auch als Schulleitung im Kollegium so sehen. Wer Schwierigkeiten
mit den Klassen hat, braucht die starke Rückendeckung der Schulleitung mehr als
jemand, der selbst ein breites Kreuz hat. Da muss man eben häufiger mal in die
Klasse und einige zurecht stauchen, um zu zeigen, dass die Schulleitung die
Lehrkraft unterstützt und ihre Maßnahmen durchsetzen hilft, auch wenn sie
innerlich diese für nicht so angemessen hält.
Frustrierte Lehrerinnen und Lehrer brauchen laufend aufbauenden Zuspruch und
besondere Zuwendung. Wenn man dies als Schulleitung versäumt, überträgt sich
dieser Frust auf andere Kolleginnen und Kollegen und die gesamte Schule leidet darunter.
Und jetzt komme ich wieder auf das Lob zurück: Sie brauchen gerade Lob für
Kleinigkeiten, die man vielleicht bei anderen gar nicht erwähnen würde, weil
man sie für selbstverständlich hält.
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Jeder braucht ein positives Feedback - Lehrerinnen
und Lehrer ganz
besonders.
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Man muss einfach auch mal die Besonderheit des
Lehrerberufs im Vergleich zu anderen Berufen sehen: Ein Fliesenleger, der ein
Bad gefliest hat, wird vom Auftraggeber sofort gelobt, wenn er das neue Aussehen
seines Badezimmers sieht und vergleicht, wie es vorher ausgesehen hat. So geht
es auch dem Heizungsinstallateur, der ein Rohr gelötet hat oder dem Mechaniker,
der am Auto einen Schaden repariert hat. Ohne dass jetzt genau geprüft wird, ob
die Lötstelle sauber verarbeitet ist oder die Schrauben am Motorblock fest
angezogen sind, ist ihm Lob, Dank und Bezahlung auf der Stelle sicher,
vielleicht auch verbunden mit einem besonderen Trinkgeld als Prämie. Der Lehrer
bekommt kein Trinkgeld und kein Lob; sein Gehalt erhält er anonym und ohne jegliche Reaktion auf die Qualität seiner
Arbeit.
Nun werden Sie vielleicht sagen, dass Handwerksberufe auch anders strukturiert
sind. Am Ende des Arbeitstages steht ein fertiges, vorzeigbares Produkt da, beim
Lehrer ist das Ergebnis nicht sichtbar. Dann schauen Sie sich trotzdem andere
Berufe an, die sich mit Menschen beschäftigen: Wie viel Dank und Anerkennung
erhalten Krankenschwestern, die in der Krankheitsphase geholfen haben, wie dankbar ist man einem Rechtsanwalt, der in einem
Rechtsstreit geholfen hat, wie viel Anerkennung erhält ein Entertainer, der
eine schöne Unterhaltungsstunde gestaltet hat. In Deutschland klatschen sogar
die Passagiere im Flugzeug, wenn der Pilot gut gelandet ist. Hat bei Ihnen schon
mal die Schulklasse geklatscht, wenn Sie eine glatte Unterrichtsstunde hingelegt
haben?
Das ist eben das Problem: Viele können am Ende des Arbeitstages zufrieden auf
ihre Leistung zurückblicken und sich vielleicht sogar selbst loben. Der Lehrer
hat aber immer noch Zweifel, weil einige sich überhaupt nicht für das Thema
interessiert haben, andere haben Mitschüler beim Lernen gestört und wieder
andere haben seinen Unterricht boykottiert. Er hat viel Kraft in der Schule
gelassen und sieht doch nicht den Erfolg seiner Arbeit. Es sind Sternstunden im
Leben eines Lehrers, wenn Schüler sagen: "Das war aber heute eine schöne
Unterrichtsstunde" - "Das haben Sie aber gut erklärt - ohne Sie
hätte ich das nicht verstanden!"
Derartige Bemerkungen bauen auf, bringen neue Kraft und Energie, die den Spaß
an der Schule und die Freude auf den nächsten Unterrichtstag erhalten.
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Es gibt übrigens ein kleines
Geheimnis für ein Feedback, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Es
stammt aus dem Buch The One Minute Teacher von Spencer Johnson und
schlägt vor, dass sich die Lehrer selbst loben sollen, wenn sie nicht auf
die Anerkennung von anderen warten wollen. Es hilft wirklich:
1. Zunächst einmal besinnen Sie sich einen Moment darauf, was Sie richtig
gemacht haben.
