Einstellungen in den Schuldienst

Mit einem 6-Punkte-Programm will Schulministerin Barbara Sommer den Lehrermangel in NRW beheben. Endlich hat das Bildungsministerium in NRW begriffen, dass man mehr Lehrer braucht, um den Bildungsrückstand  wieder wett zu machen.
Nachdem am 1.2.2009 2889 Lehrkräfte eingestellt wurden, sind am 1.8.2009 noch einmal 4711 hinzugekommen. Damit sind 2009 etwa 8000 Lehrkräfte eingestellt worden. Das ist zwar neuer Rekord, aber immer noch nicht genug.

NRW braucht in den nächsten Jahren mehr als 30000 Lehrer, um die Lücken aus den bevorstehenden Pensionierungen und mangelhaft besetzten Stellen wieder zu schließen. Die Mangelfächer Mathematik, Physik, Kunst, Musik, Latein und Informatik sind immer noch ein Problem, das die Ministerin mit Hilfe von einem umfangreichen Maßnahmenpaket lösen will:
„Trotz des Einstellungsrekords werde ich weiterhin alles daran setzen, dass wir möglichst alle Stellen auch besetzen können. Zu den bereits eingeleiteten Maßnahmen gehören unter anderem:
  • die Ausweitung der Plätze im Vorbereitungsdienst um 2.500,
  • die Möglichkeit der vorzeitigen verbindlichen Einstellungszusage („Frühbuchersystem“),
  • die Einführung von zwei Einstellungsterminen in den Vorbereitungsdienst,
  • die Erweiterung der Möglichkeiten der Einstellung von Seiteneinsteigern,
  • die Einstellung von Uni-Absolventen mit nur einem Fach,
  • die Einrichtung von Zertifikatskursen, um bereits ausgebildete Lehrkräfte für ein Mangelfach zu qualifizieren,
  • die Einführung des Sprintstudiums für Mangelfächer (Informatik, Kunst, Mathematik und Physik),
  • die Einstellung von Muttersprachlern sowie
  • die Einstellung von Theologen als Religion- und Lateinlehrer mit entsprechender Qualifizierung.

In diesem Jahr haben in Nordrhein-Westfalen 6.220 Lehramtsanwärter ihre Ausbildung abgeschlossen: Diese Zahl reicht nicht aus, um den vorhandenen Bedarf zu decken. Die Vorgängerregierung hat es versäumt, Vorsorge dafür zu treffen, genügend Abiturienten für den Lehrerberuf zu gewinnen. Junge Menschen wurden abgeschreckt, ein Lehramtsstudium aufzunehmen. Es wurde damals sogar die Lehrerausbildung an der Universität Bonn eingestellt. Durch die Versäumnisse der Vergangenheit waren in diesem Jahr besondere Kraftanstrengungen erforderlich, um die Stellen zu besetzen“, erklärte Barbara Sommer. „Früher war es so, dass viele Lehrer arbeitslos wurden, weil es keine Stellen gab. Wir haben Stellen geschaffen und arbeiten hart daran, diese auch zu besetzen.“ (Quelle: MSW 11.8.2009)

Einen großen Teil von fehlenden Fachlehrern will man außerdem durch Seiteneinsteiger aus den Maschinen-, Elektro- und Gestaltungsberufen gewinnen. Die sind nämlich neben Ernährungs- und Hauswirtschaft vor allem in den Berufskollegs gesucht. Mehr dazu auf der Webseite des Ministeriums.