2. Sie sagen sich, wie Sie sich aufgrund dessen fühlen.
3. Sie loben sich oder Ihr Verhalten. |
Ich
vergleiche meine Ziele und mein Verhalten: Wenn ich sehe, dass ich etwas
richtig gemacht habe, nehme ich mir eine Minute Zeit , um mir ein Lob
auszusprechen. |
Es ist wichtig, dass Sie ab und zu erkennen, dass
es viele Dinge an Ihnen gibt, die es verdienen gelobt zu werden. Es gibt auch
viele Situationen, in denen Sie ein Kompliment verdient hätten. Wenn Sie es
also nicht bekommen, hilft die One-Minute-Anerkennung wie folgt: "Ich
stelle fest, dass ich etwas richtig gemacht habe. Ich spreche mir dafür eine
Anerkennung aus. Ich bin mit meinem Verhalten zufrieden. Ich bin mit mir selbst
zufrieden."
Sie merken natürlich, was dahinter steckt: Das ist eine moderne Form des "Self-Coachings",
wie man das heute nennen würde. Aber es hilft! Probieren Sie es aus!
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Nur
zufriedene Lehrer machen guten Unterricht.
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Schulleitungen sind davon nicht ausgenommen. Was
den Unterricht betrifft, haben sie es sogar leichter als Lehrerinnen und Lehrer.
Wenn sie nämlich in die Klasse kommen, haben sie von vornherein einen höheren
Autoritätsbonus und brauchen den täglichen Kleinkrieg nicht zu führen. Das
kostet bei weitem nicht soviel Nerven, so dass sie frischer aus dem Unterricht
herauskommen. Sie haben auch geringere Unterrichtsverpflichtungen, was viel
ausmacht, denn die Verwaltungsarbeit kostet zwar viele Stunden, aber nicht so
viele Nerven.
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Auch Schulleiterinnen und Schulleiter
benötigen das positive Feedback.
Trotzdem haben Schulleitungen auch viel Frust, weil oft Anerkennung und Dank fehlen. Sie
sind nämlich der "Schuttabladeplatz" für alle: Eltern beschweren
sich bei ihnen über Lehrer, Lehrer beschweren sich über Schüler und
der Hausmeister beschwert sich über beide. Alle erwarten aber von der Schulleitung die Lösung
ihrer Probleme und die Erfüllung ihrer Forderungen. Das kann aber die
Schulleitung nicht und deshalb bringt das Frust. Es kommt nämlich noch mehr
dazu. Da Lehrerinnen und Lehrer die Schulleitung als Vorgesetzten und damit
Vertreter des Arbeitgebers sehen, unterscheiden sie nicht die Verantwortlichen.
In ihren Augen hat sich die Schulleitung schließlich um die Stelle beworben und
bekommt ja zu ihrem Gehalt zusätzlich einen Batzen "Schmerzensgeld"
für diesen Job. Wenn also Schimmelpilze im Klassenraum auftreten, wenn ein
wütender Schüler einer Lehrerin vors Schienbein getreten und sie als
"fette Kuh" bezeichnet hat, wenn einem Lehrer während der
Klassenfahrt die Kasse geklaut wurde oder wenn der Schulbus ausgefallen ist -
alles soll die Schulleiterin oder Schulleiter lösen, weil er dafür
verantwortlich ist. Keiner weiß, dass diese laufend frustriert werden, weil sie
helfen wollen, aber bei den zuständigen Stellen keinen Erfolg haben. Der
Schulträger antwortet, dass zur Zeit keine finanziellen Mittel für die
Renovierung des Klassenraumes vorhanden seien, man solle evtl. bei schlimmem
Befall den Klassenraum tauschen und eine Ausweichlösung finden. Die
Bezirksregierung sagt, dass es für die Lehrerin keinen Rechtsschutz gäbe, sie
könne nur im Wege der Zivilklage gegen die Eltern vorgehen. Die Versicherung
teilt mit, dass es keinen Ersatz gäbe und der Lehrer auch für eingezahlte
Gelder der Eltern haften würde. Die Busfirma erklärt, der Fahrer sei
ausgefallen und zur Zeit seien keine anderen Busse verfügbar, man solle
versuchen, die Kinder anderweitig nach Hause transportieren zu lassen.
Die Schulleitung muss also Misserfolge melden und damit ihre Ohnmacht und
"Unfähigkeit" deklarieren, obwohl sie Zeit und Initiative investiert
hat. Das ist frustrierend.
Hier ist es also entscheidend, die Verantwortlichkeiten transparent zu machen
und sich mit dem Kollegium und den Eltern zu solidarisieren. Die Schulleitung
muss als Partner für die Problemlösung gesehen werden, nicht als
Verantwortlicher oder Schuldiger. Ein typisches Beispiel habe ich auf der Seite
Gesundheitsschutz
dazu aufgeführt.
Manchmal versuchen Schulleitungen auch ihre Anerkennung auf öffentlichem Wege
zu bekommen. Wenn eine Schule im Stadtteil oder in der Gemeinde gut dasteht und
gelobt wird, tut das dem Schulleiter oder der Schulleiterin sehr gut. Sie
identifizieren sich stark mit ihrer Schule. Das sollte Anlass sein, daran zu
denken, auf welchen Schultern dieser Erfolg beruht und dies an das
Kollegium weiter zu geben, um sich auf diese Weise gegenseitig ein positives
Feedback zu schaffen.
Menschenpflege, nicht Maschinenpflege
Schulleitungen sehen sich vielfach in der Rolle
dafür sorgen zu müssen, "dass der Laden läuft." Leider ist auch der
bürokratische und organisatorische Druck so groß, dass ihnen oft nichts
anderes übrig bleibt. So wird die menschliche Seite oft zu wenig beachtet. In
kleinen Schulen, in denen das gesamte Kollegium an einen Tisch passt, ist
das durch den täglichen Kontakt und das Gespräch noch laufend möglich. In
größeren Systemen ist vieles zu Verwaltungsangelegenheiten geworden, die
schematisch behandelt werden. Ein typisches Beispiel:
Eine Kollege will für die Beerdigung seines Onkels, der weit entfernt gewohnt
hat, Sonderurlaub haben. An dem betreffenden Donnerstag hätte er normalerweise
6 Stunden Unterricht. Der Schulleiter wiegt den Kopf, weil schon 4 Lehrkräfte
an diesem Tag krank oder verhindert sind. Nach dem Sonderurlaubserlass darf er keinen
Sonderurlaub für diesen Grund erteilen.
Jetzt kommt es darauf an, wie er handelt: Entweder er erteilt ihn trotz
entgegenstehender Vorschriften und verantwortet das oder er lehnt es ab. Bei
einem Kollegen, der sonst immer ordentlich seinen Dienst tut, keine einfache
Sache.
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Nur
positive Konsequenzen ermutigen zu guten Leistungen.
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Hier zeigt sich genau das Dilemma: Kollegien und
Schulleitungen sind in einem bürokratischen System gefangen, das pragmatische
Lösungen oft nicht zulässt. In jedem Wirtschaftsbetrieb muss der Chef auch
verantworten, ob er einen Mitarbeiter beurlaubt oder nicht. "Wo ein Wille
ist, da ist auch ein Weg." sagt der Volksmund. Der Chef wird also eine
Lösung finden. Warum kann nicht auch ein Ministerium diese Kompetenz in die
Hand eines Schulleiters geben? Es wird so großartig von "Selbstständiger
Schule" gesprochen, aber in wesentlichen Dingen ist sie nicht selbständig.
Gerade solche Dinge, die das Privatleben betreffen und auf das Verständnis des
Vorgesetzten angewiesen sind, machen die positiven zwischenmenschlichen
Beziehungen aus, die für eine erfolgreiche Erziehungsarbeit in der Schule
wichtig sind. Sie zu pflegen, ist vordringliche Aufgabe der Schulleiterin oder
des Schulleiters. Das ist viel wichtiger als die Bereitstellung von Büchern,
Unterrichtsmaterial oder Geräten. Wenn ein Fotokopiergerät in der Schule
defekt ist, ist das schon eine schlimme Sache und kann die
Unterrichtsorganisation ganz schön über den Haufen werfen. Aber es lässt sich
verschmerzen und kann repariert werden. Wenn aber die menschlichen Beziehungen
nicht in Ordnung sind, ist das schwer wieder zu heilen. Wenn öfter der
Lehrerrat zu Vermittlungsgesprächen vorstellig wird, müsste das für jede
Schulleitung ein Alarmsignal bedeuten.