Wenn die Politiker mit ihren Ganztagsvorstellungen Ernst machen, wird der Bedarf an Lehrern noch mehr steigen. Allerdings sollte man mit allen Prognosen vorsichtig sein. Während einerseits abzusehen ist, dass in den nächsten Jahren mit den derzeitigen Absolventen der Hochschulen keinesfalls die Lücke aufzufüllen ist, die sich durch die anstehenden Pensionierungen ergibt, darf man nicht vergessen, dass die demographische Entwicklung negativ ist. Trotzdem dürfte bis zum Jahre 2015 ein Lehramtsstudium aussichtsreiche Perspektiven bieten. Das Ministerium bietet in seinem Bildungsportal eine ausführliche Studie für die Perspektiven zum Lehrerberuf bis zum Jahre 2029 an.
Achtung: Wenn Sie in den Schuldienst des Landes NRW eingestellt werden wollen und haben keine Lehramtsprüfung, sollten Sie sich unbedingt die Webseite für Seiteneinsteiger durchlesen!
Wenn man sich den Haushaltsplan ansieht, stellt man fest, dass die Schülerzahlen im Bereich der Sekundarstufe I noch zunehmen. In der Sekundarstufe II ist seit dem Jahre 2000 ein kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Eigentlich brauchte also das Land noch mehr Lehrer. Das wird aber durch die Sparmaßnahmen verhindert.  Geschickterweise erfolgen viele Neueinstellungen durch befristete Angestelltenverträge oder über die Vertretungsreserve. Dadurch hält man die Neuanfänger erst mal mit einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis  fest und spart obendrein noch Geld, weil diese mit einem geringeren Anfangsgehalt nach dem neuen Tarif TV-L abgespeist werden.
  
"Wir sollten die Beamtungsgrenze auf 63 Jahre heraufsetzen, Herr Ministerialrat - es sind schon wieder 512 Lehrer nach Hessen und Rheinland -Pfalz abgewandert!"

Hessen sucht Lehrerinnen- und Lehrer-Persönlichkeiten mit Kompetenz und Freude an zeitgemäßem Unterricht

Sie sind Lehrerin oder Lehrer mit zweiter Staatsprüfung für das Lehramt an Haupt- und Realschulen oder an Realschulen, an Gymnasien oder an beruflichen Schulen? Dann können Sie sich sofort oder zu einem späteren Eintrittstermin für den hessischen Schuldienst bewerben.

Ganz besonders gesucht werden

  • für der Haupt- und Realschulbereich die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Englisch, Musik, Ethik,
  • für den Gymnasialbereich die Fächer Latein, Physik, Mathematik, Informatik, Chemie, Ethik, Musik, Kunst, Spanisch, ev./kath. Religion,
  • für den Bereich der beruflichen Schulen die Fachrichtungen Elektrotechnik, Metalltechnik sowie die allgemeinbildenden Fächer Mathematik, Physik/Chemie, ev./kath. Religion, Ethik.

In den hervorgehobenen Fächern/Fachrichtungen können Sie sich auch mit universitärem Diplom- oder Magisterabschluss für den zweijährigen Vorbereitungsdienst als Quereinsteigerin/ Quereinsteiger bewerben. Weitere Informationen zum Quereinstieg finden Sie hier.
Weiterhin gibt es die Möglichkeit, als
„Vertretungslehrkraft“ befristet im BAT-Angestelltenverhältnis im Schulbereich beschäftigt zu werden. Mehr dazu finden Sie hier.

Das bietet Hessen:

  • Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Probe ab der Einstellung,
  • Beschäftigung mit 100 Prozent Stellenumfang,
  • Verbeamtung bis zum 45. Lebensjahr,
  • Besoldung A 13 g. D. im Lehramt an Haupt- und Realschulen,
  • gute Aufstiegschancen in schulische Funktionen.

Wenn das kein Angebot ist... Mehr erfahren Sie auf der Webseite www.lehrer-nach-hessen.de

Das hessische Angebot spricht für sich. Zwischenzeitlich war zwar auch Nordrhein-Westfalens Bildungsministerium ein Licht aufgegangen, sodass Lehrer mit Mangelfächern bis zu einem Alter von 45 Jahren ins Beamtenverhältnis übernommen wurden, aber diese Ausnahmeregelung wurde aus Spargründen bereits zum Abschluss des Einstellungsverfahrens 2006/07 aufgehoben. Die Landtagsfraktion der SPD hatte am 7.11.2006 einen Antrag an den Landtag gestellt, den aufgehobenen Mangelfacherlass zu aktualisieren, da nachgewiesenermaßen die Mangelfächer durch ältere Lehramtsbewerber abgedeckt werden könnten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass diese Bewerber in andere Bundesländer abwandern, die ein höheres Beamtungsalter anbieten. Allerdings hatte das keinen Erfolg.