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Das Arbeitsklima
Wie man in der Geographie unter "Klima"
die Gesamtheit aller wetterbestimmenden Faktoren versteht, so ist das auch in
der Schule die Summe der vielen Einzelheiten, die das Wohlbefinden der
Kolleginnen und Kollegen ausmachen:
Zunächst sind es die Arbeitsplätze, wie sie vom Schulträger geschaffen und
erhalten wurden. Wer an einer Schule ist, die immer gut gepflegt worden ist,
kann sich glücklich schätzen. Leider ist das nicht immer der Fall. Viele
Kolleginnen und Kollegen müssen in Gebäuden mit PCB-Belastung, mit
Schimmelbefall oder unzureichenden Räumlichkeiten rechnen. Wie das
Schulministerium auch, haben die Schulträger seit Jahren mit der
"Untertunnelungstaktik" gearbeitet. Dazu wurden
Schulentwicklungspläne erstellt, die die Schülerentwicklung in den Gemeinden
beschrieben und den Politikern rieten, bestehende Schulen lieber mit einem
Mangel behaftet zu lassen, als neue zu errichten, da demnächst mit einem starken
Schülerrückgang zu rechnen sei. Das war Musik in den Ohren der Kämmerer, die
daraufhin rigoros einsparten. Durch Haushaltssanierungen und
Haushaltssicherungskonzepte wurden längst fällige Reparaturen hinausgeschoben.
Die Änderung im Gemeindefinanzierungsgesetz, nach der die Kommunen nur noch
eine Schulpauschale erhalten, tat ein
Übriges. Alles zusammen führte zu einer enormen Verschlechterung der
Arbeitsplatzsituation in Schulen. Auf der Seite "Gesundheitsschutz"
können Sie einige Fakten dazu nachlesen.
Daran kann natürlich die Schulleitung nicht viel machen, es sei denn, sie ist
politisch engagiert und hat hervorragende Kontakte zur Schulverwaltung oder zu
den politischen Entscheidungsgremien.
Allerdings ist es schon so, dass Schulleitung, Kollegium und Eltern eine Einheit
bilden müssen, um die Arbeitsplatzsituation für alle zu optimieren, denn sie
ist schon entscheidend für das Wohlbefinden aller, für die Reduzierung von
Konflikten und die erfolgreiche Unterrichtsarbeit.
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| Ein wichtiger Baustein für die Arbeitsmotivation sind
Mitarbeitergespräche. Sie müssen nicht unbedingt mit
Zielvereinbarungen gekoppelt sein oder formell ablaufen. Sie müssen aber eine
realistische Einschätzung der Leistung und eine Anerkennung oder aufbauende
Kritik enthalten. Jede Schulleiterin oder Schulleiter sollte mindestens einmal
im Jahr ein solches Gespräch führen. |
Oft ist es nämlich so, dass Schulleiterinnen und Schulleiter lange Zeit die
Leistungen Ihrer Kolleginnen und Kollegen ignorieren, weil sie immer ihren
Dienst tun, nichts Besonderes vorfällt oder alles läuft. Leistungen brauchen
aber Reaktionen. Erst wenn man feststellt, dass die Leistungen auch wahrgenommen
werden, wird die Freude an der Arbeit erhalten. Außerdem führt die Methode,
den Dingen ihren Lauf zu lassen, nicht zu einer Leistungssteigerung, weil
niemand motiviert wird.
Ein erster Schritt in dieser Richtung ist das Zeigen von Interesse.
Schulleiterinnen und Schulleiter sollten sich Klassenarbeitshefte und Haushefte
einmal nicht unter dem Gesichtspunkt Durchschnittsnoten und Drittelerlass
ansehen, sondern Interesse für die inhaltliche Arbeit zeigen. Sie sollten sich
die Klassenräume in ihrer Gestaltung ansehen und einfach auch mal einen
informellen Besuch in den Klassen machen und eine Anerkennung aussprechen. Sie
könnten auch regelmäßig nach Klassenfahrten, Praktika oder Unterrichtsgängen
nach besonderen Erlebnissen fragen. Sie könnten schön gestaltete
Arbeitsblätter bewundernd zur Kenntnis nehmen. Sie könnten über die gute
Zusammenarbeit im Team staunen und vieles andere mehr. Wichtig wäre vor allem,
dass sie Interesse zeigten. |
Wussten Sie das?
Der Leiter des Instituts für Gesundheit in pädagogischen Berufen,
Prof. Dr. Joachim Bauer von der Universität Freiburg, berichtete auf
einer Tagung des BLLV, dass es inzwischen unbestritten sei, dass die
Motivationssysteme des Menschen in enger Verbindung zu den
Ausschüttungen von Botenstoffen im Mittelhirn (z.B. Dopamin, endogene
Opioide und Oxytozin). Ziel der menschlichen Motivationssysteme sind lt.
Bauer soziale Gemeinschaft und Beziehungen mit anderen Individuen.
Der Freiburger Wissenschaftler forderte eine grundlegende Umkehr in der
Gestaltung von Schule. Kern sei die "Vermenschlichung des schulischen
Arbeitsrhythmus: mehr Zeit, mehr Pausen, weniger Unterrichtsstoff." Der
Schulbetrieb erlaube es kaum, Zeit für den Aufbau tragfähiger
Beziehungen zu finden. Lehrer und Schüler seien getrieben von Aufgaben
und Stoffmassen, die es in einer sehr begrenzten Zeit zu bewältigen
gebe. Dabei werde die neurologische Grunderkenntnis außer Acht gelassen,
dass gelungene Beziehungen wichtiger Teil motivationsgesteuerten
Lernens sei.
(Quelle: Forum E, 12.12.2006)
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Dazu gehört auch das Interesse für die private Situation der Kolleginnen und
Kollegen. Gerade sie sind in ihrer Unterrichtsleistung besonders abhängig von
der privaten Situation. Ist diese nicht in Ordnung, wird ihr seelisches Gefüge
durcheinander gebracht. Dessen Stabilität ist aber unbedingt erforderlich, um
kritische Unterrichtssituationen gelassen zu ertragen und angemessen zu
reagieren. In diesem Sinne ist es auch zu verstehen, wenn man im
Managementbereich Gespräche über Fehlzeiten empfiehlt. Diese sind keinesfalls
als Druckmittel oder Kontrolle geeignet, sie sollten vielmehr dazu führen,
Verständnis für die Fehlzeiten zu gewinnen. Denn erst, wenn die Schulleiterin
oder der Schulleitung die Gründe für das Fehlen versteht, wird er versuchen,
die Arbeitssituation so zu verbessern, dass die Belastung verringert wird und
die Fehlzeiten abnehmen.
Dennoch sind manchmal Ermahnungen erforderlich, um einen Missstand zu beheben
oder Fehlentwicklungen zu vermeiden. Gespräche dieser Art enden oft in
Misstönen, weil die Kolleginnen oder Kollegen sauer auf die Schulleitung sind.
Sie beschweren sich bei Anderen, wie mit ihnen umgesprungen wurde und fühlen
sich ungerecht behandelt.
Das muss nicht sein, wenn die Schulleitung einige Grundsätze des Managements
beherrscht und anwendet: Zunächst einmal will sie durch die Zurechtweisung das
künftige Verhalten verbessern. Das geht aber nur, wenn derjenige oder diejenige
sein Verhalten überdenkt und nicht über die Art und Weise der Zurechtweisung
nachdenkt. Daher sollte man dem Mitarbeiter klar sagen, welchen Fehler er
gemacht hat, aber am Ende der Ermahnung unbedingt mit einem Lob abschließen .
Wenn man das tut, heißt das so viel wie: "Sie sind in Ordnung und gehören
zu meinen besten Leuten. Aber Ihr Verhalten war in der Situation nicht
angemessen." Dann denkt der Zurechtgewiesene über sein Verhalten nach und
nicht über das des Vorgesetzten. Übrigens sollte eine solche Belehrung auch
nur ein einziges Mal punktuell erfolgen und dann abgeschlossen sein. Es ist
sinnlos, bei mehreren Gelegenheiten daran zu erinnern. Diesen Fehler machen
nämlich auch viele Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen, wenn Schüler sich
falsch verhalten haben. Dann heißt es:" Du erinnerst dich noch, was ich
dir gestern gesagt habe!" oder "Das genau dasselbe wie vorige Woche!
Wie oft habe ich dir das schon gesagt!" - Das bringt alles nichts. Die
amerikanischen Management - Trainer schwören auf die "Sandwich" -
Methode: Auf die Schulter klopfen, Leviten lesen, Auf die Schulter klopfen. Und
das alles kurz und danach nicht mehr erwähnen.
Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber überlegenswert ist es.
Einen bedeutenden Faktor hinsichtlich der
Arbeitszufriedenheit macht die Arbeitszeit in der Schule aus. Dabei
spielt natürlich der Stundenplan eine große Rolle. In Grundschulen und kleinen
Systemen kann er sehr lehrerfreundlich und ohne viel Springstunden gestaltet
werden. Das ist bei steigenden Schülerzahlen und zunehmender Differenzierung
nicht mehr der Fall. Noch schlimmer ist es an Ganztagsschulen. Hier steigt durch
den Mittagsbetrieb die Anwesenheitszeit überproportional zur bezahlten
Unterrichtszeit an.