Aber inzwischen ist der Groschen gefallen:

NRW hat die Verbeamtungsgrenze auf 40 Jahre angehoben!

Vermutlich als Konsequenz aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das die bisherige Praxis bemängelt hatte, hat NRW die Verbeamtungsgrenze neu festgesetzt. Außerdem war es der Landesregierung offensichtlich ein Dorn im Auge, dass immer mehr Lehrer in andere Bundesländer abwanderten, die durchaus noch mit 45 Jahren verbeamten, während bisher in NRW mit 35 Schluss war.
Nach der neuen Laufbahnverordnung vom 30.6.2009, die am 18.7.2009 in Kraft getreten ist, können jetzt in allen Landes- und Kommunalbereichen Bewerber bis zu einem Alter von 40 Jahren verbeamtet werden.
(Quelle: GV. NRW Nr. 18/2009)

Jedes Jahr veröffentlicht das Ministerium einen neuen Einstellungserlass, aus dem hervorgeht, welche Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst übernommen werden sollen. Dieser Erlass regelt die Quoten für die einzelnen Schulformen, das Ausschreibungsverfahren und auch die Möglichkeiten des Seiteneinstiegs. Gleichzeitig wurden in diesem Erlass auch die jährlich neu definierten Mangelfächer aufgeführt. Im Jahre 2008 gab es noch einen Erlass vom 28.12.2007, der für das folgende Schuljahr 2008/09 Gültigkeit hatte und in dem als Mangelfächer für die Sekundarstufe II die Fächer Informatik, Mathematik, Physik, Latein, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Deutsch, Musik und Kunst aufgeführt wurden. Man spricht in diesem Fall nicht von "Mangelfächern", sondern von "einstellungsrelevanten Fächern". Es ist zwar seltsam, dass auch Deutsch als Mangelfach angesehen wurde, aber das bedeutet, dass auch Seiteneinsteiger mit diesem Fach zur Deckung des Unterrichtsbedarfs akzeptiert wurden. Seltsamerweise wurde der Erlass ein halbes Jahr später geändert und der Satz mit den Fächern gestrichen. Das ist auch wieder in dem derzeit gültigen Einstellungserlass geschehen, den Sie ebenfalls auf der Webseite des Ministeriums oder im Downloadbereich unter ein2009.pdf finden.
Seltsam ist natürlich auch, dass schon ein Jahr später kein Mangel mehr in diesen Fächern herrschen soll. Aber es ist nun mal so: Das Ministerium legt jedes Jahr willkürlich den Bedarf und die so genannten "einstellungsrelevanten Fächer" fest. Außerdem kann sich kein Bewerber mit diesen Fächern auf eine Einstellung berufen, da es im Erlass ausdrücklich heißt:
"Entsprechend dem Bedarf in den einzelnen Unterrichtsfächern können am Ausschreibungsverfahren auch Bewerberinnen und Bewerber mit nicht einstellungsrelevanten Lehrbefähigungen (Fächern) teilnehmen, soweit sie über eine originäre Lehramtsbefähigung verfügen und die Stellenausschreibung diese Möglichkeit vorsieht."
Das ist der Trick. Die entsprechenden Einstellungserlasse von 2001 bis 2009 finden Sie im Downloadbereich.
Im November 2008 hat das Schulministerium den Bewerberkreis für die ausgeschriebenen Stellen deutlich erweitert, indem nicht nur Laufbahnwechsler in das Verfahren einbezogen wurden, sondern auch für Seiteneinsteiger mit Hilfe von Zertifikatskursen und Qualifizierungsmaßnahmen zusätzliche Bewerbungsmöglichkeiten geschaffen wurden. So wird nunmehr die Möglichkeit geboten, auch mit fremden Fächern einzusteigen, wenn man sich zu einer Qualifizierungsmaßnahme für das ausgeschriebene Fach verpflichtet. Das ist besonders für Seiteneinsteiger interessant.
So wurden in dem Bewerbungszeitraum vom 12.- 21.11.2008 mehr als 5000 Stellen in den verschiedenen Schulformen angeboten.