Ungünstige Stundenpläne sind meist nur in den ersten Wochen nach Schulbeginn
ein Stein des Anstoßes, danach gewöhnt man sich daran, weil sich im Laufe der
Jahre doch die Vor- und Nachteile ausgleichen. Das ist jedoch nicht der Fall,
wenn man Fächerkombinationen hat, die immer auf den Nachmittag verlegt werden
oder ein Randstundendasein fristen, weil sie nicht verpflichtend für alle sind.
Ein größeres Problem stellen die Vertretungsstunden dar, die sich im Laufe
eines Jahres in immer größerer Zahl einstellen. Durch die ministeriellen
Vorgaben hat sich in den letzten Jahren der Anteil an Vertretungsstunden immer
mehr erhöht. Hinzu wird jetzt fachfremder Vertretungsunterricht kommen, da
durch die verfehlte Einstellungspolitik des letzten Jahrzehnts den Schulen die
Fachlehrer ausgehen. Hier sind die Schulleitungen nun gefordert: Sie werden die
Vertretungsstunden zwar nicht abschaffen können, aber sie können die Anzahl
und den Nervenaufwand durch entsprechende organisatorische Maßnahmen senken.
Das Kollegium wird es ihnen danken (und sie dafür loben!). Möglichkeiten dazu
habe ich auf meiner Webseite Vertretungsstunden
aufgeführt.
In den letzten Jahren sind immer mehr Teilzeitkräfte in die Schulen gekommen
und inzwischen haben die Schulleitungen auch erkannt, dass Teilzeitkräfte einen
viel größeren Teil ihrer Zeit in die schulische Arbeit einbringen als sie
anteilig besoldet werden. Möglichkeiten zu einem gerechteren Unterrichtseinsatz
habe ich auf der Seite Teilzeitarbeit angegeben.
Viel bedeutsamer ist die Arbeitsbelastung des Einzelnen. Sie ist in den
letzten Jahren deutlich angestiegen, wird aber auch mit zunehmendem Alter als
viel höher empfunden. Hierzu ist zu sagen, dass sie in großem Maße auch davon
abhängt, was man sich selbst zumutet. Der Schulleiter, der schlecht delegieren
kann und alles allein machen will, wird genau so über eine zu hohe
Arbeitsbelastung klagen wie die Lehrerin, die im Laufe der Jahre sich hat alles
anhängen lassen und dies klaglos zusätzlich gemacht hat. Inzwischen ist eine
deutlich realistischere Arbeitsauffassung in der Lehrerschaft zu beobachten.
Eigentlich sollten alle darauf achten, dass die Arbeit auf möglichst viele
Schultern verteilt wird. Das bedeutet eine offene Diskussion über alle
Aufgaben, die in einer Schule zusätzlich zum Unterricht zu erledigen sind. Auf
der Seite Arbeitsbelastung habe ich dargestellt, dass
Kolleginnen und Kollegen bei der Verteilung ihre Mitbestimmungsrechte auch
ausschöpfen müssen, damit es nicht zu einer Ausnutzung von Arbeitskraft kommt.
Die ist schließlich begrenzt und es hilft keinem, wenn ein Mitglied des
Kollegiums durch Arbeitsüberlastung krank wird.
In diesem Sinne ist die Seite Arbeitsbelastung nicht nur als Arbeitsüberlastung,
sondern gleichzeitig auch als konstruktiver Baustein des
Gesundheitsmanagements zu sehen. Wenn ein Schulleiter z.B. darüber nachdenkt,
wie er die Zahl der Konferenzen senken kann, so hilft er auch sich selbst. Mir
persönlich hat es beispielsweise einmal sehr geholfen, einen Fragebogen zu
verteilen, in dem abgefragt wurde, wie man die Zahl der Vertretungsstunden
senken könnte. Erst dadurch wurde mir überhaupt klar, dass ein Teil der
Vertretungsstunden durch hausgemachte Gründe (Fortbildung, Sonderurlaub u.a.) verursacht wurden. Durch bessere
Organisation konnten sie daraufhin reduziert werden. Genau so könnte man im
Kollegium einmal eine Befragung durchführen, durch welche Faktoren sich die einzelnen
Kolleginnen und Kollegen besonders belastet fühlen. Auf diese Weise ließen sich vielleicht
einige Verbesserungen erreichen.
Ich glaube, dass Schulleitungen vielfach nicht nahe genug an das Problem
herangehen. Sie erkennen zwar den Stress und die Überbelastung des Kollegiums,
sind aber nicht in der Lage, die Ursachen genau zu erforschen und daraus die
Konsequenzen zu ziehen. Schließlich ist alles auch sehr aufwändig und nicht
einfach zu analysieren. Sie stehen auch irgendwie auf der anderen Seite und
können sich oft nicht in die Situation hineindenken, weil sie anderen Stress
oder andere Probleme haben.
Deshalb ist auch das gesamte Thema "Gesundheitsmanagement" nicht so
einfach, weil alle Lehrerinnen und Lehrer individuelle Persönlichkeitsstrukturen
haben, die sich gerade im Schulalltag unterschiedlich auswirken. Man müsste
eigentlich für jede Kollegin und jeden Kollegen eine eigene Strategie haben,
wie man seine Arbeitskraft gesund erhält. Glücklicherweise haben die meisten
einen eigenen Überlebensmechanismus, der ihnen hilft, mit den Stresssituationen
angemessen fertig zu werden. Für die anderen müsste die Schulleitung einige
Hilfen zur Hand haben, die es ihnen erleichtert, mit Stress und Ärger
besser fertig zu werden. Es gibt nämlich tatsächlich Möglichkeiten, den
Umgang mit diesen beiden Phänomenen zu lernen.
Unter "Stress" versteht man alle Belastungen, den Druck und die
Anspannungen, denen die Menschen täglich in ihrer Umwelt ausgesetzt sind. Sie
bilden den körperlichen und seelischen Druck, dem man nicht ausweichen kann und
der zu Anspannungen oder Störungen führt, die einen aus dem Gleichgewicht
bringen können. Hier könnte die Schulleitung hilfreich eingreifen, um trotz
der ministeriellen und schulaufsichtlichen Vorgaben eine stressmildernde
Arbeitssituation herbeizuführen.
"Ärger" ist etwas anderes als Stress. Es ist eine Gefühlsäußerung,
die sehr viel mit der Einstellung des eigenen Ichs zur Umwelt zu tun hat.
Wenn man den Schülerinnen und Schülern, den Kolleginnen und Kollegen oder der
Schulleitung nicht positiv gegenüber eingestellt ist, werden sich viele
Möglichkeiten ergeben, dass man sich ärgert. Allerdings ist hieraus schon zu
ersehen, dass man die Schulleitung vielfach nicht für den Ärger verantwortlich
machen kann; er kommt nämlich aus einem selbst.
Auf der Webseite Stress und Ärger habe ich die
Ursachen aufgeführt, die im Schulalltag für diese Erscheinungsformen
verantwortlich sind. Dort finden Sie auch Behandlungsmöglichkeiten, wie man
besser damit umgehen lernt.
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Meine Bitte an die Schulleitungen: Lächeln Sie
(wenigstens ab und zu)!
Ein Lächeln der Schulleiterin oder des
Schulleiters in der Pause
kostet nichts und bringt doch so viel.
Es bereichert das Kollegium ohne die Schulleitung ärmer zu machen.
Es dauert nur einen Augenblick, aber die Erinnerung bleibt manchmal für
immer.
Keiner ist so reich, dass er darauf verzichten könnte,
und keiner ist so arm, dass er sich es nicht leisten könnte.
Ein Lächeln
bringt Glück ins Lehrerzimmer
und schafft guten Willen für den Unterricht.
Es gibt den Erschöpften Erholung, ermuntert die Mutlosen
und heitert die Traurigen auf.
Es ist das beste Mittel gegen Ärger und Stress.
Lächeln kann man nicht kaufen, nicht
erbetteln oder stehlen -
es bekommt erst dann einen Wert, wenn es verschenkt wird.
- Also verschenken Sie es ! -
Manche Kolleginnen oder Kollegen sind zu
erschöpft,
Ihnen ein Lächeln zu schenken.
Schenken Sie ihnen eines von sich, denn sie verdienen es.
Denken Sie immer daran:
Niemand braucht ein Lächeln nötiger als diejenigen,
die nicht mehr imstande sind anderen eines zu geben.
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Nun hat sich natürlich auch herausgestellt, dass
die beste Möglichkeit, dem Stress wirkungsvoll zu begegnen, darin besteht, dass
man Menschlichkeit zeigt: Die Arbeit kann menschlicher gestaltet werden, die
Aufgabenstellung kann menschlicher sein und demjenigen, der Stress hat, kann von
seinem Vorgesetzten menschliche Hilfestellung entgegen gebracht werden. Alles
gar nicht so schwer. Warum nicht mal versuchen?