Das Schulministerium bietet für die Lehrereinstellung ein ausführliches Internetportal mit allen Hinweisen, Terminen, Tipps, Rechtsvorschriften und Suchmaschine an:

LEO - Lehrereinstellung Online NRW

Hier finden Sie alles, was Sie für ein erfolgreiches Bewerbungsverfahren wissen müssen.

Die Einstellung in den Schuldienst in Form eines Dauerarbeitsverhältnisses wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zur Zeit Lehrerinnen und Lehrer nach zwei verschiedenen Verfahren ein:

  • Ausschreibungsverfahren:
    Diese "schulscharfen Stellen" werden von den Schulen als Ausschreibungstexte formuliert und von den Bezirksregierungen im wöchentlich aktuell im Internet veröffentlicht. Dazu gibt es eine spezielle Webseite des Ministeriums: Leo - Lehrereinstellung Online.NRW.
    Die Bewerberinnen und Bewerber müssen innerhalb der Bewerbungsfrist angeben, auf welche der ausgeschriebenen Stellen sie sich bewerben. Die Bewerbungsunterlagen  müssen direkt an die Schulen geschickt werden. Dort bestimmt eine Auswahlkommission aus vier Personen (Schulleiterin oder Schulleiter, eine von der Lehrerkonferenz gewählte Lehrkraft, ein Mitglied der Schulkonferenz und die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen der Schule) über die Einstellung nach einem Auswahlgespräch. Natürlich spielen die Ergebnisse der Prüfungen eine große Rolle, denn alle Bewerberinnen und Bewerber  werden danach in Ordnungsgruppen eingeteilt.
    Die bestgeeignete Bewerberin oder der bestgeeignete Bewerber erhält ein Einstellungsangebot im Auftrag der Bezirksregierung. Bei einer Ablehnung erhält die nächstplatzierte Bewerberin oder der nächstplatzierte Bewerber das Angebot.
    Folgende Konsequenzen sind damit verbunden:
    Bei einer Ablehnung scheidet die Bewerberin oder der Bewerber aus dem laufenden Einstellungsverfahren aus.
  • Listenverfahren:
    Am Listenverfahren nehmen alle Bewerberinnen und Bewerber teil, die ihre Bewerbungen fristgerecht eingereicht haben. Alle müssen eine Reihenfolge für die Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule angegeben haben. Für jede dieser Schulformen wird eine Prioritätenliste erstellt. Die Einstellungsangebote werden dann von der Bezirksregierung schulformbezogen vergeben.
    Wer ein Angebot ablehnt, wird jetzt nicht mehr zwei Jahre vom Listenverfahren ausgeschlossen, wie es im Erlass vom 10.11.2000 verfügt worden war. Dieser Abschnitt ist lt. Erlass vom 30.5.2003 (Az. 115-6.08.01.07- 40278) aufgehoben.
  • Zusätzliche Regelungen:
    Bewerberinnen und Bewerber, die ihren Dienst nicht antreten, werden zwei Jahre vom Verfahren ausgeschlossen; Lehrkräfte, die innerhalb des ersten Jahres kündigen, werden drei Jahre gesperrt.
    Weiterhin gibt es verschiedene Bonusregelungen für Vertretungstätigkeiten.