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Weitere Ideen für eine gute Atmosphäre
in der Schule:
Es gibt sicher viele Möglichkeiten, die
sich in Ihrer Schule zur Verbesserung des schulischen Alltags realisieren
lassen. Machen Sie einmal ein Brainstorming oder eine pädagogische
Konferenz zu diesem Thema.
- Wie wäre es zum Beispiel mit der Optimierung des
Stundenplans durch eine Rhythmisierung von belastenden und weniger
belastenden Tätigkeiten?
- Wäre es nicht toll, wenn man in Freistunden davor
geschützt würde, in Vertretungsstunden eingesetzt zu werden? Überlegen
Sie dazu einen Verfahrensvorschlag.
- Könnte man den Erholungswert von Pausen und
Freistunden steigern? Etwa durch gemütliche Sitzecken, die Schaffung von
Räumen mit ansprechendem Ambiente, Ruhezentren zum ungestörten Arbeiten?
Auch Lehrerinnen und Lehrer freuen sich über Kuschelecken.
- Lassen sich Möglichkeiten schaffen, durch soziale
Integration gegenseitige Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen
untereinander zu erreichen? Etwa durch Patenschaften für Berufsanfänger,
Seiteneinsteiger, Referendare? Auch gestandene Kolleginnen und Kollegen
haben mal einen "Durchhänger" und brauchen ein aufbauendes Gespräch.
- Kann man Erholungsbereiche schaffen zum Abbau von
Stress und zum Ausgleich von Belastungsspitzen? Wunderschön ist eine
Gartenbank im Grünen; manchmal reicht schon ein Tisch mit Stühlen unter
einem Sonnenschirm im Freien, um dort neue Energie für die nächste
Stunde zu tanken.
- Aktive brauchen Fitness-Geräte oder einen
Wellness-Bereich - lässt sich so etwas schaffen?
- Muss man die Raucher eigentlich so isolieren? Kann
man nicht Schwächen auch akzeptieren und einen gemütlichen Raucherclub
außerhalb des Schulgeländes einrichten? Man sollte vielleicht einmal mit
einer Würstchenbude oder einem Eisstand Kontakt aufnehmen, ob die nicht
Interesse daran haben, ihren Stand in die Nähe der Schule zu verlegen.
- Gilt das nicht auch für die Schülerinnen und Schüler?
Brauchen die nicht auch Erholung nach anstrengenden Stunden? Kann
man nicht mit einem Eismann, einem Bäcker oder einer Pommesbude eine
Vereinbarung treffen, dass diese in den Pausenzeiten am Schultor
vorfahren oder sogar auf dem Schulhof parken? Muss die so genannte
"Übermittagsbetreuung" unbedingt "verschult" werden?
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| Sie finden mit Sicherheit noch weitere
gute Ideen, die sich speziell in Ihrer Schule verwirklichen lassen. Sie
müssen aber auch den Mut haben, diese zu artikulieren und auf die
Tagesordnung einer Lehrerkonferenz zu setzen, damit anschließend ein
entsprechender Beschluss gefasst werden kann. Denken Sie immer daran:
Beschlüsse der Lehrerkonferenz sind für die Schulleitung bindend. Sie
müssen von ihr ausgeführt werden - ob sie will oder nicht. |
Weitere Hinweise:
| Thema/Titel |
Internet-Adresse |
| Lustvoll arbeiten |
www.tk-online.de |
| Stress und Ärger |
http://www.mensch-und-management.de |
| Verschiedene
Texte zur Gesundheitsförderung |
www.igmetall.de/download |
| Sehr gute Artikel zu den Themen "Psychische
Belastungen am Arbeitsplatz", "Mobbing" und "Stress am Arbeitsplatz und
seine Folgen" |
www.ergo-online.de |
| Stress
im Betrieb - Wenn die Arbeit zum Dauerfrust wird |
www.igmetall.de/download |
| Eine gute
Zusammenfassung zum Thema "Stressbewältigung und Balancing"
bietet die Gmünder Ersatzkasse an; dazu auch Broschüren und hilfreiche
Tipps |
www.gek.de |
| In der Fachgruppe
"Gesundheitspsychologie" findet man viele Links zur Gesundheitsförderung |
www.gesundheitspsychologie.net |
| Beim Bundesverband
der Betriebskrankenkassen werden in der Rubrik Gesundheit viele Themen der
Gesundheitsförderung incl. Mobbing angeboten. |
www.bkk.de |
Letzte Aktualisierung am
20.02.10
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