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Es ist schon erstaunlich, dass andere Bundesländer mit Einstellungsangeboten nach A 13 und Verbeamtung bis zu einem Alter von 50 Jahren werben, während Nordrhein-Westfalen die Einstellung nach A12 vornimmt und die Beamtung auf 40 Jahre begrenzt. Auf diese Weise wird das Land nur schwer die dringend benötigten Lehrerinnen und Lehrer für Naturwissenschaften und Mathematik bekommen!

Höchstaltersgrenzen für die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern (Stand 2.08/09)

(Quelle: Schule heute 3/2009) Hessen hat inzwischen die Altersgrenze auf 45 Jahre gesenkt.

Verbeamtung in NRW:
Lehrer werden normalerweise im Beamtenverhältnis eingestellt, wenn folgende Bedingungen vorliegen:
  • Man muss Deutscher sein oder die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes besitzen,
  • man muss die Gewähr dafür bieten, dass man jederzeit für die freiheitlich demokratische Grundordnung eintritt,
  • man muss die Befähigung für die entsprechende Lehrerlaufbahn erworben haben,
  • man muss gesundheitlich geeignet sein und das mit einem amtsärztlichen Zeugnis nachweisen,
  • man muss in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben,
  • man darf nicht vorbestraft sein,
  • man darf bei der Einstellung das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Dazu gibt es vier Ausnahmen:

1.Wenn sich die Einstellung aufgrund der Geburt oder tatsächlichen Betreuung eines Kindes unter 18 Jahren verzögert, darf die Altersgrenze im Umfang der Verzögerung, höchstens aber um drei, bei mehreren Kindern höchstens um sechs Jahre überschritten werden. Das gilt auch, wenn ein pflegebedürftiger Verwandter (Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Geschwister) gepflegt wurde. Weiterhin werden Wehrdienstzeiten und Zivildienstzeiten anerkannt. Voraussetzung für die Anerkennung der Verzögerungszeiten ist allerdings, dass die Überschreitung der Altersgrenze ursächlich auf diese Tatbestände zurückzuführen ist.. Andere Gründe (wie z.B. längere Studienzeiten, Wartelisten wegen schlechterer Examensnoten usw.) werden nicht anerkannt.
2. Wenn jemand bereits an einer Ersatzschule eine Planstelle hat und will in den staatlichen Schuldienst wechseln, wird er bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres ins Beamtenverhältnis übernommen.
3. Schwerbehinderte können bis zum 43. Lebensjahr verbeamtet werden.
4. Die folgende Ausnahme ist durch die Laufbahnverordnung gegeben:

Verbeamtungs - Tipp:
Verbeamtungsgrenze hinauszögern
Für die Einstellung als Beamter ist normalerweise die Vollendung des 40. Lebensjahres die Höchstgrenze. Durch eine Ausnahme, die in der Laufbahnverordnung verankert ist, kann diese Grenze um ein weiteres Jahr hinausgeschoben werden. In § 6 (2) der neuen LVO 2009 heißt es nämlich: "... Die jeweilige Altersgrenze darf bei Verzögerungen nach Satz 1 Buchstabe c um bis zu drei Jahre, bei mehreren Kindern höchstens um bis zu sechs Jahre überschritten werden. Entsprechendes gilt für Satz 1 Buchstabe d. Die jeweilige Altersgrenze nach Satz 1 Buchstabe c und d darf insgesamt höchstens um sechs Jahre überschritten werden.
Das Höchstalter erhöht sich, wenn der Bewerber an dem Tage, an dem er den Antrag gestellt hat, die Höchstaltersgrenze nicht überschritten hatte und die Einstellung oder Übernahme innerhalb eines Jahres nach der Antragstellung erfolgt.

Beispiel: Sie sind am 3.2.1970 geboren, werden also am 3.2.2010 40 Jahre. Wenn bis spätestens 2.2.2010 Ihr Antrag auf Verbeamtung bei der Bezirksregierung vorliegt, kann mit dieser Ausnahmeregelung die Verbeamtung noch bis zum 1.2.2011 erfolgen. Stellen können Sie einen solchen Antrag allerdings erst, wenn Sie den Referendardienst beendet haben.


Hinweis für tarifbeschäftigte Lehrer/innen: Stellen Sie den Antrag auf Verbeamtung!

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte am 19.02.2009 über mehrere Verfahren von tarifbeschäftigten Lehrern entschieden, die ihre Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe im Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen anstreben.
Das beklagte Land NRW lehnte eine Verbeamtung ab, weil die Kläger bei ihrer Einstellung die laufbahnrechtliche Höchstaltersgrenze von 35 Jahren überschritten hatten.
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Urteile der Vorinstanzen aufgehoben und das Land zu einer erneuten Entscheidung über die Verbeamtung der Kläger unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts verpflichtet.
Obwohl eine Höchstaltersgrenze für die Übernahme in ein Beamtenverhältnis  grundsätzlich nicht beanstandet wird, ist nach Auffassung des BVerwG die konkrete Ausgestaltung der maßgeblichen Höchstaltersgrenze durch die bestehende Laufbahnverordnung des Landes NRW rechtswidrig.
Daraus folgt eine mangelhafte Regelung der Höchstaltersgrenze für Lehrerlaufbahnen in NRW. Zusätzlich hat das Bundesverwaltungsgericht in einzelnen Fällen eine unzureichende Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten, von Grundwehrdienstzeiten und von Schwerbehinderungen beanstandet.
Damit Sie Ihre Ansprüche in Hinblick auf die erfolgte Neuregelung der Altersgrenze in der neuen  Laufbahnverordnung sichern können, empfehlen wir den tarifbeschäftigten Lehrkräften, einen Antrag auf Übernahme in ein Beamtenverhältnis auf Probe an die jeweils zuständige Bezirksregierung zu stellen.
(Quelle: Webseite des VBE NRW vom Mai 2009)
Der VBE bietet auf seiner Webseite auch einen Musterantrag dazu an.


Achtung: Neue Stellenausschreibungen werden immer wieder im Internet veröffentlicht. Das hängt damit zusammen, dass ausgeschriebene Stellen, die nicht besetzt werden konnten, ständig weiter veröffentlicht werden. Die Schulen (außer Förderschulen) können jeden Mittwoch Stellen im Internet veröffentlichen. Es lohnt sich also laufend im Internet nachzuschauen.

Neu: Sie können auch sofort anfangen, wenn Sie verfügbar sind. Der Einstellungserlass sieht vor, dass die Einstellung in Absprache mit der Schule schon früher erfolgen kann, wenn die Bewerberin oder der Bewerber früher für den Unterricht zur Verfügung steht.

Gute Chance: Wenn Sie Primarstufenlehrer/in sind, können Sie zur Zeit an Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt zunächst als angestellte Lehrkraft (E11); nach der Weiterqualifizierung können Sie aber bei Vorliegen der laufbahnrechtlichen Voraussetzungen ins Beamtenverhältnis A12 übernommen werden. Da im Augenblick selten Grundschulstellen ausgeschrieben sind, ist das eine gute Möglichkeit, in den Schuldienst mit einem Dauerbeschäftigungsverhältnis zu kommen. Bedenken Sie aber, dass die Schulleitung nach einem Jahr die "Bewährung" ausgesprochen haben muss, sonst erfolgt trotz einer erfolgreichen Weiterqualifizierung die Kündigung.
 

Wichtig: Schulen, die am Modellvorhaben "Selbstständige Schule" teilnehmen, sind an die Ausschreibungs- und Bewerbungstermine nicht gebunden. Lehrkräfte, die sich in einem Dauerarbeitsverhältnis des Landes NRW befinden, können sich jederzeit auch außerhalb des Ausschreibungszeitraumes dort bewerben. Wenn die beteiligten Schulen einverstanden sind, können auch Versetzungen abweichend vom 1.2.2005 durchgeführt werden.
Welche Schulen für Sie in Frage kommen erfahren Sie leicht auf der Webseite des MSW für die Selbstständigen Schulen unter www.selbststaendige-schule.nrw.de .
Tipp:
Wenn Sie an einem Auswahlverfahren teilgenommen haben und nicht zum Zuge gekommen sind, sollten Sie unbedingt nach den Gründen fragen, damit Sie für die nächste Bewerbung Ihre Vorstellung optimieren können.
Dazu sollten Sie sich das Protokoll ansehen, dass die Auswahlkommission über Ihre Auswahlentscheidung angefertigt hat. Sie haben nämlich nicht nur das Recht, Ihre eigene Beurteilung zu sehen, sondern auch die Schriftstücke einzusehen, in denen die Beurteilung der anderen Bewerber enthalten sind. Machen Sie von diesem Recht Gebrauch!
Der Supertipp:
Es gibt ein
FORUM FOR LEARNING AND DEVELOPMENT (FLD e.V.), das der Förderverein des Studienseminars SII Essen als gemeinnütziger Verein ins Leben gerufen hat. Dieses bietet eine hervorragende Zusammenfassung für die Vorbereitung auf Auswahlgespräche an. Nutzen Sie unbedingt diese professionellen Hinweise für bevorstehende schulscharfe Ausschreibungen. Sie finden alles auf folgender Webseite:
http://www.forumld.net/downloads/
 
IManchmal ist es auch sinnvoll, sich an die Bezirksregierungen direkt zu wenden. Hier sind die Web-Adressen der Bezirksregierungen in NRW:
 
Bezirksregierung Düsseldorf www.bezreg-duesseldorf.nrw.de
Bezirksregierung Köln www.bezreg-koeln.nrw.de
Bezirksregierung Münster www.bezreg-muenster.nrw.de
Bezirksregierung Arnsberg www.bezreg-arnsberg.nrw.de
Bezirksregierung Detmold www.bezreg-detmold.nrw.de

Ich wünsche allen für die Einstellung viel Glück!
 
Weitere Hinweise:
Es kann ja sein, dass Sie flexibel sind und die Einstellungsmöglichkeiten in den anderen Bundesländern einmal vergleichen möchten. Dann helfen Ihnen sicher die folgenden Links:
 
Themenbereich Internet-Adresse
Die wichtigste Informationsquelle ist die Zusammenstellung auf der Seite des Deutschen Bildungsservers Deutscher Bildungsserver
Auf der Seite des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus Bayern finden Sie aktuelle und nach Schularten gegliederte grundsätzliche Informationen zu Bewerbungs- und Anstellungsmöglichkeiten im staatlichen Schuldienst in Bayern. Lehrereinstellung in Bayern
Bayerisches Kultusministerium
Bayerischer Schulserver/
Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg hat spezielle Merkblätter für die Lehrerausbildung und die Einstellungschancen in den öffentlichen Schuldienst auf der Webseite. Lehrerstudium in Baden-Württemberg
Kultusministerium Baden-Württemberg

Bildungsserver Baden-Württemberg
Die Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Sport in Berlin bietet ausführliche Informationen zur Lehrerbildung und zu den Bewerbungs- und Einstellungsverfahren für den Schuldienst an.
Einstellung in den Berliner Schuldienst
Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Sport Berlin

Berliner Bildungsserver
 
Für das Land Brandenburg und das Land Berlin gibt es eine gemeinsame Initiative zur Lehrerausbildung und zur Lehrereinstellung. Auf beiden Webseiten finden Sie differenzierte Hinweise zu den Einstellungschancen in den nächsten Jahren. Lehramtsstudium in Brandenburg
Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg
Brandenburgischer Bildungsserver
Die Webseite des Senators für Bildung und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen ist knapp bemessen für den Schulbereich; einige weitere Informationen finden sich beim Landesinstitut Schule Bremen Einstellungen in den Bremer Schuldienst
Senator für Bildung und Wissenschaft Bremen
Bremer Bildungsserver

Landesinstitut Schule Bremen
Die Webseite der Behörde für Bildung und Sport Hamburg enthält die wesentlichen Informationen zur Lehrereinstellung und zu den Stellenausschreibungen; hier sind jetzt auch Online-Bewerbungen möglich. Lehrereinstellung in Hamburg
Behörde für Bildung und Sport Hamburg
Hamburger Bildungsserver
Die Webseite des Kultusministeriums Hessen enthält alle Informationen zur Lehrerausbildung, zum Vorbereitungsdienst und zu schulformbezogenen Stellenausschreibungen Lehrerausbildung in Hessen
Kultusministerium Hessen
Hessischer Bildungsserver
Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern informiert auf seiner Webseite über die unterschiedlichen Formen der Lehrerausbildung Stellenausschreibungen in Mecklenburg-Vorpommern
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur  Mecklenburg-Vorpommern
Bildungsserver Mecklenburg-Vorpommern
Die Seite des Kultusministeriums von Niedersachsen enthält Informationen über Lehramtsstudiengänge, Lehrerbedarf, besonders gefragte und stark ausgelastete Fächer, den Vorbereitungsdienst für Lehrämter sowie Stellenausschreibungen im Schuldienst Lehrereinstellung in Niedersachsen
Niedersächsisches Kultusministerium
Niedersächsischer Bildungsserver
In Nordrhein-Westfalen betreibt das Ministerium für Schule, Kinder und Jugend ein Bildungsportal mit sehr ausführlichen Informationen zur Lehrerausbildung und zum Vorbereitungsdienst. Dazu gibt es auf einer Sonderseite eine Stellenbörse. Lehrereinstellung in Nordrhein-Westfalen
Ministerium für Schule, Kinder und Jugend in NRW
Bildungsserver Nordrhein-Westfalen
In Rheinland-Pfalz ist das Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend zuständig für die Lehrerausbildung. Auf der Webseite sind auch Informationen über das Lehramtsstudium und den Einstieg in den Lehrerberuf aufgeführt. Lehrereinstellung in Rheinland-Pfalz
Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend in Rheinland-Pfalz
Bildungsserver Rheinland-Pfalz
Informationen zur Lehrerausbildung im Saarland findet man unter der Adresse der Uni Saarland, zur  Lehrereinstellung auf dem Bildungsserver Saarland. Dort werden auch die Stellenausschreibungen veröffentlicht. Zentrum für Lehrerbildung der Uni Saarland
Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes
Bildungsserver Saarland
Das Staatsministerium für Kultus in Sachsen hat auf seiner Webseite spärliche Hinweise zum Lehramtsstudium und keine Aussagen zu Einstellungschancen; die Informationen müssen von Regionalschulämtern abgefragt werden. Lehrereinstellung in Sachsen
Staatsministerium für Kultus Sachsen
Sächsischer Bildungsserver
Das Kultusministerium in Sachsen-Anhalt beschreibt auf seiner Webseite im Teilbereich Bildung die Grundlagen der Lehrerausbildung; die Stellenausschreibungen befinden sich auf dem Bildungsserver Sachsen Stellenausschreibungen in Sachsen-Anhalt
Kultusministerium Sachsen-Anhalt
Bildungsserver Sachsen-Anhalt
Auf der Webseite des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft,  Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein führt ein Link zum Bewerberlotsen, der die wichtigsten Einzelheiten zur Lehrerausbildung, zu den Einstellungsbedingungen und den Stellenausschreibungen enthält. Der Weg in den Schuldienst Schleswig-Holsteins
Ministerium für Bildung, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein
Bildungsserver Schleswig-Holstein
Das Kultusministerium Thüringen zeigt auf seiner Webseite Informationen zur Lehrerausbildung, zu den Einstellungsverfahren und Stellenausschreibungen
Lehrerausbildung in Thüringen
Kultusministerium Thüringen
Bildungsserver Thüringen

Letzte Aktualisierung dieser Seite am 02.02.10 

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